Wohnungsmangel: Verwaltung führt Investoren-Gespräche
Brief an den Bürgermeister

Telgte -

Der größte Wunsch von Anita Meyer hört sich eigentlich gar nicht so spektakulär an. „Eine Wohnung mit einem eigenen Zimmer für meine Tochter“, sagt die 29-Jährige. Doch genau das zu finden, scheint in der Emsstadt mittlerweile – zumindest in einem bezahlbaren Preissegment – ein großes Problem zu sein.

Montag, 09.11.2015, 07:11 Uhr

Wohnungsmangel: Verwaltung führt Investoren-Gespräche : Brief an den Bürgermeister
Anita Meyer sitzt derzeit auf Kisten. Sie sucht mit ihrer Tochter in Telgte eine Wohnung, findet aber keine. Foto: Große Hüttmann

Bereits seit einigen Wochen ist Anita Meyer auf der Suche nach etwas Passendem. Anzeigen hat sie sowohl in der Zeitung als auch im Internet nach eigenen Angaben zahllose gelesen und viel telefoniert. Doch sämtliche Bemühungen verliefen bislang ergebnislos.

Nach dem Umzug von Trier nach Telgte ist sie daher aktuell bei ihrem Bekannten Detlef Wallow eingezogen. „Das ist sehr nett, aber sicherlich kein Dauerzustand“, sagt die Alleinerziehende. Denn im Arbeitszimmer ihres Bekannten stapeln sich Kisten und Körbe, und in der Nachbarschaft in einem Kellerraum konnten die restlichen Habseligkeiten von Anita Meyer vorübergehend untergebracht werden.

In ihrer Not beschritt die 29-Jährige jetzt einen ungewöhnlichen Weg. Sie schrieb einen sechsseitigen, handschriftlichen Brief an Bürgermeister Wolfgang Pieper . Im Detail schildert sie darin ihre aktuelle Situation und die Schwierigkeiten, die sich bislang bei der Wohnungssuche auftaten.

Betrogen fühlt sich die 29-Jährige unter anderem von einem Makler aus Essen, der ihr erst eine Wohnung in Telgte zugesagt habe, dann aber plötzlich behauptete, dass sie selbst das Ganze wieder storniert habe. Zu diesem Zeitpunkt hat die Neu-Telgterin bereits ihre Wohnung in der Nähe von Trier gekündigt und alles für einen Umzug nach Telgte vorbereitet.

„Anschreiben Wohnungssuchender bekomme ich schon mal, aber eher selten“, sagt Bürgermeister Wolfgang Pieper. Er hat sich bereits bei Anita Meyer persönlich gemeldet und die Situation mit ihr erörtert. „Ich versuche, das Problem beheben zu helfen“, sagt Pieper.

Nach Angaben des Ersten Bürgers ist das grundlegende Problem nicht ganz neu. „Knackpunkt ist und bleibt die Verfügbarkeit von passenden Flächen, um insbesondere Mietwohnungsbau zu realisieren“, sagt er. In diesem Fall seien Grundstückseigentümer und Investoren gefordert, denn die Stadt können lediglich die Rahmenbedingungen schaffen. „Wir stehen gerade in jüngster Zeit in Kontakt mit einigen Investoren“, betont er. Doch kurzfristig, das weiß Pieper natürlich, könne das keine Entspannung der Situation bringen.

Und so müssen Anita Meyer und ihre dreijährige Tochter Viktoria weiter hoffen, dass ihr Wunsch doch noch in Erfüllung geht. . .

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