Offizieller Empfang im Rathaus
„Es gehört dazu, zu helfen“

Telgte -

400 Jahre Mariä-Geburtsmarkt waren Anlass genug, auch andere, gesellschaftlich wichtige Fragen zu erörtern.

Mittwoch, 14.09.2016, 06:09 Uhr

Zahlreiche Ehrenamtliche und Offizielle folgten der Einladung von Bürgermeister Wolfgang Pieper zum traditionellen offiziellen Empfang der Stadt Telgte. Mit dabei war Landrat Dr. Olaf Gericke.
Zahlreiche Ehrenamtliche und Offizielle folgten der Einladung von Bürgermeister Wolfgang Pieper zum traditionellen offiziellen Empfang der Stadt Telgte. Mit dabei war Landrat Dr. Olaf Gericke. Foto: Biniossek

Der offizielle Empfang im Rathaus mit anschließendem Gang über den Mariä-Geburtsmarkt hat eine lange Tradition. In diesem Jahr begrüßte Hausherr Wolfgang Pieper nicht nur zahlreiche Offizielle, sondern hatte vor allem Betreuer und Lehrer der Flüchtlingshilfe eingeladen. „Menschen und deren ehrenamtliches Engagement zu würdigen, ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagte der Bürgermeister. Zugleich sei das die Gelegenheit, auf deren Arbeit hinzuweisen. „Sie haben nach der Flüchtlingswelle angepackt. Deshalb sage ich im Namen der Stadt Danke. Ihre Arbeit wird hier Wert geschätzt.“

In seinen Dank schloss der Erste Bürger seine Mitarbeiter ein. „Unserer Stadt wurden in 2015 über 400 Menschen zugewiesen. Die Verwaltung war im Krisenmodus. Dennoch ist es gelungen, diese Menschen dezentral unterzubringen.“ Diese Aufgabe habe in alle Fachbereiche hineingereicht, vom Sozialamt bis zum Bauamt, so Pieper im Rückblick. „Natürlich gibt es Probleme, wenn Menschen unterschiedlicher Kulturkreise und Religionen zu uns kommen. Aber dennoch hat das Willkommen überwiegend funktioniert.“ Die Aufgabe, vor allem die der gelingenden Integration, sei aber noch nicht beendet.

Deutliche Worte fand Pieper für rechtspopulistische Tendenzen, die in Deutschland angesichts der Asylsuchenden zunähmen. „Ich finde diese Diskussionen beschämend, wenn Ängste geschürt werden“, so der Erste Bürger. Es sei wichtig, dass die Politik auf die Dinge schaue und Ängste der Bürger ernst nähme. „Es gehört aber auch dazu, den zu uns gekommenen Menschen ein Gesicht zu geben, sie ernst zu nehmen und zu helfen.“ Die gelänge unter der Mithilfe der Ehrenamtlichen, richtete er noch einmal seinen Dank an das Team um Zib-Vorsitzenden Arnold Michels .

Zuvor hatte Wolfgang Pieper auf die Tradition des Mariä-Geburtsmarktes zurückgeblickt. „Es ist jetzt genau der 400. Markt.“ Im Jahr 1616 sei ein sogenannter Hauptmarkt, der zu Martini in Telgte stattgefunden hatte, auf Mariä Geburt gelegt worden. „Dieser Markt hatte eine andere Bedeutung als heute, er war für die Bevölkerung aus Telgte und der Umgebung lebenswichtig.“ 1865 seien neben dem Handel unter anderem mit Hanf 1670 Pferde aufgetrieben worden, wusste Pieper aus der Geschichte zu berichten. Hinzu seien Kleinvieh wie Hühner und Esel zum Verkauf gestanden. „Der Markt wurde schließlich zu groß und wurde 1888 vom Montag auf den Dienstag verlegt, weil der Auftrieb, der bereits einen Tag zuvor begann, nicht auf dem Sonntag liegen sollte. Der „stille Montag“ wurde schließlich 1966 abgeschafft, 1972 kam dann nach einem Ratsbeschluss der Kirmessamstag hinzu. Und letztlich wurde der Mariä-Geburtsmarkt um das Reit- und Springturnier des RFV Westbevern erweitert.

Grußworte richtete an Festaktbesucher, darunter von den Kirchengemeinde Propst Dr. Michael Langenfeld und Pfarrerin Sabine Elbert, Landrat Dr. Olaf Gericke. „Ich komme gerne hierher. Der Telgter Mariä-Geburtsmarkt ist im Kreis einer der Schönsten.“

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