Ostbevern: Michael Bertels erinnert sich
Pause auf der Parkbank

Ostbevern/Greven -

Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Michael Bertels, als er nach seinen Erinnerungen an das Abitur gefragt wird. Und schnell wird klar warum. Nach der Abiturfeier habe er morgens um 5 Uhr mit seiner Frau („Also damals war es ja noch nicht meine Frau“, sagt Bertels verschmitzt) auf einer Parkbank gesessen.

Montag, 15.06.2015, 12:06 Uhr

Heutzutage kommt Michael Bertels jedes Jahr in den Genuss einer Abiturfeier.
Heutzutage kommt Michael Bertels jedes Jahr in den Genuss einer Abiturfeier. Foto: Allendorf

Die Erinnerungen an das Abitur selber, sind eher nüchterner Natur. „Wir waren der erste Jahrgang, der überhaupt wieder eine Abiturfeier hatte“, erinnert sich Bertels . 1976 legte er die Reifeprüfung am Gymnasium Augustinianum in Greven ab. Anfang der 70er seien Abiturfeiern ein wenig verpönt gewesen, erst mit seinem Jahrgang habe sich eine Wende eingestellt. Deswegen hätten Bertels und seine Mitschüler auch auf Abi-Streiche verzichtet. „Hätten wir was angestellt, dann wäre die Feier mit Sicherheit gestrichen worden“, sagt er. Schließlich sei damals alles noch sehr konservativ gewesen. An eine Geschichte erinnert er sich dann aber doch noch: „Wir haben unsere Hefte verbrannt.“ Eine Art Befreiung vom Schulalltag und Lerndruck.

Bertels gehörte zum ersten Jahrgang der reformierten Oberstufe. „So konnte ich die Leistungskurse Mathe und Physik wählen“, erzählt er. Und auch wenn die Stufe in den letzten Schuljahren durch Neuzugänge von der Realschule zusammengewürfelt wurde und der Zusammenhalt nicht so stark war, wie bei anderen Jahrgängen. so hatte dies für Michael Bertels doch etwas Gutes. Damals lernte er seinen bis heute besten Freund kennen, der von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt war.

Genau wie heute gab es für die Abiturienten einen Gottesdienst mit anschließender Übergabe der Zeugnisse. Abends habe dann der große Abi-Ball angestanden, sagt Bertels, der als Schulleiter dieses Zeremoniell seit langer Zeit jährlich absolviert. Anders als heute hätten er und seine Mitschüler vor dem Ball keine Tanzstunden genommen. „Da musste das reichen, was wir mal in der Tanzschule gelernt hatten“, sagt der Pädagoge lachend.

In der Gaststätte zum Vosskotten habe seine Stufe den Abschluss der Schulzeit gefeiert. Nach einem kleinen Festessen habe man direkt das Tanzparkett gestürmt. „Beiträge oder ähnliches gab es nicht“, sagt Michael Bertels. Getanzt und gefeiert wurde bis in die frühen Morgen­stunden.

Von der Gaststätte aus habe er bequem zu Fuß nach Hause laufen können. „Das war keine große Entfernung.“ Trotzdem legte er nur allzu gerne mit seiner zukünftigen Frau eine Pause auf einer Parkbank in der Nähe ein. Was die beiden damals dort gemacht haben? Wieder huscht dem Schulleiter ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht. Eine Antwort bleibt er aber schuldig. . .

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