Sissi Perlinger im Bürgerhaus
Drei Männer für ein Halleluja

Telgte -

Die Künstlerin beschäftigte sich in ihrem Programm „Ich bleib dann mal jung“ ausgerechnet mit dem Älterwerden.

Sonntag, 22.05.2016, 13:05 Uhr

Sissi Perlinger lieferte im Bürgerhaus amüsante Tipps zum Älterwerden.
Sissi Perlinger lieferte im Bürgerhaus amüsante Tipps zum Älterwerden. Foto: Engels

Sissi Perlinger ist in der Vergangenheit als Callas des Comedy-Pop und Kaiserin der gehobenen Lachkultur bezeichnet worden. Solche Lorbeeren bekommt man nicht umsonst verliehen. Dass bewies die sympathische Künstlerin am Freitagabend im Bürgerhaus mit einer Show, die an Niveau und Unterhaltungspotenzial so schnell nicht zu überbieten ist. Gemäß ihres Mottos „Getting old isn‘t for Sissies“ bot sie einen permanenten Angriffen auf die Lachmuskulatur des begeisterten Publikums und verpackte dabei ein so ernstes Thema wie das Älterwerden in ein wunderbar lebendiges Gewand.

Ob mit Plüsch-Rollator oder im farbenprächtigen Senioren-Gewand, Perlinger machte auf der Bühne eine gute Figur. Mit ihrem Feuerwerk kabarettistischer Spitzfindigkeiten konnte sie jeder Situation im Leben der Generation 70 plus mitreißende Köstlichkeiten abgewinnen. So plauderte sie süffisant aus dem Nähkästchen ihrer Seniorenerfahrungen, selbst die Vergesslichkeit im Alter erschien da in einem ganz liebenswerten Bild. „Man muss sich eben etwas mehr beeilen, wenn man sein Ziel erreichen will, sonst hat man es auf dem Weg dahin schon vergessen.“

Auch ihr Verhältnis zur Polizei hat sich anscheinend mit dem „Alter“ geändert. Wenn sie das Geld für ein Taxi sparen möchte, dann spreche sie die Helfer in Uniform einfach an und tue so, als wenn sie leicht verwirrt nicht mehr wisse, wo ihr Zuhause sei. Dann wird sie im Polizeiwagen standesgemäß und ohne irgendwelche Kosten kutschiert.

Mit ihren Liedern und Plaudereien bot sie einen erfrischenden Abend. Die schönen Seiten des Lebens erschienen bei der theatralisch agierenden Sissi Perlinger in einem Bild, das mit Akribie gemalt war. Vom derben Witz bis zur existenziellen Anspielung spielte sie virtuos auf der Klaviatur des mit bitterbösem Humor getränkten Kabaretts. Manche ihrer Tipps kann man bedenkenlos übernehmen: Warum sollte man zum Beispiel „Kernsanieren, wenn man auch Verputzen kann“? Als gestandene 68-erin Marlene Schickelgruber zeigte sie, wie das Zukunftsmodell für Menschen mit 78 aussehen kann. Ihre Vision fürs Alter: Sie braucht dafür lediglich drei Männer zum Glück – einer putzt, einer kocht und einer spült ab.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4022306?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F4852589%2F4852597%2F
Nachrichten-Ticker