Schülerströme in Telgte
Radfahren in Wild-West-Manier?

Telgte -

In Fünfer-Reihen nebeneinander und ohne Rücksicht auf Verluste? Das ist nach Meinung etlicher Bürger vor allem mittags in Telgte gegeben, wenn die Schüler vom Schulzentrum nach Hause fahren.

Samstag, 15.07.2017, 06:07 Uhr

Ein durchaus gewohntes Bild am Schulzentrum: Mehrere Schüler fahren mit ihren Rädern nebeneinander her. Ein Teil von ihnen nimmt es dabei nach Ansicht von Klaus Balzer mit den Verkehrsregeln nicht so genau.
Ein durchaus gewohntes Bild am Schulzentrum: Mehrere Schüler fahren mit ihren Rädern nebeneinander her. Ein Teil von ihnen nimmt es dabei nach Ansicht von Klaus Balzer mit den Verkehrsregeln nicht so genau. Foto: Christin Schulze Westhoff

Klaus Balzer wird deutlich: „So ein Verhalten gefährdet alle anderen Verkehrsteilnehmer“, sagt der Pensionär. Der Telgter meint damit die Schülermassen, die vor allem mittags vom Schulzentrum kommend teilweise in „Wild-West-Manier“ nach Hause fahren würden. Vier und fünf Radler nebeneinander seien dabei keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

Balzer beschäftigt das Thema intensiv, er hat diesbezüglich zahlreiche Beobachtungen ausgewertet und spricht von „etlichen brenzligen Situationen“, unter anderem am Telgter Ei. Bereits mehrfach habe er zudem vor allem auswärtige und ältere Autofahrer gesehen, die angesichts der wild fahrenden Schülermassen notgedrungen angehalten hätten, bis der Spuk vorübergewesen sei. „Da muss endlich etwas getan werden“, sagt Balzer.

„Wir haben bereits eine Menge getan“, sagt dagegen Thomas Riddermann , Leiter des Fachbereichs Ordnungswesen, auf WN-Anfrage. Vor dem Schulzentrum sei seit langer Zeit eine Tempo 30-Zone ausgeschildert worden. Eine weitere Maßnahme sei das Aufstellen von Schildern mit dem Hinweis „Querende Kinder“ gewesen, genauso wie die Installation von Fahrbahnschwellen in den Bereichen, in denen sich gerade zu den Stoßzeiten Autofahrer und Radler in die Quere kommen könnten. Ein ganz wichtiger Baustein im Konzept ist für Riddermann zudem die Ausweisung separater Radwege.

Unterm Strich steht für den Verwaltungsmitarbeiter fest: „Es gibt derzeit keine besonderen Gefahrenpunkte“. Die Situation sei zwar morgens und vor allem mittags, wenn sich viele Schüler gemeinsam auf den Weg machen würden, drubbelig, aber nicht gefährlich.

Ganz ähnlich ist die Einschätzung des Bezirksbeamten Günter Voltmann. Auch er spricht von keiner Verkehrsgefährdung, sagt aber auch, dass die Situation manchmal unbefriedigend sei. Deswegen seien er und sein Kollege Ewald Pohlschmidt regelmäßig aktiv. Das beinhalte zum einen eine Präsenz an neuralgischeren Punkten – etwa am Telgter Ei – zudem aber auch die Information der Schüler, etwa im Rahmen des Unterrichts.

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