Besondere Vertretung bei LesArt
Fünf Männer im Buchladen

Telgte -

Fünf Herren haben am Wochenende für einen Tag eine Frauenbastion übernommen: die Buchhandlung LesArt. Unterstützung gab es von einem, den die ganze Nation kennt.

Montag, 13.03.2017, 06:03 Uhr

Norbert Woestmeyer, Christian Nachtigäller, Hans Ahrens, Manne Spitzer und Seppl Nolle übernahmen die Buchhandlung LesArt, und versuchten auf ihre eigene Art, die Wünsche der Kunden zu erfüllen.
Norbert Woestmeyer, Christian Nachtigäller, Hans Ahrens, Manne Spitzer und Seppl Nolle übernahmen die Buchhandlung LesArt, und versuchten auf ihre eigene Art, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Foto: Bernd Pohlkamp

Ein schöneres Geburtstagsgeschenk zum zehnten Jahrestag ihrer Buchhandlung LesArt hätte sich Inhaberin Walburga Westbrook kaum vorstellen können. Fünf Männer übernahmen für einen Tag ihre Rolle und die ihrer vier Mitarbeiterinnen in der Buchhandlung: als Verkäufer, Berater, Servicekraft und Kassierer. Die Damen mit Walburga Westbrook kamen so in den Genuss eines ganztägigen Betriebsausfluges.

Bei der Schlüsselübergabe kurz vor Geschäftsbeginn am Samstagmorgen war sich die Inhaberin sicher: „Das schafft ihr!“ Sekunden später hatte Norbert Woestmeyer die Schlüsselgewalt inne – das Team in seinem Rücken: Manne Spitzer, Hans Ahrens, Christian Nachtigäller und Seppl Nolle. Nach einem kurzen Briefing startete die Herrenriege mit deutlich sichtbarer Vorfreude.

„Beratung, Bestellungen aufnehmen, Bücher einsortieren, Bücher als Geschenk verpacken und Bücher abkassieren.“ Als nicht so einfach wie das klingt, stellte sich das schnell heraus. Da war es praktisch, dass mit Bernard Dietz erstmal ein Überraschungsgast da war, der die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Duisburgs mittlerweile 68-jährige Fußball-Legende, Kapitän der Europameistermannschaft 1980, erzählte aus seinem Leben, aufgeschrieben in einem Buch, das an diesem Tage als Sonderausgabe in der Buchhandlung erhältlich war: „Ennatz Dietz, vom Straßenfußballer zum Nationalspieler.“

Norbert Woestmeyer entlockte dem Drensteinfurter so manche Erinnerung und sein Erfolgsrezept: Kameradschaft, Teamgeist, Mut und Leidenschaft empfiehlt Dietz alle jenen, die es auf dem richtigen Weg zu etwas bringen möchten. Während der Plauderstunde erschien auch ein ehemaliger Telgter Zahnarzt und outete sich dem Gast als langjähriger Fan.

Viel Lob also, aber nur wenig Zeit, denn Dietz musste von Telgte aus direkt nach Duisburg, um – na klar – eine Ehrung entgegenzunehmen. Ungebrochen ist sein Ruhm bei den Zebras.

Und schließlich mussten ja nicht nur Geschichten erzählt, sondern auch Bücher verkauft werden. Ganz so einfach war das nicht, denn de Besucher, die am Samstag die Buchhandlung an der Kapellenstraße betraten, wunderten sich natürlich über das Männerpersonal. Doch nach ihrer Erklärung mussten die Herren ihr Fachwissen zeigen, da war es dienlich, dass einige von ihnen mit Büchern vertraut sind und selber Lesungen halten. Während Hans Ahrens dafür sorgte, dass es auch an der Kasse professionell zuging. Schnell wurde klar, die Männer werden nicht geschont, wer da im Laden als Verkäufer sich zeigt, der muss Ahnung haben – Punkt. Wünsche wurden geäußert, Fragen gestellt, Buchempfehlungen gefordert und Bestseller besprochen. Ergebnis? Die Neuerscheinung „Elefant“ von Martin Suter war am Ende des Tages vergriffen.

Zugegeben, ein wenig hilfreich war es schon, dass die Damen zuvor alles so fein vorbereitet hatten. Da blieb für Norbert Woestmeyer sogar noch Zeit, zwischendurch das Fahrrad einer Kundin zu reparieren.

Mit viel Charme, Herzblut und Leidenschaft schafften es die fünf Männer als Pendant zum sonst sehr weiblichen LesArt-Charme zu überzeugen. Das zeigte sich auch an der Dame, die mit zwei Büchern aus der Buchhandlung ging, eigentlich aber nur eine Postkarte kaufen wollte.

Die Männer indes lernten so den Zauber einer Buchhandlung kennen, die Vielfalt der Literatur und die Vielfalt der Wünsche und Ziele der Kunden, die an diesem Samstag in der Buchhandlung stöberten.

Als Feierabend war, zeigten sich die fünf Männer mit ihrem Tagwerk zufrieden. Mehr noch, man habe einen anderen Blick auf die Dinge bekommen. Einiges aus der Welt der Bücher zeige sich nun in einem ganz neuen Licht, waren sich Woestmeyer, Spitzer, Nolle, Nachtigäller und Ahrens einig.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4698649?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F4852585%2F4852586%2F
Nachrichten-Ticker