Interview
Klimamanager Marco Imberge: „Gesund, günstig und macht Spaß“

Telgte -

Nach der Vergleichsfahrt sprach unser Redaktionsmitglied Andreas Große Hüttmann mit dem städtischen Klimaschutzmanager Marco Imberge über das Ergebnis.

Freitag, 09.06.2017, 17:06 Uhr

Marco Imberge wirbt als Telgtes Klimamanager für mehr Fahrrad- statt Autofahren.
Marco Imberge wirbt als Telgtes Klimamanager für mehr Fahrrad- statt Autofahren. Foto: Große Hüttmann

Herr Imberge , hat Sie das Ergebnis der Vergleichsfahrt E-Bike versus Auto im Berufsverkehr nach Münster überrascht?

Marco Imberge: Nein. Denn mir war klar, dass die Fahrzeit mit dem E-Bike unter diesen Bedingungen völlig konkurrenzfähig zur Autofahrt ist. Ich würde sogar sagen, dass man mit dem E-Bike normalerweise noch vor dem Auto am Ziel gewesen wäre, da das Auto bei dieser Fahrt auffällig wenig im Stau gestanden hat. Überrascht hat mich dagegen der „Wohlfühlfaktor“ des Radfahrens. Das Fahren – insbesondere entlang einer schönen Strecke wie dieser – ist Berufsweg und Erholung zugleich. Und das tägliche Sportprogramm hat man auch direkt miterledigt.

Beim Thema Velorouten nach Münster tut sich einiges. Wie ist der aktuelle Stand?

Imberge: Die Stadt Münster und die umliegenden Kommunen arbeiten als Stadtregion gemeinsam an diesem Thema. Insofern wird ein koordinierter Ansatz auf einer höheren Ebene verfolgt. Es findet ein intensiver Austausch der beteiligten Akteure statt, die sich auf den bevorzugten Ausbau von fünf der insgesamt 13 stadtregionalen Velorouten verständigt haben. Die von uns nun beispielhaft befahrene Strecke ist eine dieser priorisierten Routen. Schließlich sind dann auf den Routen bestimmte Ausbaustandards wie Wegbreiten und Markierungen sowie eine entsprechende Unterhaltung mit zum Beispiel Winterdienst vorgesehen.

Wagen Sie eine Blick in die Zukunft: Was wird sich Ihrer Meinung nach verändern?

Imberge: NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hat vergangenen Sommer gesagt: „Wir werden eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 schaffen. Aber auf zwei Rädern, nicht auf vier.“ Denn E-Bikes sind aktuell und wohl auf absehbare Zeit die Zugpferde der Elektromobilität. Im Gegensatz zu E-Autos machen sie nämlich alles richtig: E-Bikes sind auch verhältnismäßig günstig zu bekommen, haben passende Reichweiten und sind unproblematisch aufzuladen. Im Sinne des Umweltschutzes sollte dies natürlich mit Ökostrom erfolgen. Grundsätzlich müssen das Verkehrsaufkommen an sich und die Emissionen des Verkehrs (z.B. CO², Stickoxide) dringend reduziert werden, was wohl im Wesentlichen durch Veränderungen in der Technik und im Nutzerverhalten geschehen wird. Und genau hier setzen die Velorouten an, die den Umstieg auf das Fahrrad im Alltag fördern sollen. Dazu ist dann zwar die entsprechende Infrastruktur zu schaffen, aber man muss sich nur einmal vor Augen führen, wie platzsparend ein Fahrrad im Gegensatz zu einem Auto ist. Darüber hinaus hat das Radfahren aber noch mehr Vorteile: es ist gesünder, günstiger, umweltfreundlicher und unter den richtigen Bedingungen schneller. Und es macht auch noch mehr Spaß!

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