Friedensstein machte in Raestrup Station
5700 Umdrehungen in zwei Stunden

Telgte -

Der Friedensstein ist von Raestrup in Richtung Warendorf weitergerollt worden. Zwei Stunden wurden für den Weg benötigt. Rund 5700 Umdrehungen wurden gezählt. Am „Tag der Deutschen Einheit“, am 3. Oktober, soll der Friedensstein in Berlin eintreffen.

Montag, 21.05.2018, 14:05 Uhr

„Frieden entsteht, wenn man ihn geht“. Der Friedensstein macht sich auf den Weg nach Berlin, hier vor der Kraftfahrerkapelle in Raestrup unter anderem mit der Patin Marianne Hegemann (2.v.r.).
„Frieden entsteht, wenn man ihn geht“. Der Friedensstein macht sich auf den Weg nach Berlin, hier vor der Kraftfahrerkapelle in Raestrup unter anderem mit der Patin Marianne Hegemann (2.v.r.). Foto: Pohlkamp

Eine beispielhafte Aktion rollt derzeit durch den Kreis Warendorf: ein 128 Kilogramm schwerer Mühlstein aus Basaltlava mit Symbolcharakter. „Frieden entsteht, wenn man ihn geht“, sagt der Kürtener Künstler Michael Flossbach mit dem Friedensprojekt „Stoning Roll“. Das Wort „Frieden“ in 44 Sprachen trägt der Stein auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Symbole der acht Weltreligionen mit internationalen Zeichen für den Frieden.

Am Ostermontag startete der Stein in Dürscheid, wo er zuvor gesegnet worden war. In Münster nahm der Stein an den Feierlichkeiten zum 101. Katholikentag teil. Dort lautete das Motto: „Frieden suchen!“. Von Münster aus rollte der Friedensstein weiter nach Telgte, wo er bei der Familie Hegemann in Raestrup Station machte. Marianne Hegemann und Kläre Storp hatten die Patenschaft übernommen.

Jetzt wurde der Stein wieder ins Rollen gebracht. An der Kraftfahrerkapelle St. Christophorus legte die „Telgter/Warendorfer“ Friedensgruppe einen symbolischen Halt ein, um dann den Friedensstein zügigen Schrittes Richtung Warendorf zu schieben oder zu ziehen. Denn beides ist möglich. Dabei wählte die Gruppe nicht unbedingt den leichtesten Weg, sondern ließ den Stein schon über historische Wege rollen: über den Emsauenweg, über den Jakobsweg, durch Müssingen, Neuwarendorf bis zur Christuskirche. Dort nahmen Dr. Anja Schöne, Museumsleiterin im Telgter Religio, und Pfarrer Herwig Behring den Stein am Donnerstagabend entgegen. Hier wird er zudem am heutigen Samstag, 19. Mai, um 20 Uhr im Rahmen einer ökumenischen Pfingstnacht in die Feierlichkeiten integriert.

Am Pfingstsonntag wird der Stein im Beisein von Patin Dr. Anja Schöne ab 14 Uhr an der Christuskirche in Warendorf wieder ins Rollen gebracht. Ziel ist die katholische Kirche in Beelen.

Marianne Hegemann, die die Patenschaft bis nach Warendorf übernommen hatte, freute sich, dass sie einige „Dauerbrenner“ für den rollenden Stein gewinnen konnte. Die zehn Kilometer waren nach etwa zwei Stunden zurückgelegt. Das waren rund 5700 Umdrehungen. Eifrigste „Roller“ waren Robert Kordt, Ludger Hegemann, Hanni Büscher und natürlich die Patin Marianne Hegemann. Alle wunderten sich wie schnell und einfach es war, Frieden demonstrativ in Bewegung zu setzen. Am „Tag der Deutschen Einheit“, am 3. Oktober, soll der Friedensstein in Berlin eintreffen, vielleicht sogar von der Bundeskanzlerin in Empfang genommen werden. Wenn so ein Stein erst ins Rollen kommt, kann er viele Menschen begeistern.

 

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