Till Hoheneder im Interview
„Man muss die Stones fühlen“

TELGTE -

Wissenswertes vor dem Auftritt am 31. Januar im Bürgerhaus...

Dienstag, 30.12.2014, 07:22 Uhr aktualisiert: 01.01.2015, 15:32 Uhr

In der jüngsten Adam Riese Show riss er Anfang Dezember das Publikum vor Begeisterung von den Stühlen. Der Comedy-Preisträger und Bestseller-Buchautor Till Hoheneder ist der einzige Comedian, der mit seiner ehemaligen Gruppe Till & Obel für den WDR-Rockpalast live aufgezeichnet wurde. Vor allem ist Till Hoheneder mit Leib- und Seele Musiker. Mit dem „50 & Counting Tribute“ spielt er mit seiner Band „Altobellis & Friends“ den Soundtrack seines Lebens – die Musik der Rolling Stones aus 50 Jahren: Von „Route 66“ „Dead Flowers“ über „Miss you“, „Little Red Rooster“, „Shine a light“ zu „Jumpin´ Jack Flash“. Von Coverversionen der Stones à la „Let it rock“ zu „ Honky Tonk Women“ und „Brown Sugar“. Wer die Europatermine der Stones verpasst hat, der sollte das „Tribute“-Konzert am 31. Januar im Bürgerhaus Telgte . besuchen. WN-Mitarbeiter Peter Sauer sprach mit Till Hoheneder über Stones, Rock´n Roll und Telgte.

Wie war Deine erste Begegnung mit den Stones?

Till Hoheneder: Mit 13 Jahren hörte ich „Honky Tonk Woman“ mit dieser schunkligen Kuhglocke und den rockigen Gitarren. Das war wie eine Ufo-Landung in meinem Kinderzimmer voll mit Stones-Postern. Den Song „Honky Tonk Woman“ will ich auch bei meiner Beerdigung haben.

Und Deine Mutter sorgte sich damals um Deine Kleidung?

Till Hoheneder: Genau. Ich hatte mit Stofffarbe auf mein weißes Sweatshirt eine Riesen-Stones-Zunge drauf gemalt. Sorgfältig abgepaust. Ich war so glücklich. Aber Mutter sagte nur: „Das schöne Shirt!“

Welche Ausmaße nimmt Dein Fan-Kult heute an?

Till Hoheneder: Bei jedem neuen Auto ist die Stones-Zunge drauf, so dass meine Tochter mal zu mir sagte: „Papa, Du bist doch einer von den Rolling Stones.“ Früher hatte ich auch einen Stones-Altar. Die Zunge ist auch auf meinem Gitarrenkopf drauf. Und dann habe ich halt unzählige Platten und CDs.

Gab es in der Schule Probleme?

Till Hoheneder: Ich habe auf dem Schulhof andere geschubst, wenn die behaupteten, Keith Richards könnte nicht Gitarre spielen. Habe mich auch gekloppt, wenn mir einer meine Stones beleidigte. In den 80er Jahren – wo überall dieser Keyboardbrei erklang...

Träumst Du davon die Stones mal persönlich kennenzulernen?

Till Hoheneder: Die Stones habe ich zweimal live gesehen. Aber wenn man seine „Götter“ persönlich trifft, ist die Gefahr groß, dass Träume zerplatzen. Ich habe einmal Kiss in vollem Ornat bei einer Preisverleihung auf einen Meter Entfernung gesehen. Das sah aus wie die Rocky Horror Show in verfetteten Leibern.

Du spielst Stones-Songs. Was hältst Du von den Cover-Bands?

Till Hoheneder: Nichts. Diese Verkleidung und so, dass mache ich nicht. Wir spielen auch nicht die Songs Note für Note, sondern wir durchleben die Stones-Songs, so wie wir sie spüren, wie wir die Seele der Stones spüren. Die Rolling Stones spielen ja selbst manche Songs in 30 verschiedenen Live-Fassungen. Wir covern nicht die Stones, sondern machen ein Tribute-Konzert. Der Spirit der Stones ist entscheidend. Den spüren wir auf und geben ihn ans Publikum weiter. Diesen verzögerten Rhythmus, diesen Beat, diesen puren Rock.

Welche Erinnerungen hast Du an Telgte?

Till Hoheneder : Wunderbare. Das Bürgerhaus ist eine gute Location, hat eine tolle Atmo und Simone Thieringer ein gutes Händchen für ein tolles Programm. Obwohl mein erstes Mal dort, war etwas speziell...

Inwiefern?

Till Hoheneder: Das Konzert fand im Rahmen des Kulturabos statt. Das hatten uns die Veranstalter verschwiegen. Und da saßen da Abonnenten in der ersten Reihe, sehr gesittet und hielten sich beim ersten Stück die Ohren zu. Obwohl ich sie bewundert habe, einfach irgendwo hinzugehen, wo man nicht weiß, was einen auf der Bühne erwartet. Doch es wurde dann doch ein unvergessener Abend.

Und später...

Till Hoheneder: Till & Obel und Telgte hatten immer eine leidenschaftliche Liaison. Und bei der Preview von Atze Schröder, für den ich ja Texte schreibe, sauste das Publikum vor Begeisterung.

Was verbindest Du privat mit Telgte?

Till Hoheneder: Früher als meine Agentur noch in Westbevern war, war ich öfters in Telgte. Ein nettes Städtchen. Ich bin immer gerne hier.

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