Wohnungen für Flüchtlinge
Das Willkommenshaus ist fertig

Westbevern -

Viele Anwohner, Ratsmitglieder, Vertreter des Vereins Zib und der Krink haben sich das neue Gebäude in Westbevern für Flüchtlinge am Montagabend mit Interesse angesehen – und damit schon einmal ein Zeichen gesetzt.

Mittwoch, 21.02.2018, 07:02 Uhr

Tanja Schnur (links, heller Mantel) und Thomas Riddermann (vorne) informierten die Besucher über das neue Willkommenshaus an der Grevener Straße.
Tanja Schnur (links, heller Mantel) und Thomas Riddermann (vorne) informierten die Besucher über das neue Willkommenshaus an der Grevener Straße. Foto: Laerbusch

Thomas Riddermann freute sich am Montagabend sichtlich über die vielen Besucher, vor allem über die vielen Anwohner, die spürbares Interesse an dem neuen „Willkommenshaus“ an der Grevener Straße in Westbevern zeigten. Jeden Einzelnen nahm der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Stadt Telgte vor der Tür, auf dem kleinen Parkplatz, in Empfang und begrüßte ihn herzlich. Neben den Anwohnern hatten Riddermann und Kollegen unter anderen die Ratsmitglieder, den Krink in Westbevern und den Verein Zib eingeladen, das neue Gebäude einmal ganz zwanglos kennenzulernen.

Drei Wohnungen, jede 70 Quadratmeter groß, beherbergt der rote Klinkerbau schräg gegenüber der Feuerwache. Darüber hinaus gibt es einen vierten Bereich, der jederzeit unkompliziert in eine vierte Wohnung umgewandelt werden könnte, aber zunächst als Begegnungs- und Integrationsraum genutzt wird. „Hier sollen sich Menschen treffen, hier können Veranstaltungen stattfinden“, erläuterte Riddermann. Gedacht sind diese ebenfalls 70 Quadratmeter – im Erdgeschoss gleich links – aber keineswegs nur für die Bewohner und deren Belange. Der Begriff „Willkommenshaus“ bezieht sich gerade auch auf die Anlieger, die Nachbarn ringsherum also – was sich am Montagabend schon einmal ganz unkompliziert zeigte.

Das Grundstück, sagte Riddermann, habe die Stadt Telgte durch Spenden finanziert. Das Gebäude hat das Land NRW vorfinanziert. „Richtlinien zur Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge“, nannte der Fachbereichsleiter hier gestern Morgen im WN-Gespräch als Stichwort. Darüber erhielten Kommunen bei der Errichtung von Wohnraum für Flüchtlinge Konditionen bei den Zinsen, die selbst noch unter denen des freien Marktes lägen. Heißt aber: Die Stadt muss das Geld zurückzahlen, das aber nach Aussage von Riddermann über einen langen Zeitraum. Die Stadt Telgte, das betonte der Fachbereichsleiter auf Nachfrage eines Anwohners, sei Eigentümerin des Willkommenshauses, anderslautende Gerüchte seien falsch.

Auch Tanja Schnur, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Familie, Generationen und Kultur, informierte am Montagabend. Zum Beispiel darüber, dass Sozialarbeiterin Tatjana Fot regelmäßig vor Ort sein wird. Letztere ( ✆ 13 279) und Tanja Schnur (13 301) selbst sind auch Ansprechpartnerinnen für Bürgerinnen und Bürger, die in Zusammenhang mit dem neuen Willkommenshaus Sorgen aber auch Ideen und Wünsche haben. Ansprechpartner ist darüber hinaus Zib-Vorsitzender Arnold Michels ( ✆ 0173/8 13 83 82)

Fest steht bisher, dass zuerst eine fünfköpfige Familie in das Klinkerhaus einziehen wird. „Ein Kind ist zwei Jahre, eines geht in den Kindergarten, eines in die Schule“, sagte Riddermann am Dienstagmorgen. Die anderen Bewohner ständen noch nicht fest. Alle Flüchtlinge, die in das Haus an der Grevener Straße einziehen sollen, befinden sich noch im Anerkennungsverfahren. Wie lange und ob sie hierbleiben dürfen, steht also bisher nicht fest.

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