Altobellis and Friends im Telgter Bürgerhaus zu Gast
Der Soundtrack seines Lebens

Telgte -

Seine Karriere begann Till Hoheneder als Parodist. Und das merkte man bei seinem Auftritt im Bürgerhaus schnell. Das Publikum war bereits nach kurzer Zeit begeistert.

Montag, 02.02.2015, 17:02 Uhr

Begeisterten in Bürgerhaus: Till Hoheneder, Matze König am Saxofon sowie Sängerin Kathrin Mander.
Begeisterten in Bürgerhaus: Till Hoheneder, Matze König am Saxofon sowie Sängerin Kathrin Mander. Foto: Zinkant

Seine Karriere begann Till Hoheneder als Parodist. Und das merkt man. Bei seiner Rolling-Stones-Hommage rutscht der Mann mit dem Hut immer mal wieder in die Persiflage, wenn er am Mikro Mick Jagger mimt. Der hagere Schlaks hat auch die Statur dafür – und als Rocker verwandelt er sich zur Musik schlankweg in jenen geschmeidig stolzierenden Gockel, den jeder Fan im Saal wiedererkennt. Da stimmt alles, vom staksigen Schritt bis zum abgespreizten kleinen Finger. Und das Bürgerhaus rockt selig mit.

Altobellis and Friends „play the Rolling Stones – 50 & Counting Tribute“. Till Hoheneder, der einst mit Kollegen als „Till & Obel” Comedy-Geschichte schrieb, hat den Jagger auch in der Kehle und 50 Jahre Stones im Blut. Er selber sei Jahrgang 1965, bekennt er zu Beginn, und was er mit seiner fulminanten Band dann von der Bühne rockt, ist der Soundtrack seines Lebens: Von „Route 66“ bis „Shine a light“.

Damit war Hoheneder natürlich nicht alleine – nicht wenige ergraute Fans standen sich die Beine in den Bauch (Tänzeln inklusive), weil es auch der Soundtrack ihres Lebens war. „Mensch, du hier?“, hieß es in der Pause, „Altrocker, oder was?!“ – „Natürlich!“ Das machte Laune, weil Till und Konsorten eben keine Heldenverehrung zelebrierten, sondern vor allem Spaß über die Rampe bringen wollten.

Und dafür waren die richtigen „Gaststars“ aus Münster eingeladen: Kathrin Mander, die stimmstarke Sängerin. Matze König mit seinem fulminanten Saxofon-Spiel. Sowie zwei bekannte Bluesmen und Könner: Gitarrist Gregor Hilden und Gerd Gorke an der Mundharmonika. „Kommt mal ein bisschen mehr ran!“, ermunterte der das Publikum – „oder ist das hier vorn die Spuckzone?“ Die Blues-Soli waren virtuos und mitreißend, etwa bei „The last time“.

Nun allmählich dürfe auch getanzt werden, befahl Hoheneder bei „Hot Stuff“, die Fans ließen sich nicht lange bitten. Alles machte mächtig Laune – trotz der mäßigen Tonanlage, die leicht verzerrtes, pauschales Bierzelt-Gedröhne lieferte. Hauptsache laut! Dennoch hätte man außer schwerem, krachendem Beat gern mehr Text und Stimme genossen. Vor allem die von Kathrin Mander, die von hart bis zart alles drauf hat. „It’s all over now“ oder „Honky Tonk Woman“. Aber es war allemal witzig zu sehen, wenn dann Till Hoheneder à la Jagger um sie herum gockelt.

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