Schulbauernhof Telgte
Vom Feld bis in den Kochtopf

Telgte -

Herbststimmunf und Erntezeit auf dem Schulbauernhof „Emshof“ in Telgte: Dort können nun Kinder an der Ernte teilnehmen und so mehr erfahren über den ökologischen Anbau oder über das „woher kommen unsere Lebensmittel eigentlich?“.

Dienstag, 24.10.2017, 14:10 Uhr

Stolz präsentieren der Vorstand des Emshofs und Schüler zusammen mit Andreas Terborg (4.v.l.) von der Vereinigten Volksbank Münster den „Gemüse- und Obsttisch“ mit Produkten, die gerade im eigenen Garten geerntet werden
Stolz präsentieren der Vorstand des Emshofs und Schüler zusammen mit Andreas Terborg (4.v.l.) von der Vereinigten Volksbank Münster den „Gemüse- und Obsttisch“ mit Produkten, die gerade im eigenen Garten geerntet werden Foto: Pohlkamp

Herbststimmung auf dem Schulbauernhof „Emshof“ in der Bauerschaft Verth am Emsauen-Radweg zwischen Haus Langen und Lauheide: Einige Angler Sattelschweine suhlen sich auf der Weide. Eine Weide weiter halten Bentheimer Landschafe den Rasen kurz. Zum Biolandhof gehören 7,5 Hektar Land mit Äckern. Eine Schulklasse ist zu Besuch und freundet sich mit den Tieren an. „Das ist unser Programm und unser Konzept,“ betont Ute Wichelhaus , Geschäftsführerin und Leiterin des Emshofes.

Die zunehmende Entfremdung von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf landwirtschaftliche und naturkundliche Zusammenhänge nahmen die Initiatoren zum Anlass, 1990 diesen Schulbauernhof zu gründen, der seinen Sitz nun seit 20 Jahren auf dem ehemaligen Bauernhof Wiggering hat.

„Unsere Besucher erleben bei uns Zusammenhänge zwischen Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung und erkennen, wie Kreisläufe funktionieren.“ Bestes Beispiel sei die Obst- und Gemüseernte im Garten. Stolz präsentiert der Vorstand des Vereins Emshof das Ergebnis und setzt auch auf das Programm „Gesunde Ernährung“: „Das  klappt nur, wenn wir wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen und wenn wir ihren Wert erleben und schätzen lernen. Die Kinder können ihre eigenen Mahlzeiten mit Produkten aus ökologischem Anbau unter Anleitung selbst kochen, Kartoffeln frisch aus der Erde graben, Getreide ernten und verarbeiten, und auch Obst ernten und zubereiten,“ zeigt sich Ute Wichelhaus, die auch als Lehrerin tätig ist, stolz auf die Arbeit, die im Emshof immerhin von acht Teilzeitangestellten und sieben Ehrenamtlichen geleistet wird.

Und dennoch: Geldmittel fehlen dem Emshof trotz Förderung durch die Stadt Münster, durch den Kreis Warendorf oder die Stiftung Umwelt und Entwicklung des Landes NRW. Über weitere Förderer und Sponsoren freut sich der Verein immer, so wie jetzt durch die Vereinigte Volksbank Münster. Ein weiteres Projekt sei zum Beispiel die Gestaltung eines noch brach liegenden Gebäudeteiles, in dem Schlafmöglichkeiten geschaffen werden sollen, um Besuchergruppen auch im Winter die Möglichkeit zu geben, dort zu übernachten.

Der Schulbauernhof ist seit Jahresbeginn zum Regionalzentrum für Bildung zur nachhaltigen Entwicklung im Kreis Warendorf ernannt worden.

Ute Wichelhaus schildert, wie der Emshof die Schulen als wichtige außerschulische Bildungseinrichtung unterstützt. „Landwirtschaftliche Themen sind bei uns in vielen Jahrgangsstufen Teil des schulischen Lehrplans. Theorie und Praxis gehen Hand in Hand.“

Jedes Jahr kommen viele unterschiedlichen Gruppen zum Emshof: „5000 Besucher sind es etwa pro Jahr, die zu uns kommen,“ strahlt Ute Wichelhaus. Schulklassen, Kindergärten, Besucher aus Altenheimen, Pfadfinder, Eltern-Kind-Gruppen – nur um einige zu nennen.

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Deler Saber ist Kurde und Deutscher Staatsbürger und hat früher in Bagdad gelebt und studiert. Vor über 20 Jahren kam er nach Deutschland, seit 2000 lebt er in Münster. Die Stadt, sagt er, sei zu seiner Heimat geworden, die er nicht mehr verlassen will.
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