Unter Deck
Mit Atemmaske in den Untergrund

Telgte -

Vermummte Männer in Weiß – gab es gerade nachts am Orkotten zu sehen. Es wird saniert und repariert.

Freitag, 06.04.2018, 06:04 Uhr

Mit Atemmaske und Schutzanzug bekleidet stiegen die Spezialisten in die Schächte, um mit Unterstützung von Kameras zu prüfen, was wo ausgebessert werden musste. Eine Firma aus Westerkappeln sorgte während dieser Stunden für die Verkehrssicherheit.
Mit Atemmaske und Schutzanzug bekleidet stiegen die Spezialisten in die Schächte, um mit Unterstützung von Kameras zu prüfen, was wo ausgebessert werden musste. Eine Firma aus Westerkappeln sorgte während dieser Stunden für die Verkehrssicherheit. Foto: Bernd Pohlkamp

Die Kanalisation im Bereich der im vergangenen Jahr neu angelegten Orkotten-Straße ist nach erfolgter Sanierung wieder zukunftsfähig. Der Abwasserbetrieb TEO AöR hat die Spezial­firma Rohrtechnik International (RTI) aus Hannover mit der Reparatur der sogenannten Kanalhaltungen und Schächte beauftragt. Jetzt in den Osterferien sind die Mitarbeiter am Werk. In dieser Woche wurden – in den Nachtstunden – zusätzlich die Einsteigeschächte unter der Fahrbahn saniert. Ohne Aufbruch der Fahrbahn-, Geh- und Radwegedecke wurde dieses Vorhaben umgesetzt. Es wurden punktuelle Schäden am Hauptkanal zwischen der Kreuzung Von-Siemens-Straße/Orkotten, Alfred-Krupp-Straße/Orkotten und Bahnübergang/Münstertor mit modernster Technik behoben.

Weil die Kanaldeckel teilweise am Rande der Fahrbahn in einem Abstand von 100 Metern liegen, fanden die Arbeiten zusätzlich in den Nachtstunden statt. Eine Straßensicherungsfirma aus Westerkappeln bei Osnabrück sorgte während dieser Stunden für die Verkehrssicherheit.

Die Schächte, in denen die Fachfirma arbeitete, dienen der Be- und Entlüftung, Kontrolle und Reinigung der Kanäle. Sämtliche Schachtanschlüsse wurden kontrolliert und ausgebessert, um so eine höchstmögliche Lebensdauer und Dichtheit des Gesamtsystems zu gewährleisten.

Mit Atemmaske und Schutzanzug bekleidet stiegen die Spezialisten in die Schächte, um mit Unterstützung von Kameras zu prüfen, was wo ausgebessert werden musste.

„An einigen Stellen wurden Ausbrüche und Schadstellen umfangreicher vorprofiliert. Dort mussten Manschetten gesetzt werden, um so einen sauberen Übergang vom jeweiligen Schacht zum GFK-Liner herzustellen“, erläutert Thomas Meier , Technischer Leiter des Abwasserbetriebes TEO und verantwortlich für das Projekt. Ein GFK-Liner (glasfaserverstärkter Kunststoff) ist ein Schlauch, in dem ausschließlich hochwertiges, dauerhaft chemikalien- und korrosionsbeständiges Advantex-Glas eingesetzt und mit einem Harzmaterial getränkt im Kanalrohr mittels Luftdruck aufgestellt und mit Hilfe einer Lichtquelle ausgehärtet wird. Thomas Meier: „Der GfK-Liner leistet einen wirtschaftlichen, umweltschonenden und dauerhaften Beitrag zur Sanierung von Kanalrohren.“

Streng werde darauf geachtet, so Meier weiter, dass Schmutzwasser nicht mit dem Grundwasser in Berührung kommt. „Kalkablagerungen sind Hinweise auf eindringendes Grundwasser. An diesen Stellen wird mit dem Verfahren abgedichtet“, so Meier. Mit modernster Technik konnte dieses Sanierungsprojekt abgeschlossen werden.

Nach diesen umfangreichen Sanierungsarbeiten des Kanalnetzes als verschweißtes System sollen – so das Ziel – die Voraussetzungen für ein dauerhaft dichtes und über viele Jahrzehnte hinaus sehr gut funktionierendes Abwassernetz im Orkotten geschaffen sein.

Wie erfolgreich dieser Einsatz war und ob das Sanierungsziel auch erreicht ist, wird vom Abwasserbetrieb bis Ende April bei der Abnahme der Bauleistung geprüft.

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