Ziffernblatt der Turmuhr von St. Clemens in Telgte restauriert
Ostern tickt die Uhr wieder

Telgte -

Am Turm von St. Clemens fehlen die Turmuhren – vielmehr die Ziffernblätter und die Zeiger. Nicht mehr lange. Zu Ostern soll dort wieder die Zeit angezeigt werden. Reinhold Flüthe und Nicole Paul haben Ziffernblätter und Zeiger restauriert, so dass sie in Kürze an ihren Platz zurückkehren können.

Donnerstag, 22.03.2018, 20:03 Uhr

In der kommenden Woche sollen die drei großen Zifferblätter wieder an ihren angestammten Platz am Turm von St. Clemens zurückkehren.
In der kommenden Woche sollen die drei großen Zifferblätter wieder an ihren angestammten Platz am Turm von St. Clemens zurückkehren. Foto: Flockert

Wer in diesen Tagen am Kirchturm von St. Clemens in die Höhe schaut, um zu erfahren, wie spät es ist, der guckt ein wenig verwundert. Die römischen Ziffern I bis XII einer Uhr sind deutlich zu erkennen. Aber wo sind die Zeiger? Doch nicht nur diese fehlen – auch die Ziffernblätter der drei Uhren, die am 21. Februar abgenommen wurden, um sie mitsamt den Zeigern zu restaurieren.

Uhrmachermeister und Restaurator Reinhold Flüthe hat sich gemeinsam mit der Diplom-Restauratorin Nicole Paul an die Arbeit gemacht. Rund 50 Jahre haben die Ziffernblätter mit einem Durchmesser von 1,63 Metern bei Wind und Wetter in 25 Metern Höhe gehangen. Jetzt werden sie wohl erstmals generalüberholt. „Wir haben Zweifel, dass sie vorher schon einmal Streicheleinheiten bekommen haben“, sagt Reinhold Flüthe. Die blaue Farbe war verblichen, weil sich das Bindemittel verflüchtigt hatte. Die Oberfläche wurde mit einer speziellen Seife, die fettigen Anteile auch mit Benzin, gereinigt. Löcher wurden geschlossen. Neuer blauer Lack musste nicht aufgebracht werden. „Wir haben nur Klarlack aufgetragen. Der sorgt für den Glanz und die Tiefe“, erläutert Nicole Paul. Dadurch erscheine das Blau jetzt wieder viel dunkler.

Auf die in die Jahre gekommenen Zahlen und Minutenstriche wurde hauchdünnes Blattgold aufgelegt. „Das hält jetzt wieder jahrzehntelang“, weiß die Restauratorin. Regen, Schnee und Wind können auch dem Edelmetall nichts anhaben. Nur das Berühren mit der Hand ist verboten – wegen des Handschweißes. Den kann das Gold nicht vertragen. Deswegen müssen Flüthe und Paul bei ihrem Wirken auch immer Handschule tragen.

Während Nicole Paul in erster Linie mit den Lack- und Goldarbeiten befasst ist, kümmert sich Reinhold Flüthe um die Technik. Die ebenfalls restaurierten Zeiger, die mit einem Gegengewicht versehen sind, müssen ausgewuchtet werden. Ansonsten wird das Räderwerk zu stark belastet.

Die Zeiger sind im Übrigen nicht ganz so alt wie das Ziffernblatt – wohl nur rund 30 Jahre. „Die Legende sagt, dass der Turm vor 30 Jahren eingerüstet war. Da sollen die Zeiger aller drei Uhren geklaut worden sein“, berichtet Flüthe. Wegen des geringeren Alters waren die Schäden auch nicht so groß. „Ich musste nur ein paar Stellen ausbessern“, erzählt Nicole Paul.

Abgeschlossen werden die Arbeiten in Kürze, schließlich soll die Uhr beim Osterfest wieder die Zeit anzeigen. „Damit der Osterhase weiß, wann er über Rasen hoppeln muss“, sagt Flüthe augenzwinkernd.

Am kommenden Samstag, 24. März, sind alle Interessierten von 10 bis 13 Uhr in die Werkstatt von Reinhold Flüthe an der Münsterstraße 18-20 eingeladen, um sich von den beiden Restauratoren über den Stand der Dinge informieren zu lassen.

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