Sekundarschule
Arabisch im Unterricht

Telgte -

Seit einiger Zeit wird an der Sekundarschule auch im Unterricht Arabisch gesprochen. Denn in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis Warendorf bieten Schulleiterin Inge de Lange und ihr Team einen sogenannten herkunftssprachlichen Unterricht für Flüchtlingskinder an. Lehrer ist Shafiq Hasan.

Mittwoch, 15.11.2017, 23:11 Uhr

Shafiq Hasan unterrichtet seit einiger Zeit an der Sekundarschule Arabisch.
Shafiq Hasan unterrichtet seit einiger Zeit an der Sekundarschule Arabisch. Foto: Flockert

Nicht nur in den Pausen – etwa auf dem Schulhof –, sondern seit einiger Zeit auch im Unterricht wird an der Sekundarschule Arabisch gesprochen. Denn in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis Warendorf bieten Schulleiterin Inge de Lange und ihr Team einen sogenannten herkunftssprachlichen Unterricht an.

Das bedeutet, dass Shafiq Hasan drei Stunden in der Woche Flüchtlingskinder in Arabisch unterrichtet. 44 Schülerinnen und Schüler nehmen derzeit an diesem Angebot teil. Sie sind in zwei Gruppen eingeteilt. Das Besondere dabei ist, dass auch fünf Kinder aus der Marienschule mit von der Partie sind.

Das Ganze ist nach Angaben von Schulleiterin Inge de Lange ein weiterer Baustein im Rahmen der Erstförderung. Denn einige der Geflüchteten seien nach Deutschland gekommen, ohne beispielsweise Englisch zu sprechen. Da Arabisch ihre Muttersprache ist, werden sie nun darin unterrichtet, was letztlich auch sehr positive Auswirkungen auf den parallel stattfindenden Deutschunterricht habe.

„Denn nur wer in seiner Muttersprache beispielsweise die Grammatik beherrscht, kann sie auch in einer anderen Sprache vernünftig erlernen“, sagt Inge de Lange. Das würden viele Studien belegen.

Für die Schülerinnen und Schüler hat das Ganze aber noch einen anderen sehr positiven Aspekt. Wenn gewollt, können sie am Ende der zehnten Klasse Arabisch anstelle von Englisch als Fremdsprache im Rahmen der sogenannten Sprachfeststellungsprüfung nehmen und so ihren Schulabschluss bekommen. „Das ist eine echte Alternative“, sagt die Schulleiterin.

Dank einer sehr engen Kooperation mit der Marienschule nehmen zudem fünf Grundschüler an dem Angebot teil. So würden diese bereits frühzeitig mit der arabischen Grammatik vertraut gemacht und hätten später in der weiterführenden Schule unter anderem beim Erlernen der deutschen Sprache Vorteile. Da der herkunftssprachliche Unterricht außerhalb des normalen Unterrichts stattfindet, ist ihnen die Teilnahme möglich.

Der herkunftssprachliche Unterricht ist Bestandteil der nordrhein-westfälischen Integrationspolitik. Damit wurde ursprünglich der Zweck verfolgt, zugewanderte Kinder und Jugendliche „insbesondere als Grundvoraussetzung für die Rückkehr in die Heimat der Eltern“ beim Erhalt beziehungsweise beim Erwerb der dort gesprochenen Sprache zu unterstützen. Dieser Zweck der Unterstützung für die „Rückkehr“ ist heute weit in den Hintergrund gerückt. Der herkunftssprachliche Unterricht hat sich längst zu einem eigenständigen Angebot entwickelt. Der Begriff der „Herkunftssprache“ hat den der „Muttersprache“ übrigens weitgehend abgelöst, weil für viele Lernende die „Herkunftssprache“ nicht mehr die „Muttersprache“ ist. Ein anderer auch verwendeter Begriff ist die „Familiensprache“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5292436?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Genehmigung ja – aber viele offene Fragen
Das Windrad in Loevelingloh, hier ein Foto aus der Zeit der Abschaltung, ist am 4. Oktober wieder ans Netz gegangen. Seitdem flammt auch wieder die Lärmschutzdebatte in der Nachbarschaft auf.
Nachrichten-Ticker