Musical „Parade“ in Münster
Auf der großen Musical-Bühne

Telgte -

Der Telgter Sönke Westrup steht auf der großen Musical-Bühne.

Freitag, 10.11.2017, 23:11 Uhr

Sönke Westrup aus Telgte spielte in der Vorjahresproduktion des Freien Musical-Ensembles den Juden Adam, der wiederum in die Rolle von General Silva schlüpfte.
Sönke Westrup aus Telgte spielte in der Vorjahresproduktion des Freien Musical-Ensembles den Juden Adam, der wiederum in die Rolle von General Silva schlüpfte. Foto: Stephan Drewianka

Dienstagabend ins Kino, Mittwoch in die Bar und am Wochenende wird gefeiert – so könnte der ganz gewöhnliche Alltag eines Studenten aussehen. Nicht so bei Sönke Westrup. Der gebürtige Telgter lebt und studiert in Münster und wird dort ab November auf der großen Musical-Bühne zu sehen sein. Zwölf Mal wird das Freie Musical-Ensemble Münster (FME), laut der Zeitschrift „Musical-Kompass“ das beste Laien-Ensemble Deutschlands, den amerikanischen Broadway-Klassiker „Parade“ auf die Bühne bringen. Und Westrup spielt als Reporter Britt Craig eine tragende Rolle.

Fast täglich laufen die Proben. Mehr als 100 Darsteller, Musiker, Bühnenbildner und viele mehr sind beteiligt. Schließlich gelte es, an den Vorjahreserfolg anzuknüpfen, heißt es in der Ankündigung der Veranstalter. 5000 Menschen und sogar eine eigens für die Aufführung angereiste Delegation Kulturschaffender aus den USA, Kanada und Israel sahen „Imagine This“, die letzte Produktion des FME. Auch in diesem Jahr wird dem Ensemble eine besondere Ehre zuteil. Denn das Musical „Parade“ wird zum ersten Mal in Deutschland auf die Bühne gebracht.

In den USA mit zwei „Tony Awards“ prämiert, ist das Musical aus der Feder von Alfred Uhry mit der Musik von Jason Robert Brown in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Es basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Fabrikbesitzers Leo Frank . Dieser wurde 1913 der Ermordung seiner 13-jährigen Angestellten Mary Phagan für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Obwohl entlastende Hinweise auftauchten, sodass das Todesurteil in lebenslange Haft umgewandelt wurde, endete Frank als ein Opfer der Lynchjustiz am Strick. Der Prozess hatte seinerzeit weitreichende Folgen: Der Ku-Klux-Klan lebte wieder auf, aber auch die ADL (Anti-Defamation-League) wurde gegründet, die sich noch heute für die Rechte jüdischer Mitbürger stark macht.

Für Sönke Westrup birgt „Parade“ eine besondere Her­ausforderung. Der Jura-Student spielt mit Reporter Britt Craig eine Rolle, die sich im Laufe des Stückes immer wieder verändert. „Craig führt ein langweiliges Leben, das durch den Trubel um Leo Frank wieder Fahrt aufnimmt. „Es macht Spaß, diese Wandlungen darzustellen und so unterschiedliche Seiten seiner Persönlichkeit zu verkörpern.“

Die nötige Erfahrung für eine große Musical-Rolle sammelte Westrup sein ganzes Leben lang. Schon im Kindergarten sang er das erste Mal in einem Chor. Anstoß für die Musical-Karriere war dann das „Phantom der Oper“. „Ich habe das Stück in London gesehen und war so begeistert, dass ich auch mal Musical ausprobieren wollte“, erzählt Westrup. Und von einer „Karriere“ kann man bei Westrup tatsächlich schon sprechen. Denn im letzten Jahr begeisterte er bereits Tausende Zuschauer als Widerstandskämpfer „Adam“ in „Imagine This“.

Ab der Premiere am 10. November führt das FME „Parade“ zwölf Mal auf. Gespielt wird im Konzertsaal der Freien Waldorfschule Münster, Rudolf-Steiner-Weg 11. Tickets sind unter www.fme-ms.de zum Preis von 28 Euro (ermäßigt 23 Euro) erhältlich.

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