Krinkrentner aus Westbevern auf Tour
Vom Heben und Senken

Westbevern -

Bei einer Führung schauten sich die Krinkrentner die Schleuse in Münster an.

Freitag, 22.09.2017, 14:09 Uhr

Rund 40 Krinkrentner nahmen an einer Fahrradtour zur Zwillingsschleusenanlage in Münster teil und erhielten dort bei einer Führung viele Informationen über das Bauwerk.
Rund 40 Krinkrentner nahmen an einer Fahrradtour zur Zwillingsschleusenanlage in Münster teil und erhielten dort bei einer Führung viele Informationen über das Bauwerk. Foto: Niemann

Im 20-Minuten-Takt werden Schiffe im Schleusenbecken gehoben oder gesenkt, um den unterschiedlich hohen Wasserspiegel auf dem Dortmund-Ems-Kanal auszugleichen. Die neue Zwillingsschleuse in Münster, die die Krinkrentner auf ihrer Fahrradtour besuchten, lässt bis zu drei Schiffe in eine Kammer, um diese mit 16 000 Kubikmeter Wasser anzuheben oder zu senken. Ein Vorgang, der an vier Tagen rund um die Uhr stattfindet. Nur am Wochenende wird das während der Nachtruhe für ein paar Stunden unterbrochen.

In einem Jahr passieren rund 16 000 Schiffe die Kanalstufe Münster, erfuhren die Krinkrentner bei einer Führung. Die jährliche Transportmenge im Mittel der vergangenen zehn Jahre lag bei durchschnittlich 12,1 Millionen Gütertonnen. Berücksichtigt man, dass ein modernes Güterschiff mit 110 Meter Länge und 2400 Tonnen Nutzlast das Transportvolumen von rund 100 Lkw aufnehmen kann, bedeutet dies eine enorme Entlastung der Verkehrssysteme Bahn und Straße.

Um den Schifffahrtsweg auf der wichtigen West-Ost-Verbindung durchgängig befahrbar zu machen, baut die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Südstrecke seit einigen Jahren aus, um Güterschiffe mit 110 Metern Länge, 11,45 Meter Breite und 2,80 Meter Abladetiefe aufnehmen zu können. Da in einigen Teilbereichen die alten Kanalabmessungen für diese großen Schiffseinheiten aber nicht mehr ausreichend sind, wird der Kanal ausgebaut.

Die neue Schleusenanlage an der Kanalstufe Münster stellt einen wichtigen Teil des Ausbauprogramms dar. An Stelle der beiden ältesten Schleusen von 1898 und 1912 ist eine moderne Zwillingsschleuse entstanden. Dieses komplexe und technologisch anspruchsvolle Bauwerk genügt in seinen Abmessungen und seiner Funktionalität den Anforderungen eines modernen, wirtschaftlichen Schiffsverkehrs, erfuhren die Krinkrentner. Bei der Zwillingsschleuse werden beide Kammern abhängig voneinander betrieben. Die Einsparung beim Wasserverbrauch wird dadurch erzielt, dass die Kammern mit unterschiedlichen Wasserständen gefahren werden und das Wasser untereinander austauschen. Das konnten die rund 40 Krinkrentner vor Ort beobachten. Sie wurden dabei auch eingehend von Daniel Baumeister mit interessanten Infos über den Schleusenbetrieb versorgt. Ein Schichtleiter regelt den Schleusenbetrieb. Münster ist der einzige Standort in weitem Umkreis, der noch personell besetzt ist. Weiteren Schleusen werden zentral über Video gesteuert.

Zu Beginn der Führung ging Daniel Baumeister auf Details der Entwicklung im Schiffsverkehr, technischen Begebenheiten und den Ausbau im Bereich Münster ein. Krinkrentner-Chef Heiner Schapmann sagte danach Baumeister Dank. Auf der Rückfahrt wurde in Hand­orf bei Kaffee und Kuchen eine Pause eingelegt.

Der nächste Treff ist am 10. Oktober um 16.30 Uhr im Pfarrheim. „Westbevern in alten Bildern“ lautet ein Vortrag von Josef Sickmann.

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