Regenbogenhaus
Ein Jahr auf dem Bauernhof

Ahlen / Telgte -

Schüler aus der Regenbogenförderschule in Ahlen werkeln, helfen und kochen auf dem Emshof in Telgte. Ein Jahr lang besuchen sie den Schulbauernhof wöchentlich.

Montag, 05.02.2018, 06:02 Uhr

Auf dem Schulbauernhof Emshof ernten die Schüler aus Ahlen nicht nur Grünkohl. An anderer Stelle werden zum Beispiel auch Holzkisten gebaut.
Auf dem Schulbauernhof Emshof ernten die Schüler aus Ahlen nicht nur Grünkohl. An anderer Stelle werden zum Beispiel auch Holzkisten gebaut. Foto: Flockert

Nach einer kurzen Morgenrunde macht sich die Küchengruppe auf den Weg zu ihrem Arbeitsplatz, um das Mittagessen vorzubreiten. Dort gilt es zunächst, die Angaben im Rezept für den Bedarf einer 15-köpfigen Gruppe umzurechnen. Die Informationen werden anschließend an die Hofgruppe weitergeben, die dann beispielsweise die in der Küche benötigte Menge Petersilie besorgt. So geschieht es ein Jahr lang immer an einem Tag in der Woche. Auf dem Schulbauernhof Emshof treffen 15 Schüler des Regenbogenschulhauses aus Ahlen ein. Sie versorgen die Tiere, arbeiten im Garten und auf dem Feld mit und kochen sich ihr eigenes Mittagessen mit Hilfe von Zutaten, die auf dem Hof erwirtschaftet werden.

Die Schüler sind mit Begeisterung bei der Sache. Egal, ob gemeinsam eine Holzkiste gebaut werden muss oder ob die Schweine gefüttert werden müssen. Dass sie sich darauf einlassen, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn die Acht- bis 16-Jährigen haben einen erhöhten Förderbedarf im Bereich soziale und emotionale Entwicklung. Deshalb können sie auch keine Regelschulen besuchen und müssen gesondert gefördert werden. Der Förderbedarf umfasst unter anderem psychische Erkrankungen, psycho-soziale Entwicklungsverzögerungen oder Traumata, die es den Kindern, die aus dem gesamten Kreis Warendorf kommen, schwer machen, sich im Alltag zurechtzufinden.

Bei ihren Besuchen auf dem Schulbauernhof stehen Durchhaltevermögen, Teamwork, Respekt, Verantwortung und Fürsorge im Mittelpunkt ihres Handelns. „Unseren Schülern wird die Möglichkeit geboten, soziales Miteinander und authentisches Regelverhalten zu üben“, erläutert Nicole Haas, kommissarische Konrektorin des Regenbogenschulhauses. „Die verschiedenen Tiere bieten zudem einen alternativen Zugang zum Kind, so dass unter anderem das Selbstbild, die Empathiefähigkeit und die Umgangsformen auf einer anderen Ebene gefördert werden.“

„Als Regionalzentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung fördern wir den Kompetenzerwerb bei Schülern. Teamfähigkeit und soziale Umgangsformen sind Schlüsselqualifikationen, um im Leben zurechtzukommen“, erklärt Ute Wichelhaus, Geschäftsführerin des Schulbauernhof Emshof.

Gefördert wird das Projekt „MahlZeit“ vom LWL-Landesjugendamt über den Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW.

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