Resolution der Stadt Telgte
Neuausschreibung in Betracht ziehen

Telgte -

Es reicht: Die Eurobahn verärgert nicht nur ihre Kunden, sondern auch die Kommunalpolitiker. Im Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschuss wurde eine Resolution mit klaren Forderungen verabschiedet.

Freitag, 02.02.2018, 17:02 Uhr

Immer Ärger mit der Eurobahn: Die Stadt hat eine Resolution verabschiedet.
Immer Ärger mit der Eurobahn: Die Stadt hat eine Resolution verabschiedet. Foto: Meyer

Nicht nur die Kunden der Eurobahn , die die Strecke zwischen Münster und Bielefeld (RB 67) über Telgte sowie zwischen Münster und Osnabrück (RB 66) über Westbevern-Vadrup bedient, haben inzwischen einen ganz dicken Hals. Auch die heimischen Kommunalpolitiker sind nicht mehr bereit, die teils unhaltbaren Zustände in den Zügen des Unternehmens Keolis weiterhin hinzunehmen. Zugausfälle, Verspätungen, überfüllte Züge und schlecht organisierter Schienenersatzverkehr sorgen landauf landab für Unmut.

In der Sitzung des Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschusses wurde am Donnerstag eine Resolution der Stadt Telgte einstimmig verabschiedet, in dem der Rat den Betreiber Keolis auffordert, „unverzüglich die durch Ausschreibung und Vergabeverfahren zugesicherten Leistungen auf den Linien RB 67 und RB 66 vollumfänglich und dauerhaft zu erbringen“. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland ZVM und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) werden ferner aufgefordert, „kurzfristig alle rechtlich möglichen Mittel auszuschöpfen, um die Eurobahn und den Betreiber Keolis zur Einhaltung seiner zugesagten Leistungen zu zwingen“. Alle juristischen Mittel müssten dabei ergriffen und etwaige Regressansprüche aufgrund nicht erbrachter Leistung durchgesetzt werden. Gefordert wird zudem, dass zukünftig der wirtschaftlichste und nicht der billigste Betreiber ausgewählt wird.

„Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münster ZVM wird bei Nichteinhaltung aufgefordert, die Strecken RB 66 und RB 67 unverzüglich neu auszuschreiben“, heißt es in der Resolution weiter. Es sei untragbar, dass ein Betreiber die Ausschreibung derartiger Dienstleistungen für sich entscheide, und anschließend die angebotenen Leistungen gar nicht oder andauernd sehr schlecht erfülle. Hier würden die treuen Kunden der Bahn, insbesondere die Schüler, die regelmäßigen Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit sowie Reisende mit Anschlusszügen bestraft und von der Bahn auf die Straße gedrängt.

Die Resolution wird nun an Keolis, den Kreis Warendorf, den NWL und den ZVM geschickt. Am Mittwoch kommender Woche berät der NWL über die Probleme mit der Eurobahn. Dann wird eine Entscheidung erwartet, welche Schritte eingeleitet werden sollen.

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