Ehrenamtliche Helfer
Zwei aus dem Alltag

Telgte -

Angefangen hatte alles mit einer Beschwerde. Die Frage stand im Raum, warum denn das Büro von Tourismus + Kultur an den Sonntagen nicht besetzt sei, immerhin würden die Alltagsmenschen gerade an diesem Tag einige Tausend Besucher nach Telgte locken. Die Verwaltung verwies auf mangelnde Personalkapazitäten – und eigentlich wäre hier die Geschichte auch schon zu Ende gewesen, wenn nicht . . .

Dienstag, 28.07.2015, 08:07 Uhr

Hans-Günter Wiegert (l.) und Herbert Niehaus, hier mit Gabi Wilken, gehörten in den vergangenen Wochen zum Team von Tourismus + Kultur.
Hans-Günter Wiegert (l.) und Herbert Niehaus, hier mit Gabi Wilken, gehörten in den vergangenen Wochen zum Team von Tourismus + Kultur. Foto: Meyer

Angefangen hatte alles mit einer Beschwerde . Die Frage stand im Raum, warum denn das Büro von Tourismus + Kultur an den Sonntagen nicht besetzt sei, immerhin würden die Alltagsmenschen gerade an diesem Tag einige Tausend Besucher nach Telgte locken. Die Verwaltung verwies auf mangelnde Personalkapazitäten – und eigentlich wäre hier die Geschichte auch schon zu Ende gewesen, wenn nicht Herbert Niehaus und Hans-Günter Wiegert die Diskussion mitbekommen hätten.

„Die Kritik war ja berechtigt, aber die Stadt konnte man auch verstehen“, lautet Niehaus salomonisches Urteil. Es bedurfte Hilfe von außerhalb, und die kam. „Wir haben uns einfach angeboten“, sagt Hans-Günter Wiegert. Immer im Wechsel übernahmen die beiden, die sich seit Jahrzehnten kennen, sonntags von 11 bis 16 Uhr den Dienst an der Kapellenstraße.

Die beiden kennen sich dabei nicht nur gegenseitig seit Jahrzehnten, sie kennen sich auch in Telgte bestens aus. Über Dekaden waren sie bei der Stadt beschäftigt, Herbert Niehaus als Leiter des Hauptamtes, Hans-Günter Wiegert als Leiter des Bauverwaltungsamtes. „Sie waren für uns ein Glücksfall“, sagt Simone Thieringer und lobt weiter: „Einerseits wissen sie viel über Telgte, andererseits geht es auch darum, ein gutes Klima im Gespräch mit Besuchern zu erzeugen. Auch das können die beiden.“

Doch nicht nur für die Verwaltung waren die zwei ehemaligen Mitarbeiter als ehrenamtliche Helfer ein Gewinn, auch den beiden selber haben ihre Dienste viel Spaß gemacht. „Wir haben deshalb auch das Angebot gemacht, wenn mal wieder eine große Veranstaltung ist, so etwas noch einmal zu machen“, sagt Niehaus, während Wiegert neben ihm schmunzelt.

50 bis 60 Besucher seien an normalen Sonntagen in den Treffpunkt gekommen, akribisch führten die Herren Strichliste. Zuletzt jedoch waren es mehr. „Am vorletzten Sonntag hatte ich keine Zeit mehr für die Liste“, sagt Niehaus und lacht. Und am vergangenen Sonntag waren es gleich rund 180 Besucher, die Kollege Wiegert zu beraten hatte.

Die Besucher, das wissen die beiden zu erzählen, kamen häufig von weit her. „Leipzig, München oder aus dem Ruhrpott – Holländer, Belgier, Schweizer, da war eine ganze Menge dabei“, sagt Niehaus, der gleichzeitig lobt: „Die Arbeit ist uns im Grunde nicht schwergefallen, denn das Büro ist vorbildlich organisiert.“ Lustige Randnotiz: Die beiden sollten nicht nur zu den Alltagsmenschen, sondern auch zur Wohnsituation der Stadt beraten, denn mehrmals seien Leute gekommen, die nach Telgte ziehen wollten.

Hans-Günter Wiegert zieht ob der letzten Wochen ein eindeutiges Fazit: „Uns hat das unendlich viel Spaß gemacht.“ Die beste Erklärung dafür hat vielleicht Simone Thieringer parat, denn dass nicht nur die Ausstellung, sondern auch die Stadt so gut bei den Leuten angekommen sei, sei auch der Verdienst von Niehaus und Wiegert: „Die beiden haben die Stadt über Jahrzehnte mit aufgebaut. Die tolle Resonanz auf Telgte ist auch das Ergebnis ihrer Arbeit.“

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