Sturm „Friederike“
Feuerwehr im Dauereinsatz

Telgte/Westbevern -

Sturmtief „Friederike“ wirbelte auch Telgte und Westbevern ordentlich durcheinander. Die Freiwillige Feuerwehr war im Dauereinsatz. In der neuen Feuerwache wurden die im Stadtgebiet anfallenden Einsätze selbst koordiniert, weil die Leitstelle in Warendorf überlastet war.

Donnerstag, 18.01.2018, 13:01 Uhr

Mathias Bußmann, Nico Sand  und Dieter Leuer (Kl. Bild, v. vorne n. hinten) hatten in der Einsatzzentrale alle Hände voll zu tun. Nicht nur in Westbevern mussten Bäume von der Straße geräumt werden.
Mathias Bußmann, Nico Sand  und Dieter Leuer (Kl. Bild, v. vorne n. hinten) hatten in der Einsatzzentrale alle Hände voll zu tun. Nicht nur in Westbevern mussten Bäume von der Straße geräumt werden. Foto: Flockert

Bis etwa 11.30 Uhr war „Friederike“ nur ein eher laues Lüftchen, dann aber pustete der Orkan mit aller Kraft los und sorgte für zahlreiche Schäden in Telgte und Westbevern. Bis Redaktionsschluss hatte die Feuerwehr knapp 100 Einsätze, davon auch etliche größere. Im Kiebitzpohl etwa stürzten fast 50 Bäume um, etliche Wege waren nicht mehr passierbar. Gesperrt war auch der Kirchplatz von St. Clemens wegen herabfallender Dachpfannen. Nicht nur die Feuerwehr half in vielen Fällen, sondern etliches wurde auch in Nachbarschaftshilfe beseitigt.

Zurück zum Beginn des Sturms in Telgte: Nachdem es innerhalb kurzer Zeit zu mehreren Meldungen bei der Feuerwehr gekommen war, sorgte Stadtbrandmeister Alfons Huesmann vor. Kameraden wurden vorsorglich alarmiert, zudem die Leitstelle in der neuen Feuerwache besetzt, um noch schneller reagieren zu können. Der Kreis forderte die Telgter Wehr kurz darauf auf, die Einsätze alle selbst abzuwickeln. Bei der Fülle der Anrufe war es der Leitstelle in Warendorf nicht mehr möglich, die gesamten Einsätze im Kreisgebiet zu koordinieren.

Während sich Wehrführer Alfons Huesmann selbst an den Einsatzstellen ein Bild von der Lage machte, hatten der stellvertretende Leiter der Wehr, Nico Sand, und seine beiden Kameraden Dieter Leuer und Mathias Bußmann in der Einsatzzentrale alle Hände voll zu tun. Immer wieder wurden neue Sturmschäden gemeldet. Die Zettel, auf denen der Einsatz notiert war, wanderten von einem Körbchen ins andere: von „Eingang“ über „in Arbeit“ bis „erledigt“. Und im Laufe des Tages wurde eine Menge Papier verschoben. Nicht nur, dass umgeknickte Bäume und heruntergefallene Dachziegel beiseite geräumt werden mussten, am Kreisel bei Dartmann hatte sich das Gerüst an einem Neubau losgerissen und musste gesichert werden. In Westbevern flog am Kortenkamp ein Bauzaun durch die Gegend.

Ebenfalls im Dauereinsatz waren die Techniker der Stadtwerke ETO. Vor allem durch umgestürzte Bäume, die Leitungen kappten, kam es zu mehreren Ausfällen. „Wir tun alles, um Schäden schnell zu beheben“, sagte ETO-Geschäftsführer Winfried Münsterkötter. Durch Umleitungen im Netz konnten die Ausfälle zumeist innerhalb kurzer Zeit wieder behoben werden.

Den Stundenplan der Schüler wirbelte der Sturm kaum durcheinander. „Wir haben uns für das Schulzentrum abgestimmt. Es liegt im Ermessen der Eltern, ob sie ihre Kinder früher abholen oder nicht“, sagte Harald Voß, Leiter des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums.

Am Donnerstag gegen 5.30 Uhr war es zudem zu einem Verkehrsunfall an der Kreuzung B 64/B 51 gekommen. Ein 48-jähriger Clarholzer befuhr mit einem Lkw die B 64 in Richtung Warendorf. Als er mit seinem Fahrzeug die Kreuzung passierte, stieß der 48-Jährige mit dem Wagen eines 51-jährigen Ostbeverners zusammen. Der 51-Jährige verletzte sich leicht. Rettungskräfte brachten ihn zur Behandlung in ein Krankenhaus. Der Sachschaden beträgt 4000 Euro.

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