Fiktiver Kriminalfall
Schock am frühen Morgen: ein „Toter“ im Bio-Raum

Telgte -

Einen fiktiven Kriminalfall versuchte der Bio-Leistungskurs des Telgter Gymnasiums aufzuklären. Im eigenen Gen-Labor wurden DNA-Spuren untersucht.

Donnerstag, 16.11.2017, 22:11 Uhr

Im Gen-Labor des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums lernen die Schülerinnen und Schüler der Bio-Leistungskurse unter der Leitung von Philip Austermann (links) und Dorle Hermes (rechts) mit moderner Labortechnik praxisorientiert Gen-Daten zu ermitteln. Mit Begeisterung waren sie bei der Sache.
Im Gen-Labor des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums lernen die Schülerinnen und Schüler der Bio-Leistungskurse unter der Leitung von Philip Austermann (links) und Dorle Hermes (rechts) mit moderner Labortechnik praxisorientiert Gen-Daten zu ermitteln. Mit Begeisterung waren sie bei der Sache. Foto: Pohlkamp

Tatort Maria-Sibylla Merian-Gymnasium: Nachts um 3 Uhr wird Philip Austermann , Lehrer am Gymnasium, von der Kripo in die Schule gerufen: Im Biologieraum Nr. 314 liegt ein Toter. Mord soll es sein. Kampfspuren sind sichtbar. Unter einem Fingernagel des Opfers befinden sich Spuren.

Doch wer ist der Täter? Fast realistisch schildert Philip Austermann diesen konstruierten Fall. Natürlich handelt es sich hier um eine fiktive Tat, denn am nächsten Morgen müssen die Schüler des Bio-Leistungskurses der Jahrgangsstufe zwölf mit dem Pädagogen Philip Austermann mittels moderner Labortechnik die DNA in der Praxis finden, um über Gendaten auf die Spur des Täters zu kommen.

Helfen wird den Schülern das gerade eingerichtete Gen-Labor. Einen ganzen Tag schlüpfen die Schüler in die Rolle von Kriminalisten. Jetzt wird’s spannend. Erstmals erfahren die Schüler in der Praxis, wie sie einen Täter mit eben jenem Beweis überführen können. „Wir haben drei verschiedene DNA-Proben von Verdächtigen“, erklärt Philip Austermann. „Unsere Aufgabe ist es, die zur Spur passende DNA zu finden.“ Der stellvertretenden Schulleiter Ralf Große Westerloh und die Pädagogin Dorle Hermes informieren sich genau, was hier im neuen Gen-Labor jetzt praktisch möglich ist. Dorle Hermes wird mit ihrem Bio-Leistungskurs ebenfalls auf „Spurensuche“ gehen.

Im Labor wird festgestellt, dass die zur Verfügungen stehende DNA zur Täterermittlung nicht ausreicht. Auch dafür gibt es eine Lösung: Mit Unterstützung der PCR (Gelelektrophorese) wird die DNA vervielfältigt, um eine ausreichende Menge für die spätere Analyse zu erhalten. Anschließend führen die Schüler eine Gelelektrophorese durch, um die DNA-Fragmente der Länge nach aufzutrennen.

Die Proben müssen pipettiert, in einer Apparatur in Stücke geschnitten und mit Hilfe von Gel sichtbar gemacht werden – die Gel-Elektrophorese. Das mit blauem Farbstoff dargestellte Bild muss am Ende mit der Spur übereinstimmen. Die angehenden Abiturienten arbeiten konzentriert in verschiedenen Gruppen, haben einen ganzen Schultag Zeit für diese Aufgabe, nachdem die Versuchsreihen eingehend besprochen wurden.

In diesem Gen-Labor, das von der Vereinigten Volksbank Münster gefördert wurde, lernen die Schüler Experimentiererfahrungen im Bereich der molekularen Biologie.

Die Schüler zogen ein sehr positives Fazit, konnten sie nach der Theorie nun die Praxis kennenlernen und so im Rahmen eines Labortages realistische Arbeiten vornehmen, die ein hohes Maß an Präzision, Konzentration, Ausdauer und Teamgeist erforderten.

Dieses Projekt, so Dorle Hermes und Philip Austermann, werde in Zukunft allen kommenden Biologie-Leistungskursen angeboten.

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