Über 450 Räder repariert
Mobilität ist wichtig

Telgte -

Seit gut zwei Jahren betreibt der Verein „Zusammen ist besser“ sowohl in Westbevern als auch in Telgte Werkstätten, um Flüchtlinge mit Fahrrädern zu versorgen.

Dienstag, 26.09.2017, 17:09 Uhr

Zib-Vorsitzender Arnold Michels (M.) freut sich über die rege Tätigkeit im Fahrradkeller für Flüchtlinge, wo Mohamed Sagher (r.) mit seinen Mitstreitern Fahrräder wieder verkehrstauglich macht. Günter Karthaus (2.v.l.) ist beeindruckt.
Zib-Vorsitzender Arnold Michels (M.) freut sich über die rege Tätigkeit im Fahrradkeller für Flüchtlinge, wo Mohamed Sagher (r.) mit seinen Mitstreitern Fahrräder wieder verkehrstauglich macht. Günter Karthaus (2.v.l.) ist beeindruckt. Foto: Biniossek

Familie Tewes fährt mit ihrem Bulli auf den Kirchplatz von St. Clemens. Im Gepäck hat sie drei Kinderfahrräder. „Das ist super“, freut sich Zib-Vorsitzender Arnold Michels . „Kinderräder sind in der Fahrradwerkstatt für Asylsuchende Mangelware.“ Entsprechend groß ist auch die Freude bei Mohamed Sagher aus Pakistan und seinen Helfern, die sich zwei Mal in der Woche (und mehr) im Keller des Pfarrheims St. Clemens treffen, um die Zweiräder fit für den Straßenverkehr zu machen. Seit gut zwei Jahren betreibt der Verein „Zusammen ist besser“ sowohl in Westbevern als auch in Telgte Werkstätten, um Flüchtlinge mobil zu machen. Und das mit großem Erfolg, wie Michels klarmacht. „Inzwischen haben wir mehr als 450 Fahrräder fit gemacht und an Asylsuchende verteilt.“

Nicht wirklich optimal ist die „Werkstatt“, die zuvor ein eher selten genutzter Raum für Bastelarbeiten der Pfarrjugend war. Es ist eng dort, zahlreiche Fahrräder stehen an den Wänden, der Bewegungsraum für Reparaturen ist begrenzt. Montags, beim offenen Treff, kommen etliche Jugendliche und junge Erwachsene, um Reparaturen an ihren Rädern vorzunehmen oder Mohamed Sagher bei seinen Tätigkeiten zu unterstützen. „Wir wollen die Flüchtlinge bei Reparaturen mit einbeziehen. Es ist gut, wenn sie wissen, wie ein Reifen geflickt oder eine Birne gewechselt wird“, erklärte der Zib-Vorsitzende. „Bei aufwendigeren Reparaturen nehmen wir dann auch Geld von den Flüchtlingen, um weitere Ersatzteile anschaffen zu können.“

Das richtige Rad für die richtige Person zu bekommen, ist ein nicht ganz einfaches Unterfangen, weiß Michels. „Es muss in Größe und Form den Bedürfnissen der Flüchtlinge angepasst sein.“ Das geschieht unter der Anleitung von Hans-Heinrich Hoffmeister, der als langjähriger Rennradfahrer seine Kenntnisse gewinnbringend in der Fahrradwerkstatt einbringt. „Und dann muss das Fahrrad auch gefallen.“

Obwohl Hoffmeister inzwischen sieben Helfer hat, „suchen wir händeringend weitere Mitstreiter“, sagt Michels. Es sei in Telgte eine besondere Herausforderung, Fahrräder zu reparieren beziehungsweise aus drei Rädern zwei fahrtüchtige zu machen, „weil wir hier im Gegensatz zu Westbevern keinen ausgebildeten Fahrradmechaniker haben“.

Am heutigen Mittwoch wird der Bauhof der Flüchtlings-Werkstatt Fundräder zukommen lassen. Und immer wieder kommen Bürger, wie zuletzt Günter Karthaus, die in ihrer Garage ungenutzte Schläuche, Pumpen, Lampen oder weiteres Material finden und sie der Zib-Werkstatt schenken. „Das hilft, weil bei uns immer Materialmangel herrscht.“ Karthaus brachte zudem einen kleinen Geldbetrag der „Schlitzohren“ der Karnevalsgesellschaft Schwarz-Gold mit. „Davon werden wir Reparaturständer kaufen“, freute sich Arnold Michels.

Allzu lange, das hofft der Zib-Vorsitzende zumindest, wird die Fahrradwerkstatt nicht mehr im Pfarrheimkeller untergebracht sein. „Es wird eine Raumveränderung geben, sodass wir mehr Platz haben werden. Das ist aber noch nicht spruchreif.“

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