Privates Engagement für Flüchtlinge
Turbo für das Willkommenshaus

Telgte/Westbevern -

Dr. Bernd Bauer und seine Frau Hilde schalten den Turbo ein, wie es Bürgermeister Wolfgang Pieper etwas flapsig formulierte. Denn das Telgter Paar, das bereits zum Jahreswechsel 50 000 Euro für ein sogenanntes „Willkommenshaus Telgte“ für Flüchtlinge zur Verfügung stellte, will mit einem zweistufigen Plan das Projekt mächtig anschieben.

Samstag, 29.08.2015, 06:08 Uhr

Dr. Bernd Bauer (hinten, 2.v.l.) und seine Frau Hilde (vorne, 3.v.l.) wollen weitere 25 000 Euro für das „Willkommenshaus Telgte“ spenden. Darüber freuen sich Vertreter von Zib und der Stadt.
Dr. Bernd Bauer (hinten, 2.v.l.) und seine Frau Hilde (vorne, 3.v.l.) wollen weitere 25 000 Euro für das „Willkommenshaus Telgte“ spenden. Darüber freuen sich Vertreter von Zib und der Stadt. Foto: Große Hüttmann

„Ich werde jede Spende, die bis Ende 2015 für das Willkommenshaus eingeht, in gleicher Höhe bis zu einem Gesamtbetrag von noch einmal 25 000 Euro verdoppeln“, sagte der Mediziner bei einem Pressetermin in der Zib-Beratungsstelle. Zudem macht sich seine Frau in den nächsten Tagen und Wochen auf den Weg, um Geschäftsleute und Gewerbetreibende von der Bedeutung eines solchen Projektes zu überzeugen und auf diese Weise zusätzliche Spenden zu akquirieren.

Bürgermeister Wolfgang Pieper hatte bereits bei der ersten Spende die Bedeutung des Projektes hervorgehoben. Das sei wichtiger als je zuvor, sagte er mit Blick auf die stetig steigenden Flüchtlingszahlen. Seit Jahresbeginn hat die Stadt bereits rund 100 aufgenommen, in der kommenden Woche sollen weitere Personen, von fünf bis 20 ist die Rede, kommen. Pieper sprach in diesem Zusammenhang von einem kompletten Versagen auf Bundes- und Landesebene. Die Kommunen würden mit dieser Aufgabe schlichtweg im Stich gelassen.

Dr. Bernd Bauer warb für Verständnis für die Flüchtlingssituation. „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir hier im Westen 13 Millionen Menschen aus den Ostgebieten aufgenommen, und damals ging es der deutschen Bevölkerung schlechter als uns heute“, betonte er. „Wenn wir diese Menschen willkommen heißen und unseren Wohlstand mit ihnen teilen, macht uns das nicht ärmer – ganz im Gegenteil“, betonte er.

Er hofft, dass bis zum Jahresende 100 000 Euro für das Projekt zusammengekommen sind, um beispielsweise ein altes renovierungsbedürftiges Haus wieder herrichten zu können. Und, davon ist er überzeugt, „die Flüchtlinge werden ihre Kompetenzen, die sie mitbringen, sicherlich gerne in dieses Projekt einfließen lassen.“ Aktuell sind übrigens bereits knapp 10 000 Euro von anderen Spendern auf dem Sonderkonto eingegangen.

Bei der Vereinigten Volksbank, IBAN DE  07 4016 0050 3500 0019 00, wurde ein Spendenkonto, Stichwort Willkommenshaus“, eingerichtet. 

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