Artensterben
Rettung für den Kiebitz

Telgte -

Der Kiebiz darf nicht aussterben: Der Landwirtschaftliche Ortsverein Telgte-Westbevern und der Hegering Telgte-Westbevern sind deshalb im Einsatz. Und nicht nur sie.

Samstag, 07.04.2018, 14:04 Uhr

Sie setzen sich für den Kiebitzschutz in Telgte und Westbevern ein (v.l.): Dieter Kortmann (Hegering- Vorstand), Martin Wickensack (Vorsitzender LOV Telgte-Westbevern), Thorsten Severt (2. Vorsitzender LOV Telgte-Westbevern), Katrin Leugermann (Hegering), Mats Wördemann (Hegering), Jana Diekrup (Hegering-Vorstand), Hans Elpermann (Hegering) und Markus Große Bockhorn (Hegering-Vorstand, Obmann für Natur und Umweltschutz).
Sie setzen sich für den Kiebitzschutz in Telgte und Westbevern ein (v.l.): Dieter Kortmann (Hegering- Vorstand), Martin Wickensack (Vorsitzender LOV Telgte-Westbevern), Thorsten Severt (2. Vorsitzender LOV Telgte-Westbevern), Katrin Leugermann (Hegering), Mats Wördemann (Hegering), Jana Diekrup (Hegering-Vorstand), Hans Elpermann (Hegering) und Markus Große Bockhorn (Hegering-Vorstand, Obmann für Natur und Umweltschutz). Foto: Pohlkamp, WLV

Der Kiebitz ist in Not: Die Bestände sind so stark rückläufig, dass der Landwirtschaftliche Ortsverein Telgte-Westbevern und der Hegering Telgte-Westbevern den vom Aussterben bedrohten Vogel besser schützen wollen. Die Maßnahme im April sieht vor, dass vier dafür ausgebildete Mitglieder des Hegerings die Gelege ausfindig machen und mit Markierungsstöckchen kleinräumig aussparen. Diese Bereiche sollen von den Landwirten nicht bewirtschaftet werden, damit die Vögel in Ruhe brüten können. Koordiniert wird dieses „Kiebitzschutzprojekt“ zur Stärkung und Stabilisierung der Bestände von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf, der NABU-Naturschutzstation, der Kreisjägerschaft, der Landwirtschaftskammer und dem Landwirtschaftlichen Kreisverband.

Bei Markus Große Bockhorn, Obmann für Natur und Umweltschutz des Hegering Telgte-Westbevern, laufen die Fäden zusammen. Bei ihm trafen sich jetzt die Verantwortlichen zur Vorbereitung dieser erstmals geplanten Maßnahme. Dabei auch die Sprecher der Landwirte: Martin Wickensack, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Telgte-Westbevern, und sein Vertreter Thorsten Severt. Sie appellierten an ihre Berufskollegen, das Projekt zu unterstützen. Alle Landwirte wurden bereits vom Kreis Warendorf angeschrieben und gebeten, bei den kommenden Feldarbeiten auf die markierten Gelege verstärkt zu achten und diese Bereiche in dieser Zeit nicht zu bewirtschaften.

Um die Gelege zu entdecken, bedarf es einer besonderen Ausbildung: Für vier Mitglieder des Hegerings Telgte-Westbevern gab es eine Schulung. Dabei lernten Sebastian Bartke, Hans Elpermann, Katrin Leugermann und Mats Wördemann wie man die Felder anfährt, absucht und was bei Entdeckung eines Brutplatzes zu tun ist. Mit einem Entfernungsmesser sind diese vier Tierschützer ausgestattet, wenn sie auf Erkundungstour gehen, um so zunächst aus der Ferne das Nest wahrzunehmen. Der Hegering rechnet damit, dass die vier „Kiebitznestsucher“ bis Ende April ihre ehrenamtlichen Arbeiten abgeschlossen haben. Dann treffen sie sich, um Bilanz zu ziehen.

Landwirte und Jäger arbeiten sehr eng zusammen: Bereits auf der Hegeringsversammlung hatten die Jäger und Landwirte Naturschutzprojekte angekündigt. „Unser Ziel ist es, eine Trendwende beim Kiebitzrückgang zu erreichen,“ betonte Markus Große Bockhorn bei der Projektvorstellung.

Jana Diekrup, Vorstandsmitglied beim Hegering, nannte Zahlen des Kreises: Demnach brüteten 2017 nur noch 575 Kiebitzpaare im Kreisgebiet. Das bedeute, bezogen auf die vergangenen fünf Jahren, ein weiterer Rückgang um 20 Prozent. „Wir möchten, dass der Kiebitz weiterlebt. Und dazu soll dieses Kiebitzschutzprojekt beitragen“, wünscht sich die engagierte Telgterin die Unterstützung der Landwirte in Telgte und Westbevern.

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