Ausstellung vom 18. November bis zum 28. Januar
Krippe aus 10 000 Patronen

Telgte -

Vom 18. November bis zum 28. Januar findet im Museum Religio die 77. Krippenausstellung statt. 125 Exponate werden präsentiert. Dr. Anja Schöne und ihr Team haben ein Ausstellung mit vielen Besonderheiten zusammengestellt. Unter anderem ist eine heilige Familie aus Patronenhülsen zu sehen.

Donnerstag, 09.11.2017, 20:11 Uhr

Mit „10 000 Schuss“ hat die Everswinkelerin Leonie Große ihre aus Patronenhülsen entstandene Krippe überschrieben.
Mit „10 000 Schuss“ hat die Everswinkelerin Leonie Große ihre aus Patronenhülsen entstandene Krippe überschrieben. Foto: Flockert

Patronen sind für gewöhnlich ein Zeichen von Gewalt und Krieg. Doch Leonie Große möchte mit Hilfe ausgedienter Hülsen ein Zeichen des Friedens setzen. Für die diesjährige Krippenausstellung im Museum „Religio“ hat die Everswinkeler Designerin unter dem Titel „10 000 Schuss“ aus auf zwei Tontaubenschießständen gesammelten Hülsen die heilige Familie erschaffen. „Das ist eine relativ spektakuläre Arbeit“, weiß auch Museumsleiterin Dr. Anja Schöne , die die vom 18. November bis zum 28. Januar stattfindende Exposition wieder konzipiert hat.

Als spektakulär kann wahrhaftig auch die 150 x 200 x 100 Zentimeter große „Baustellenkrippe“ bezeichnet werden, die der Künstler Rudi Bannwarth geschaffen hat. Der Ettlinger, der eine klassische Schnitzausbildung zum Holzbildhauer in Oberammergau absolviert hat, hat mit dieser Krippe versucht, die Weihnachtsbotschaft in den heutigen Alltag zu übertragen. Die aus Lindenholz geschnitzten und kolorierten Figuren stellen zeitgenössisch gekleidete Menschen dar, die sich auf der Baustelle und am Bauzaun zufällig treffen. In einer Meditation zu diesem Werk heißt es: „Gott wird Mensch in den Baustellen des Lebens.“

Interessierte, die planen, die 77. Krippenausstellung, die unter dem Motto „Friede auf Erden“ steht, zu besuchen, können sich auf einen interessanten Krippen-Mix mit 125 Exponaten freuen. Geboten werden nicht nur ganz außergewöhnliche Arbeiten wie die beschriebenen, sondern auch ganz traditionelle Krippen, die denen an Weihnachten in den Gotteshäusern aufgebauten ähneln.

Präsentiert werden Werke von Profis, von Laienkünstlern oder auch von Schulklassen. Viele Künstler hätten sich inspirieren und motivieren lassen, sich mit diesem aktuellen Thema auseinanderzusetzen, freut sich Anja Schöne. In vielen Arbeiten sei die Sorge um eine friedliche und gerechte Welt erkennbar. Immer wieder wird auch das Thema „Frieden“ mit der Situation der Geflüchteten verbunden.

Eine Besonderheit in diesem Jahr sind 20 Krippen aus Süd- und Mittelamerika, Afrika, Kirgistan und Polen. Diese stammen aus der Sammlung von Barbara Kruhöffer, die als Pfarrfrau mehr als 40 Jahre lang Krippen aus aller Welt gesammelt hat.

„Das wird wieder ein absolutes Event für die Region“, ist sich die Museumsleiterin sicher, die derzeit gemeinsam mit Jürgen Böer am Feinschliff der Ausstellung arbeitet. Jahr für Jahr werde den Besuchern eine „ganz neue Ausstellung“ geboten. „Wir versuchen, jede Ausstellung durch ihre besondere Gestaltung neu aussehen zu lassen“, so Schöne. Die Vielfalt der Darstellungen der Geburt Jesu sei wirklich außergewöhnlich.

Die Ausstellung bezeichnet sie als „traditionell und modern, besinnlich und zum Nachdenken anregend, ernst und humorvoll“.

Zum Abschluss Ende Januar wird traditionell der Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis „für vorbildliches Krippenschaffen“ verliehen. Um die zehn Künstler oder Gruppen werden ausgezeichnet. Und dabei nicht nur Profis. Jeder einzelne Gewinner darf sich über 500 Euro freuen.

Zur Ausstellung erscheint zudem ein Katalog mit allen ausgestellten Krippen.

► Geöffnet ist die Krippenausstellung täglich – außer montags – von 11 bis 18 Uhr. Einzelpersonen bezahlen fünf Euro, bei Gruppen ab zwölf Personen vier Euro. Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 20. Lebensjahr haben freien Eintritt.

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