Feuerwehr-Satellitenwache
Anlieger verhindern Gerätehaus

Telgte -

Gegen den Bau eines kleinen Feuerwehrgerätehauses am Rande eines allgemeinen Wohngebietes in Telgte haben drei Anlieger vor dem Verwaltungsgericht Münster einen Sieg errungen. Einsätze in Notfällen seien unproblemtisch, nicht aber sämtliche anderen Immissionen, vor allem in den Nachtstunden. Stadt und Kreis wollen in Berufung gehen.

Mittwoch, 05.04.2017, 17:51 Uhr aktualisiert: 05.04.2017, 18:49 Uhr
Bauarbeiten werden auf dem Parkplatz an der Ostbeverner Straße/Ecke Einener Straße für einen Satellitenstandort der Feuerwehr vorerst nicht stattfinden.
Bauarbeiten werden auf dem Parkplatz an der Ostbeverner Straße/Ecke Einener Straße für einen Satellitenstandort der Feuerwehr vorerst nicht stattfinden. Foto: Große Hüttmann

Der Kreis Warendorf als Baugenehmigungsbehörde und damit auch die Stadt Telgte haben bezüglich des geplanten Satellitenstandortes der Feuerwehr auf dem Parkplatz an der Einener-Straße/Ostbeverner Straße vor dem Verwaltungsgericht Münster eine Niederlage erlitten. Der Klage von insgesamt drei Anliegern wurde am Mittwoch stattgegeben, die bereits vor einiger Zeit ausgesprochene Baugenehmigung ist damit gekippt.

Im Notfall muss der Lärm geduldet werden

Eindeutiger Knackpunkt in der mehr als zweistündigen Verhandlung waren die Lärmimmissionen in den Nachtstunden. Als immissionsrechtlicher Sicht unproblematisch sah die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Dr. Andreas Middeke hingegen das Ausrücken der Feuerwehr im Notfall an. Das müsse von den Anliegern geduldet werden. Allerdings, das wurde ebenfalls deutlich, seien für alle weiteren vom Gerätehaus ausgehenden Immissionen nicht die Lärmwerte für ein Mischgebiet, wie es im Bereich des Pizza-Pavillons ausgewiesen ist, sondern für ein allgemeines Wohngebiet, das wiederum in nordwestliche Richtung angrenzt, zu berücksichtigen. Darauf hatten die Kläger auch abgehoben. In seinen Lärmberechnungen hatte der Kreis indes die Werte für ein Mischgebiet zugrunde gelegt.

Maßnahmen zur Lärmreduzierung angedacht

Die bereits von der Stadt angedachten Maßnahmen zur Lärmreduzierung, unter anderem eine Bedarfsampel für die Feuerwehr sowie die weitgehende Vermeidung von Rangierfahrten nach den Einsätzen, sah das Verwaltungsgericht zwar als sinnvolle Maßnahmen an. Im Endeffekt sei das aber nicht genug, ließ Richter Dr. Andreas Middeke durchblicken, als er versuchte, beide Parteien kurz vor Ende der Verhandlung zu einem Kompromiss zu bewegen. Eine Lärmschutzwand zum benachbarten Mehrfamilienhaus und getrennte Ein- und Ausfahrten für die Wehr seien weitere Punkte, die dazu dienen könnten, Unmut bei den Anliegern zu vermeiden.

Gerätehäuser neben allgemeinen Wohngebieten unmöglich?

Zu einem Kompromiss kam es übrigens nicht, da der Eigentümer des angrenzenden Mehrfamilienhauses über seinen Anwalt auf ein Urteil und keine Nachbesserungen drängte.

Sowohl die Stadt als auch der Kreis haben sich direkt nach der Bekanntgabe des Urteils darauf verständigt, Berufung einzulegen. Denn, das machte Bürgermeister Wolfgang Pieper deutlich, es gehe auch um die negative Signalwirkung, die von einer solchen Entscheidung landesweit ausgehe und letztlich nur dazu geeignet sei, Gerätehäuser neben allgemeinen Wohngebieten auf Dauer unmöglich zu machen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4750404?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F4852585%2F4894354%2F
Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Großbrand am FMO: Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Nachrichten-Ticker