Krippe eines Telgter Künstlers
Der Weg wird zum Stern

Telgte -

Die Stadt Bethlehem hat Christoph Düsterhues in Stein gemeißelt, zudem das weihnachtliche Geschehen.

Dienstag, 27.12.2016, 06:12 Uhr

Die Stadt Bethlehem hat Christoph Düsterhues links und rechts neben dem breiten Weg in Stein gemeißelt. Ganz unten sind die Häuser deutlicher zu erkennen. Mitten durch die Stadt führt ein breiter Weg, der zum Stern wird. Auf ihm zu sehen? Die Heilige Familie, die niemand aufnehmen will, in einer winzigen Hütte.
Die Stadt Bethlehem hat Christoph Düsterhues links und rechts neben dem breiten Weg in Stein gemeißelt. Ganz unten sind die Häuser deutlicher zu erkennen. Mitten durch die Stadt führt ein breiter Weg, der zum Stern wird. Auf ihm zu sehen? Die Heilige Familie, die niemand aufnehmen will, in einer winzigen Hütte. Foto: Bettina Laerbusch

Wer das Religio betritt und sich links hält, sieht die Skulptur von Christoph Düsterhues nicht im allerersten Moment, aber im zweiten. Sie steht schräg gegenüber dem Eingang, man läuft unweigerlich auf sie zu. Es wahnsinnig schwierig, diese Arbeit aus grauem Stein zu fotografieren. Es ist wie bei manchen Menschen: Sie haben real einen anderen Ausdruck, als es die Kamera widerzuspiegeln vermag. Christoph Düsterhues, der Bildhauer und Steinmetz aus Telgte , der den Betrieb in Telgte von seinem Vater übernommen hat, lächelt. Dieser Fakt scheint ihn weitaus weniger zu stören als die Fotografin. „Jetzt Tageslicht und die Staue nach draußen tragen – das wär‘s“, wünscht sie sich.

Diasbas heißt der Stein, den der junge Bildhauer, geboren 1985, verwendet hat. Ganz unten sind links und rechts neben einem Weg viele Rechtecke zu sehen. Wer sich Zeit nimmt, den Alltag vergisst und sich einlässt, der erkennt Häuser in ihnen. „Eine Stadt wird angedeutet“, so drückt es Düsterhues selber aus. Der schon beachtlich breite Weg geht über in einen noch deutlich größeren, imposanten Stern. Es ist der Stern über Bethlehem . Genau so lautet auch der Titel der Skulptur. Und auf dem Stern – ganz klein, in einer kleinen Hütte – sind sie zu sehen: Maria, Josef und das Kind.

Wie lange hat Christoph Düsterhues an diesem, an seinem Beitrag zur Krippenausstellung 2016, gearbeitet? Er kann Tage oder gar Stunden nicht beziffern. Warum auch? Überdies: Seine normale Arbeit ging weiter, zwischendurch hat er sich immer wieder an die Skulptur gewagt. Sie ist nicht das erste Exponat, das der Telgter für die Krippenausstellung geschaffen hat. Es sei gerade in der Steinmetz-Lehre gewesen, erzählt Christoph Düsterhues, als ihn der langjährige Museumsleiter Dr. Thomas Ostendorf gefragt habe, ob er Lust habe, dabei zu sein. Christoph Düsterhues hatte.

Und er wird an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch 2017 eine Arbeit zur Krippenausstellung fertigen. „Mit dem Ende eine Ausstellung beginnt das Nachdenken“, sagt Düsterhues ruhig, unaufgeregt, zurückhaltend – das Nachdenken über eine neue Krippe , eine neue Skulptur, ein neues Kunstwerk für die dann 77 Krippenausstellung in Telgte.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4521177?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F4852589%2F4852590%2F
Starker Anstieg der Mäusepopulation im Münsterland
Rötelmäuse wie diese übertragen das Hantavirus.
Nachrichten-Ticker