Telgter Kunst in Bonn
Comeback der Cola-Figur

TELGTE -

Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn stellt in seiner aktuellen Ausstellung „Wüstes Land“ noch bis zum 22. April den in Telgte sehr bekannten Cola-Trash-Man aus.

Dienstag, 16.01.2018, 09:01 Uhr

Teil der Ausstellung „Wüstes Land“ im Bonner Haus der Geschichte ist die Cola-Figur von HA Schult, die der Heimatverein Telgte dem Haus geschenkt hat..
Teil der Ausstellung „Wüstes Land“ im Bonner Haus der Geschichte ist die Cola-Figur von HA Schult, die der Heimatverein Telgte dem Haus geschenkt hat.. Foto: Peter Hoffmann, Haus der Geschichte

„Auch die Printen und Stollen waren alle eingeschweißt. Wir hatten nach dem Ein- und Auspacken der Weihnachtsgeschenke eine Riesenkiste voll mit Plastikmüll. Das muss doch nicht sein!“ Wilhelm Hemann ärgert sich. Der Kassierer des Heimatvereins mahnt: „Wir haben nur eine Welt und sollten verantwortungsvoller mit ihr umgehen.“

Da passt es ganz gut, dass drei Figuren aus der Serie der Trash People des Künstlers HA Schult nochmals zu sensibilisieren versuchen, den blauen Planeten nachhaltiger zu entmüllen – und das an exponierender Stelle. So zeigt das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn in seiner aktuellen Ausstellung „Wüstes Land“ noch bis zum 22. April den in Telgte sehr bekannten Cola-Trash-Man. Eingerahmt von zwei großformatigen Fotografien von J. Henry Fair über den umweltbelastenden Braunkohletagebau.

Zur Erinnerung: Die Cola-Figur ist eine Schenkung des Heimatvereins. Der Ankauf wurde seinerzeit von der Sparkasse sowie den Firmen Takko und Bolle ermöglicht. HA Schult freute sich 2012 sehr über das Engagement der Telgter. „Das gehört für mich zum Schönsten“, sagte er. 2011 hatte der Kölner Künstler seine Trash-Figuren im Dümmert aufgestellt, nachdem sie zuvor unter anderem auch in Paris, Moskau, auf der Chinesischen Mauer und vor den Pyramiden in Gizeh zu sehen waren. Der Heimatverein hatte während der Ausstellung im Juli 2011 die Aufsicht auf dem Gelände übernommen und die rund 40 000 Besucher betreut.

Drei ausgewählte Trash People werden aktuell im Haus der Geschichte gezeigt, konkret in der U-Bahn-Galerie des Hauses. Wilhelm Hemann freut sich, das auch der Cola-Mann des Heimatvereins den Weg aus dem dunklen Depot ins Licht der aktuellen Ausstellung geschafft hat. „Wir haben damals uns die Figur schon mal im Depot des Museums angesehen“, berichtet er. „Wir waren mit einem Bus voller Enthusiasten nach Bonn gereist. Wir haben die Exklusivführung mit unseren ,Bodyguards‘ – dass wir ja nichts klauen – genossen.“

Da der Heimatverein seine Jahresfahrt zum WDR nach Köln macht, plant der Kassierer privat zum Haus der Geschichte zu fahren: „Ich kann den Besuch der Ausstellung nur empfehlen. Nicht nur der Cola-Mann weist darauf hin, dass zu viel Verpackungsmüll anfällt. Jetzt kommen aktuell noch die ganzen Online-Versandhäuser hinzu.“

Den Cola-Mann hatte HA Schult aus weggeworfenen Dosen und aus Montageschaum zusammengepresst. „Coca-Cola ist das Synonym für Konsum“, sagt Schult.

Die Trash People versteht der heute 78-Jährige als künstlerische Mahnung an die Konsumgesellschaft. „Und diese Mahnung ist zeitlos“, sagt Wolfgang Hemann im Gespräch und hebt seine Stimme etwas an: „Wenn man sich diesen ganzen Plastikmüll in den Weltmeeren anschaut, muss man was tun.“

„Ich finde es faszinierend, dass der Künstler HA Schult die Figur aus Abfall erschaffen hat“, sagt Wilhelm Hemann jetzt. Beim ersten Anblick war er damals erst gegen „die Kunst aus Müll“. Aber sie habe ihm die Augen geöffnet: „Die Zuschauer werden zum Nachdenken aufgerüttelt.“

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