Kita Zwergenwiese in Telgte
Menschenrechtler zu Gast in Kita

Telgte -

Mousa Abu Maria war in der Kita Zwergenwiese zu Gast. Der Menschenrechter aus Palästina will Ideen für ein Projekt sammeln.

Donnerstag, 08.03.2018, 19:03 Uhr

Mousa Abu Maria (l.) war in der Kita Zwergenwiese zu Besuch, um neue Impulse für seine Arbeit in Beit Ommar, Hebron, zu bekommen.
Mousa Abu Maria (l.) war in der Kita Zwergenwiese zu Besuch, um neue Impulse für seine Arbeit in Beit Ommar, Hebron, zu bekommen. Foto: Sebastian Rohling

Einen Kindergarten, wie wir ihn in Deutschland kennen, gibt es in Palästina nicht, zumindest nicht in der Stadt Beit Ummar. Von dort kommt der Aktivist Mousa Abu Maria, der in dieser Woche in der Kita Zwergenwiese zu Besuch war. „Ich reise gerade durch Europa und sammle Ideen für unser Projekt in der West Bank, bei dem wir seit Jahren erfolgreich Kinder und Frauen aus Israel und Palästina zusammenbringen“, erklärt er den Grund für sein Reise, auf der er auch sein Netzwerk ausbauen möchte.

Dass er seinen Weg zwischen den Stationen Hamburg und Rom auch in die Emsstadt gefunden hat, liegt an Ursula Mindermann vom Telgter Arbeitskreises Israel-Palästina: „Der Kontakt ist über einen gemeinsamen Freund zustande gekommen. Neben dem Besuch in der Kita wollen wir auch noch zur Nabu-Naturschutzstation und zum Wildniskräutergarten in der Gasselstiege in Münster.“ Mindermann freut sich, dass sie den Menschenrechtler in der Emsstadt begrüßen darf. „Er ist ein sehr spannender Mensch. Er ist sehr engagiert, will die Volksgruppen in seiner Heimat zusammenbringen.“

Mousa Abu Maria hat es sich zur Mission gemacht, Menschen in seiner Heimat ins Gespräch zu bringen. Er ist der festen Überzeugung, dass nur wenn die Menschen miteinander reden und sich kennenlernen, der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern langfristig beigelegt werden kann. „Maßnahmen wie die Mauer in Jerusalem sind kontraproduktiv. Wie sollen sich die Menschen da kennen und verstehen lernen?", fragt er. „Die Wand ist der Feind, nicht der Mensch – egal auf welcher Seite.“

Bei seinen Recherchen in Europa will er auch Beispiele sammeln, wie Kinder sich aktiv mit ihrer Natur und Umwelt auseinander setzen können. „Bei uns lernen die Kinder meistens nur aus Büchern. Wie zum Beispiel ein lebendiger Fisch in der Natur aussieht, das wissen viele nicht.“ Deswegen will er auch einen Park in Beit Ummar schaffen, in dem es viele naturbelassene Flächen und kleinere Gewässer gibt. Hier sollen dann die Kinder lernen, respektvoll mit ihrer Umwelt umzugehen. „Es ist toll zu sehen, wie die Kinder hier in Telgte aufwachsen dürfen. Wie sie Natur und Stadt gleichermaßen kennenlernen. Ich nehme viele Ideen mit nach Hause.“

Es sei noch ein langer Weg, hin zu mehr Respekt und weniger Gewalt in seiner Heimat. Aber durch seine bisherigen Erfolge fühlt er sich bestätigt, dass er, und alle die ihn vor Ort begleiten, auf dem richtigen Weg sind, hin zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander vor Ort.

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