Prozess vor dem Landgericht wegen des Brandes in Telgte
„In die Nähe der Lebensgefahr“ gebracht

Telgte/Münster -

Der Prozess gegen den 21-jährigen Syrer wegen des Brandes am Sperberweg ist fortgesetzt worden. Experten sagten aus, dass die Bewohner des Hauses „in die Nähe der Lebensgefahr“ gebracht worden seien.

Mittwoch, 13.06.2018, 16:00 Uhr

Der Syrer hat zugegeben, seine Wohnung am Sperberweg am 1. Oktober in Brand gesetzt zu haben.
Der Syrer hat zugegeben, seine Wohnung am Sperberweg am 1. Oktober in Brand gesetzt zu haben. Foto: Große Hüttmann

Die freigesetzten Rauchgase waren lebensgefährlich. Diese Kernaussage kam von eingesetzten Kräften, die am Mittwoch als Zeugen im Fortsetzungsprozess vor dem Landgericht aussagten. Angeklagt ist ein 21 Jahre alter Syrer aus Telgte, dem versuchter Mord und schwere Brandstiftung zur Last gelegt wird. (WN berichteten).

Persönliche Probleme hatten den Angeklagten wohl eingeholt. Dazu trug auch bei, dass er seine Familie lange nicht mehr gesehen hatte. Das alles sei wohl über ihn hereingebrochen, berichtete ein Kriminalbeamter, der den Angeklagten polizeilich vernommen hatte. Nach der Brandlegung soll der 21-Jährige noch versucht haben, selbst zu löschen. Das sei ihm aber misslungen. Als die Flammen höher schlugen, da sei ihm erst bewusst geworden, was er getan hatte.

Am zweiten Verhandlungstag, an dem Zeugenaussagen im Mittelpunkt des Prozesses standen, kamen auch Feuerwehrkräfte und ein Brandsachverständiger zu Wort. Letzterer bestätigte, dass es zwei getrennte Brandherde ohne den Einsatz von Brandbeschleuniger gegeben habe. Eine technische Ursache schloss er aus.

Die Frage des Gerichts, ob eine Lebensgefahr für die Bewohner vorgelegen habe, bejahte der Diplom-Ingenieur. Zumindest seien die Menschen durch die starke Rauchgasentwicklung „in die Nähe der Lebensgefahr“ gebracht worden. Dieser Einschätzung schlossen sich Einsatzkräfte in ihren Aussagen an. Denn durch die offenstehenden Türen sei das Treppenhaus des Mehrfamilienhauses schon stark verraucht gewesen.

Drastisch schilderte ein Polizist die Situation vor Ort. „Als wir eintrafen, schlugen die Flammen aus dem Fenster.“ Der Angeklagte, der halb vor sein Wohnung auf dem Flur lag, wurde aus der Gefahrenzone gezogen und ins Freie gebracht.

► Der Prozess wird fortgesetzt.

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