Michael B. Ludwig und Michel M. nach Estland eingeladen
Zwei Künstler für Telgte

Telgte -

In Viljandi leben rund 18 000 Menschen. Damit ist die Stadt die sechstgrößte Estlands. Im Sommer kommen zeitwillig noch zahlreiche Gäste hinzu, denn in diesem Jahr findet der internationale Hansetag im rund 160 Kilometer von der estnischen Hauptstadt Tallinn entfernten Viljandi statt.

Donnerstag, 05.03.2015, 06:03 Uhr

Bürgermeister Wolfgang Pieper (r.) freut sich darüber, mit Michel M. und Michael B. Ludwig (l.) zum Internationalen Hansetag nach Estland eingeladen sind und dort die Stadt Telgte vertreten.
Bürgermeister Wolfgang Pieper (r.) freut sich darüber, mit Michel M. und Michael B. Ludwig (l.) zum Internationalen Hansetag nach Estland eingeladen sind und dort die Stadt Telgte vertreten. Foto: Meyer

In Viljandi leben rund 18 000 Menschen. Damit ist die Stadt die sechstgrößte Estlands . Im Sommer kommen zeitwillig noch zahlreiche Gäste hinzu, denn in diesem Jahr findet der Internationale Hansetag im rund 160 Kilometer von der estnischen Hauptstadt Tallinn entfernten Viljandi statt. Dabei sein werden dann auch zwei Telgter. Eine Jury hat nach Ansicht der Bewerbungen von Michael B. Ludwig und Michel M. beide Künstler eingeladen. Damit sind die beiden Telgter zwei von nur wenigen Deutschen, die für die Veranstaltung nominiert sind.

„Wir sind schon ein bisschen stolz darauf“, freut sich Bürgermeister Wolfgang Pieper, dass Telgte gleich zwei Vertreter zum Internationalen Hansetag entsenden kann. Dabei ist die Konzeption der Veranstaltung, die vom 4. bis 7. Juni stattfinden wird, etwas besonderes. Denn es sollen dort keine fertigen Werke ausgestellt werden, vielmehr soll „der Straßenraum belebt werden“, sagt Michael B. Ludwig.

Unabhängig voneinander entwickelten die beiden Telgter, die sich der Gruppe der Kulturnomaden zugehörig fühlen, Konzepte. Dabei räumt Ludwig ein: „Eigentlich bin ich mit meinem Konzept von den Vorgaben abgewichen, denn ich möchte nicht nur an einer Stelle, sondern an insgesamt 14 unterschiedlichen agieren“. Abgeleitet hat er diese Idee von der Durchführung der Aktion „Aufkreuzen in Telgte“, die vor einigen Jahren mit verschiedenen Aktionen die Emsstadt belebte. Was das ehemalige Ratsmitglied Ludwig ganz konkret in Estland zeigen oder machen will, weiß er noch nicht. „Das entscheide ich erst vor Ort“, vertraut er auf sein Improvisationstalent.

Auch Michel M. setzt auf etwas, das er nicht zum ersten Mal ausprobiert. Ihn treibt der Reiz um, zu zeichnen und dabei beobachtet zu werden, gleichzeitig aber nicht vollkommen erkennbar zu sein. Dass, so Michel M., habe er ebenfalls unter anderem bereits in Telgte, etwa an der „Alten Schleckerei“, ausprobiert. Von der Idee ist offenbar nicht nur er selbst, sondern auch die Jury überzeugt. Begründet sieht der Künstler das vor allem in der besonderen Interaktion zwischen Künstler und Publikum. Beide Seiten bekämen das Treiben der jeweils anderen mit – allerdings eben nicht in Gänze.

„Das wird einfach eine Riesennummer“, freut sich Michel M. gleichermaßen auf die eigene Darbietung sowie auf das, was er von seinen Kollegen zu sehen bekommt.

Da Michel M. und Michael B. Ludwig Telgte vertreten, ist die Stadt laut Ausschreibung der Veranstaltung angehalten, die Hin- und Rückreisekosten im niedrigen vierstelligen Euro-Bereich zu übernehmen. Vor Ort werden die Künstler nach Angaben der Organisatoren auf Matratzen alle unter einem Dach schlafen. „Ob wir alle in einem Raum schlafen, wissen wir aber bislang nicht“, sagt Ludwig und fügt schmunzelnd an: „Dann bin ich mal gespannt, welche Kollegen mir morgens hochhelfen.“

Bürgermeister Pieper ist indes gespannt, wie in Viljandi der derzeitige Konflikt in der Ukraine und die damit verbundene Auseinandersetzung zwischen Ost und West Widerhall findet. Die beiden Telgter Künstler versprechen auf der Internetseite kulturnomaden.org täglich von den Ereignissen in Viljandi zu berichten.

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