Abschluss der Wallfahrtssaison
Vielfaches Lob

Telgte -

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einer Lichterprozession wurde am Samstagabend die Wallfahrtssaison in Telgte beschlossen. Zehntausende kamen in den vergangenen Monaten zum Gnadenbild.

Samstag, 29.10.2016, 19:10 Uhr

Mitglieder der Bäcker-, Metzger- und Brauergilde trugen das Gnadenbild nicht nur von der Kirche in die Kapelle, sondern auch bei der anschließenden Lichterprozession durch die Stadt.
Mitglieder der Bäcker-, Metzger- und Brauergilde trugen das Gnadenbild nicht nur von der Kirche in die Kapelle, sondern auch bei der anschließenden Lichterprozession durch die Stadt. Foto: Große Hüttmann

Das Lob kam aus berufenem Mund: „Ich weiß, dass Sie an der Muttergottes im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu tragen haben, aber seien sie sicher: Die Muttergottes wird auch sie tragen“, sagte Erzbischof Dr. Werner Thissen am Samstagabend an die Mitglieder der Bäcker-, Metzger- und Brauergilde gerichtet, die seit Jahrhunderten das Wallfahrtsbild bei verschiedenen Gelegenheiten tragen.

Der emeritierte Erzbischof von Hamburg beschloss mit einem feierlichen Gottesdienst und einer anschließenden Lichterprozession durch die Altstadt die diesejährige Wallfahrtszeit. Zehntausende kamen in den vergangenen Monaten wieder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus in die Emsstadt, um vor dem Gnadenbild innezuhalten und vielfach Trost zu finden.

Doch nicht nur den Mitglieder der Gilde sprach Thissen ein dickes Lob aus. „Mit großer Freude blicke ich heute Abend hier in der Kirche in die Runde und sehe das große ehrenamtliche Engagement etwa der vielen Messdiener, des Chores und des Orchesters sowie der Vereine, die hier mit Fahnen vertreten sind“, sagte er. Als ehemaliger Bischof eines Bistums in der Diaspora wisse er dieses alles sehr schätzen, betonte Thissen.

Nach dem Schlusssegen ging Thissen zudem eigens zwischen die Gläubigen und sagte: „Ich vermute, Sie wissen es bereits. Aber ich sage es trotzdem. Sie haben es total schön hier in Telgte .“

In seiner Predigt beleuchtete der emeritierte Erzbischof die Frage „Wer bin ich vor Gott?“ aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei unterstrich er, dass es für einen Christen wichtig sei, eine echte Beziehung zu Gott aufzubauen, das könne, unter anderem im Gottesdienst, aber auch durch das Mittun in der Gemeinde und ihren Gruppierungen geschehen. „Wir können zwar nicht der ganzen Welt helfen, haben aber als Christen etwa durch unsere kirchlichen Hilfswerke die Möglichkeit, an vielen Stellen zu helfen“, sagte er.

Der bekennende HSV-Fan, der regelmäßig auf der Tribüne die Spiele der Kicker anschaut, ging auch auf das Thema Glücklichsein ein und konnte sich in seiner Predigt einen Schlenker zu seiner Lieblingsmannschaft nicht verkneifen. „Die Hamburger werden leider von Bundesligaspiel zu Bundesligaspiel unglücklicher“, sagt er und erntete dafür ein hundertfaches Grinsen in der fast voll besetzten Kirche.

Propst Dr. Michael Langenfeld hatte in seiner Begrüßung die Verbindung Thissens nach Telgte hervorgehoben. Auch als Erzbischof von Hamburg machte sich der Geistliche jedes Jahr mit Freunden zu einer Fußwallfahrt von Münster nach Telgte auf, um vor dem Gnadenbild zu beten.

Ein neues Gesicht in der Kirchengemeinde konnte der Propst am Samstagabend ebenfalls begrüßen: Benediktinerpater Ephrem aus Indien nahm erstmalig am Gottesdienst teil. Er ist seit dem Wochenende in Telgte und will zusammen mit zwei anderen Brüdern, die in den nächsten Monaten folgen, einen kleinen Konvent gründen.

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