Ärger um Parkordnung
Eisdielenbetreiber kontra Verwaltung

Telgte -

Er benötige mehr Flexibilität vor seinem Geschäft, argumentiert der Betreiber. Bei der Stadt hat man eine andere Sicht auf die Dinge.

Dienstag, 05.09.2017, 07:09 Uhr

Immer wieder findet Ferdi Bußmann Strafzettel an seinem Wagen, denn vor seinem Lokal ist der Lieferverkehr zeitlich begrenzt.
Immer wieder findet Ferdi Bußmann Strafzettel an seinem Wagen, denn vor seinem Lokal ist der Lieferverkehr zeitlich begrenzt. Foto: Große Hüttmann

Ferdi Bußmann gibt nicht auf: Der Besitzer des Eiscafés an der Kapellenstraße kämpft weiter für eine flexiblere Auslegung der Lieferzeiten und des Parkverbots in der Altstadt für Geschäftsleute. Denn, das macht er im WN-Gespräch immer wieder deutlich, „die bestehende Regelung ist zu starr und passt für etliche Gewerbetreibende nicht“.

Konkret macht er das an seinem Eiscafé deutlich. „Die normale Belieferung bei uns erfolgt erst zu 11 Uhr, außerdem müssen wir gerade an heißen Tagen in der Lage sein, kurzfristig zu reagieren, um beispielsweise Müll sofort zu entsorgen. Dazu benötigen wir dann ein Fahrzeug vor der Tür unseres kleinen Lagerraums, was aber bislang nicht erlaubt ist.“

Seit 35 Jahren besitzt Ferdi Bußmann die Eisdiele, und das Thema „ist gefühlt genauso alt“, sagt er. Bereits mehrfach habe er mit der Stadt gesprochen. Da auch andere Gewerbetreibende betroffen seien, habe es bereits vor längerer Zeit ein Gespräch zwischen Hanse und Stadt gegeben. Passiert sei bislang nichts. Außer, dass der Geschäftsmann relativ regelmäßig weiter ein Knöllchen an der Windschutzscheibe seines Wagens hat. Mittlerweile füllen die Verwarnungen, Ferdi Bußmanns Eingaben bei der Stadt und Protokolle einiger Gerichtsverhandlungen, wo das Ganze ebenfalls bereits Thema war, ganze Akten.

„Ich habe das Gefühl, ich bin mittlerweile der Einzige, der bei diesem Thema noch kämpft“, sagt Bußmann. Sein konkretes Ziel: eine Genehmigung zu bekommen, um zwei Stunden täglich vor seinem Geschäft für die notwendigen Lieferfahrten stehen bleiben zu können. „Das würde schon reichen“, sagt er.

Auch Bürgermeister Wolfgang Pieper hat eine Sicht auf die Dinge: „Ich habe durchaus Verständnis für die schwierige Parkplatzsituation einzelner Geschäftsleute in der Innenstadt. Wir haben uns in den vergangenen Jahren mehrfach mit der Möglichkeit von Sonderregelungen befasst. Ich bin mit dem Ordnungsamt der Meinung, dass die Spielregeln hier für alle die gleichen sein sollten. Be- und Entladevorgänge sowie die Anlieferung sind im Rahmen der zulässigen Zeiten für die Geschäfte und die Gastronomie möglich. Darüber hinaus würde jede Sonderregelung dazu führen, dass sie künftig jeder für sich in Anspruch nehmen möchte.“

Pieper ergänzt: „Die Lage in der Altstadt bringt gewisse Einschränkungen und Nachteile für Betriebe mit sich. Genau diese Lage bringt aber durchaus auch viele Vorteile wie eine hohe Kundenfrequenz mit sich, das darf nicht ausgeblendet werden.“

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