Müllgebühren unter der Lupe
Auf etwa zwei Einwohner kommt eine Tonne

Telgte/Westbevern -

Genau 10 199 Müllgefäße gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung aktuell in Telgte und Westbevern. Rund 57 Prozent davon (5869 Stück) sind Restmüllgefäße, der Rest Biotonnen.

Dienstag, 09.01.2018, 05:01 Uhr

Die gute Nachricht gab es bereits vor Weihnachten in der letzten Sitzung des Rates (WN berichteten): Die Gebühren für die Abfallentsorgung bleiben stabil. Denn während es im Bereich der Biomüllgefäße aufgrund neuer Berechnungen zu leichten Gebührensteigerungen von 1,33 Prozent (60 Liter Tonne) bis zu 2,21 Prozent (240 Liter Tonne) kommt, sinken parallel dazu die Gebühren für die Leerung der Restabfallgefäße zwischen 0,62 und 0,75 Prozent.

Doch was steckt hinter einer solchen Berechnung? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Die WN hakten nach und nahmen die Kalkulation einmal genauer unter die Lupe.

Genau 10 199 Müllgefäße gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung aktuell in Telgte und Westbevern. Rund 57 Prozent davon (5869 Stück) sind Restmüllgefäße, die übrigen sind Biotonnen. Das rührt unter anderem daher, dass einige Haushalte den Biomüll selbst kompostieren.

Das Gros der Telgter und Westbeverner bevorzugt das 60 Liter-Restmüllgefäß. 2335 Stück stehen davon bei den Abfuhrterminen jeweils am Straßenrand. 1660 Gefäße mit einem Fassungsvermögen von 120 Litern und 1050 90 Liter-Tonnen gibt es, zudem auch 735 240 Liter-Restmüllgefäße. Sehr gering ist übrigens die Zahl der Container. 61 Stück mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1,1 Kubikmeter werden wöchentlich geleert, 28 im 14-tägigen Rhythmus.

Bei den Bioabfallgefäßen ergibt sich ein leicht anderes Bild. 1535 Bottiche mit 120 Liter Fassungsvermögen gibt es, zudem 1440 60 Liter-Tonnen und 885 90 Liter-Gefäße. 470 Bioabfallbehältern mit einem Fassungsvermögen von 240 Litern runden die Statistik ab, denn Container für die Bioabfallentsorgung gibt es nicht.

Rund 190 000 Euro kostet die Leerung der Restmüllgefäße jährlich. Davon sind fast 150 000 Euro sogenannte Unternehmerentgelte, die restlichen mehr als 40 000 Euro werden an die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf für die eigentliche Deponierung und andere Maßnahmen überwiesen.

Beim Thema Bioabfall ergibt sich eine leicht andere Kalkulationsgrundlage. Die Kosten in Höhe von knapp 118 000 Euro teilen sich auf in etwa 87 000 Euro, die das Entsorgungsunternehmen bekommt. Knapp 31 000 Euro gehen als sogenannter Sockelbetrag für die Deponierung an die AWG.

Interessant sind auch einige andere Zahlen. Die Verwaltung geht bei der Kalkulation der Gebühren davon aus, dass in den nächsten Monaten rund 530 Tonnen Sperrmüll entsorgt werden müssen. Beim Thema Restmüll rechnen die Experten übrigens mit 2700 Tonnen im Jahresablauf, die in den Tonnen laden und entsorgt werden müssen.

Mit 17 000 Euro schlägt die Abfuhr und Beseitigung von sogenannten Sonderabfällen zu Buche, das ist vor allem das Schadstoffmobil, das regelmäßig auf der Planwiese steht. Eine stattliche Summe, genau 9400 Euro, verschlingt nach den Aufzeichnungen der Verwaltung jährlich auch die Entsorgung von „wildem Müll“. Auch dafür zahlt die Allgemeinheit. . .

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