WN suchen Sammler
Eine Sammlung fürs Museum

Telgte -

Bernd Pohlkamp arbeitet bei einer Bank, was liegt da näher, als Spardosen zu sammeln. Mittlerweile ist das ein Fall fürs Museum.

Samstag, 02.09.2017, 08:09 Uhr

„Telgter Spar- & Darlehenskassen.Verein eGmuH“ steht auf der Spardose rechts im Bild, die die erste in Bernd Pohlkamps Sammlung war.
„Telgter Spar- & Darlehenskassen.Verein eGmuH“ steht auf der Spardose rechts im Bild, die die erste in Bernd Pohlkamps Sammlung war. Foto: privat

Es liegt rund 60 Jahre zurück, dass ein Junge namens Bernd, damals noch im Kindergartenalter, von seinen Eltern eine Spardose geschenkt bekam. Die war aus Metall, dementsprechend schwer und sah aus wie ein kleiner Tresor. Und genau das war sie im Grunde auch, denn an das Geld im Inneren kam der Junge nur heran, wenn er zur Bank ging, denn dort war der dazugehörige Schlüssel deponiert. Was damals als Ansporn zum Sparen gedacht war, hat im Laufe der Jahre zu einem Ergebnis geführt, das seit kurzem im ZiBoMo-Museum in Wolbeck zu besichtigen ist. Dorthin hat der heute 64-jährige Bernd Pohlkamp seine Sammlung an Spardosen gegeben.

Dabei war nach Spardose Nummer eins lange Zeit keineswegs klar, was daraus einmal entstehen wird. Im Gegenteil: „Ich habe Briefmarken und Autogramme von Sportlern gesammelt“, erinnert sich Pohlkamp. Die Weltmeister von ´54 und Harald Norpoth begeisterten ihn. Briefmarken wiederum empfand er aus einem anderen Grund als spannend: „Die haben mir ein Tor zur Welt geöffnet“, sagt der 64-Jährige heute rückblickend auf seine Jugendzeit.

Im Alter von 18 begann Pohlkamp seine Ausbildung bei der Volksbank in Westbevern zum Bankkaufmann. Nach seinem Grundwehrdienst setzte er seine berufliche Karriere bei der Bank in Telgte fort. Wann genau ihm dort die erste Spardose in die Hand fiel, das weiß er heute nicht mehr. „Aber wir hatten natürlich immer einige, oder Kunden gaben uns welche zurück“, sagt Pohlkamp. Wofür keiner Verwendung hatte, nahm Pohlkamp an sich und verstaute sie in einer Kiste im Keller der Bank – ohne Anspruch auf irgendeine Vollständigkeit oder etwaige Seltenheitswerte. Was spannend aussah, steckte er in die Kiste. So kamen im Lauf der Jahrzehnte rund 150 verschiedene Stücke zusammen. 150 – in einer Kiste? „Na ja“, sagt Pohlkamp und lächelt, „nachher waren es zwei Kisten.“

„Im Grunde ist das ja nicht viel. Drei bis vier Spardosen pro Jahr“, rechnet Pohlkamp hoch – und doch: „Im Ergebnis ist etwas Tolles herausgekommen“, findet der Sammler. Wie eine kleine Geschichte des Sparens sei das. Am Anfang stehe sein kleiner Tresor. „In der Folgezeit kann man die Entwicklung verfolgen. Erst wurde das Metall immer dünner, schließlich gab es die Dosen in allen Farben und Formen“, sagt Pohlkamp und übertreibt damit keineswegs. Ob er Lieblingsstücke in seiner Sammlung hatte? „Den Kiepenkerl“, sagt er. Der ist aus der Töpferei von Paul-Adolf Schäfer und sei seinerzeit von der Volksbank verteilt worden. „Ich weiß gar nicht, in welcher Auflage“, kommt Pohlkamp heute selber ins Grübeln.

Dass er für seine Sammlung, inklusive der ersten Spardose, die er als Junge von seinen Eltern bekommen hatte, in dem Museum einen Abnehmer gefunden hat, freut Pohlkamp. So würden die Stücke immerhin einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt. Und während er seine Briefmarken einst für Bethel spendete, sucht er für seine Autogramme von früheren Sportstars – halb im Scherz, halb ernst – noch den richtigen Verwendungszweck. Nur von einem Stück kann Pohlkamp sich nicht trennen: Es ist eine hölzerne Fußballspardose. In der hat er, seitdem er Jugendlicher ist, gespart. „Da hängen zu viele Erinnerungen dran“, sagt er und schmunzelt. Immerhin ist Sparen für einen Bänker selbstverständlich Ehrensache.

► Egal ob Spardosen, Streichholzschachteln, Magnete oder alte Schnürsenkel – fast jeder Mensch sammelt oder hat im Laufe seines Lebens etwas gesammelt. Die Westfälischen Nachrichten suchen genau diese Leidenschaften, um sie in Wort und Bild den Telgtern vorzustellen. Wenn also auch Sie eine Sammelleidenschaft haben, dann melden Sie sich bei uns unter ✆ 73 35 70.

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