Vortrag zum Gnadenbild von Marita Schlüter
Genauso bedeutend wie das Stiftskreuz

Telgte -

Seit 13 Jahren kümmert sich Marita Schlüter ums Gnadenbild – begutachtet und bessert aus, wo es nötig ist. In einem Vortrag waren nun viele Details ihrer Arbeit und über das Gnadenbild selbst zu hören.

Donnerstag, 02.03.2017, 07:03 Uhr

Über das Telgter Gnadenbild aus restauratorischer Sicht referierte Marita Schlüter.
Über das Telgter Gnadenbild aus restauratorischer Sicht referierte Marita Schlüter. Foto: Reinker

Wer Fragen zum Telgter Gnadenbild hat, der ist bei Marita Schlüter genau richtig. Denn die Restauratorin betreut und wartet die Pietà seit 2004. Darüber, wie ihre Arbeit aussieht und was Kollegen in den vergangenen Jahrzehnten über die Schmerzhafte Muttergottes herausfanden, berichtete Schlüter am Dienstagabend im Rahmen der Vortragsreihe der Wallfahrtsgilde.

„Sie beobachtet das Gnadenbild mit Argusaugen, damit es auch in 100 Jahren noch besucht werden kann“, lobte Dr. Anja Schöne, Leiterin des Museums Religio, die Restauratorin. Sie freute sich, dass der Vortrag „Fragile Schönheit unter Ruß“ im Religio mit etwa 40 Besuchern gut besucht war.

Einmal im Jahr stattet Marita Schlüter dem Gnadenbild einen mehrstündigen Besuch ab. „Es ist eine Art Check“, erzählte sie. Es wird der Zustand im Vergleich zum Vorjahr überprüft, etwa ob sich Schichten gelockert haben oder es Abplatzungen gegeben hat. Zudem inspiziert Schlüter unter anderem die Veränderungen an den gekitteten Stellen. Die Mängel entstehen etwa durch den Klimawechsel oder auch den Ruß der Kerzen. „Am Schlimmsten sind aber die Erschütterungen, wenn sie bewegt wird“, berichtete die Fachfrau. „Es liegt auch am Material“, fügte sie hinzu. „Die Schichten muss man sich wie eine Art Blätterteig vorstellen.“

Im Rahmen ihrer Wartung entstaubt Marita Schlüter die plastische Darstellung sorgfältig und mit größter Vorsicht und injiziert Leim in die gelockerten Schichten. „Die Herausforderung dabei ist, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig zu machen“, erläuterte sie. „Es ist für mich ein sehr spannendes Projekt,“ sagte die Everswinkelerin. „Es ist das bedeutendste Gnadenbild im Münsterland , was das Wallfahrtswesen anbelangt.“ Der ideelle Wert der Pietà für Telgte könne mit dem Stiftskreuz für die Stadt Borghorst verglichen werden.

Das Gnadenbild gibt noch etliche Fragen auf. Voraussichtlich können einige davon in Zukunft beantwortet werden, denn eine umfassendere Inspektion gemeinsam mit weiteren Spezialisten ist angedacht.

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