Der neue Marktmeister Stefan Reiser
Volksfest liegt ihm im Blut

Telgte -

Er ist jung, hat eine wichtige Aufgabe und in den kommenden Tagen viel zu tun.

Samstag, 10.09.2016, 06:09 Uhr

Die Ruhe vor dem Sturm: Der neue Marktmeister Stefan Reiser mag den Volksfest-Trubel. Ab heute gibt es den wieder in Telgte.
Die Ruhe vor dem Sturm: Der neue Marktmeister Stefan Reiser mag den Volksfest-Trubel. Ab heute gibt es den wieder in Telgte. Foto: Meyer

Sein Handy stehe seit Anfang der Woche kaum still, erzählt Stefan Reiser , während neben ihm jemand Holzbalken aus einem LKW wuchtet. Der 23-jährige Verwaltungsmitarbeiter ist der neue Marktmeister der Kirmes und damit auch des Mariä-Geburtsmarkts . Dabei schlägt er sich eigentlich als Mitarbeiter des Fachbereichs Bauen mit Gesetzestexten rum. Beim Gang über die im Aufbau befindliche Kirmes schmunzelt er und sagt: „Das hier, das ist eine ganz andere Welt.“

Eine gewisse Liebe zu Volksfesten , das gibt Stefan Reiser unumwunden zu, stecke einfach in ihm. Mit Freunden besuche er seit Jahren regelmäßig das Oktoberfest in München. „Ich mag das einfach“, sagt Reiser, der im Alter von 16 Jahren seine Ausbildung in der Verwaltung begann.

Doch als Marktmeister steht nicht das Feiern an erster Stelle. Um genau zu sein, es steht an keiner Stelle. Für Reiser ist die Organisation viel Arbeit. „Noch mehr, als ich gedacht hätte“, gesteht er achselzuckend und lächelt wieder. Im vergangenen Jahr habe er seinen Vorgänger, Andreas Pier , bei der Arbeit geholfen. „Da waren die Aufgaben eben verteilt“, sagt Reiser.

Nun aber ist der Telgter allein oder besser hauptverantwortlich. Eine Belastung? Nein. „Ich wollte gerne nach draußen und den Kontakt mit Menschen“, sagt Reiser, der darauf verweist, dass dieser Kontakt nicht nur über die Kirmeszeit herrsche. Dem einen oder andern Schausteller, den man schon lange kenne, besuche man auch durchaus mal auf Veranstaltungen in der Umgebung. „Das gehört einfach dazu“, sagt Reiser wie selbstverständlich.

Die eigentliche Arbeit steht aber natürlich dieser Tage an. Und da kamen gleich mal einige Probleme auf den Marktmeister zu. Drei kurzfristige Absagen gab es, darunter unter anderem das in dieser Woche noch angekündigte Laufgeschäft „Crazy Outback“. Zwar gebe es immer viele, die noch auf den letzten Drücker einen Platz auf dem Platz haben wollten. Doch beim Ersatz müsse es eben passen. „Ich kann nicht acht Crêpe-Stände hierhin holen, dann heißt es danach nur, in Telgte könne man nichts verdienen“, achtet Reiser auch auf die Interessen der Schausteller und Budenbetreiber.

Für das „Crazy Outback“ hat Reiser ein anderes Laufgeschäft kurzfristig akquirieren können. „Wäre ja auch blöd, wenn man plötzlich 30 Meter Lücke hat“, sagt er. Ansonsten sei vieles aber auch reibungslos verlaufen. Viele Schausteller seien auf der Telgter Kirmes alteingesessen. „Die wissen Bescheid“, sagt Reiser. Die anderen rufen bei ihm an – auch schon mal erst um 22 Uhr. „Das ist ganz normal“, winkt Stefan Reiser ab. Kein 8 bis 17 Uhr- Job. Eben eine andere Welt. Die Kirmes wird heute um 15 Uhr eröffnet, ab 15.15 gibt es eine Viertelstunde Freifahrten. Am Dienstag ist Familientag.

► Am Mittwochabend hat es einen Zwischenfall zwischen wei Schaustellern gegeben. Dabei ist es zu einer Körperverletzung gekommen. Einer der Schausteller wurde von der Polizei für eine Nacht auf die Wache gebracht. „Die übrigen Schausteller distanzieren sich ausdrücklich“, so Susanne Fuhlrott von der Verwaltung.

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