Golfclub Gut Hahues Telgte
Golfspielen in einem Biotop

Telgte -

Der Golfclub Gut Hahues verknüpft Sport ganz eng mit Natur- und Umweltschutz.

Samstag, 07.07.2018, 14:00 Uhr

Präsident Georg Grothaus (r.) und Wolfgang Hotte, Projektverantwortlicher für Golf und Natur, sehen den Verein auf einem guten Weg.
Präsident Georg Grothaus (r.) und Wolfgang Hotte, Projektverantwortlicher für Golf und Natur, sehen den Verein auf einem guten Weg. Foto: Pohlkamp

Intensiver denn je will der Golfclub Gut Hahues in der Harkampsheide die Interessen des Golfsports mit denen des Natur- und Umweltschutzes verbinden. 38 Hektar groß ist die Fläche, die der Verein hegt, pflegt und bespielt. Auf dem Areal gibt es zudem Raum für die weitere Gestaltung natürlicher Lebensräume für Wildblumen und Obstwiesen. Wildbienen und eine Vielzahl anderer Insekten erhalten dort ein Refugium.



Für Georg Grothaus , seit 2012 Präsident des Golfclubs, und seinen Vorstand ist es mit Blick auf die Zukunft wichtig, neue Wege zu gehen, um den Golfsport in eine noch engere Beziehung zur Natur zu bringen und so die Funktionsflächen nach eigenen Angaben mit dem größtmöglichen Schutz von Tier- und Pflanzenwelt zu verbinden. „Wir möchten hier ein schönes Stück Natur schaffen und es immer weiter gestalten. Dabei steht uns auch der NABU mit Rat und Tat zur Seite,“ zeigt sich der Präsident optimistisch, alle Umweltbereiche in Zukunft zu berücksichtigen und zu gestalten.

In den vergangenen Jahren hat sich der Golfclub für einen nachhaltigen, verantwortungsvollen Umgang mit der Natur eingesetzt, betonen die Verantwortlichen. „Dabei haben wir auch finanziell in unsere Zukunft investiert: in Projekte, die sowohl ökologische, soziale als auch ökonomische Ziele verfolgen“, so der Präsident.



Wolfgang Hotte , Projektverantwortlicher für Golf und Natur, sieht die gelungene Wechselwirkung von eingebetteten Spielflächen mit großzügiger Driving-Range, Putting- und Pitching-Grün sowie Übungsbunkern mit den Feldern, Wiesen, Wassergräben, Waldbeständen und Hecken. In gleichem Atemzug spricht er über das Engagement bei der Umsetzung des Umweltprogramms „Golf und Natur“: Die Pflege, die Gestaltung und die Beachtung einer engen Verzahnung mit Natur, Tierwelt, naturbelassenen Biotopen und Teichen mit Amphibien, Insekten und Vogelwelt gehören zu den Umwelt-Schwerpunkt-Themen des Vereins. „Natürliche Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten haben wir sehr reichhaltig. Es gibt Biotope, Wassergräben, sumpfige Flächen, verschiedenartige Laubgehölze und Hecken – hier beginnt unser Verbesserungsprozess“, so Wolfgang Hotte.

Auch Vögel finden einen ungestörten Lebensraum: Dazu zählen auch Hühner. Diese gehören zum Golfplatz wie die Golfbälle zum Sport. Die Hühner finden Nahrung und legen Eier. Viele Golfspieler profitieren davon, wenn sie mit frischen Bio-Eiern die Heimreise antreten. Doch auch andere Tiere bereichern das tägliche Bild auf Gut Hahues: Perlhühner, Gänse, Fasanen, Hasen und Enten. Sie fühlen sich offensichtlich sehr wohl und nehmen die geschaffenen natürlichen Lebensräume an.


Der Golfclub Hahues wurde bereits dreimal für sein Umweltengagement ausgezeichnet: 2011 gab es Bronze, 2013 Silber mit dem Umweltzertifikat – und 2016 Gold. In diesem Jahr bewirbt sich der Verein wieder um den Goldstatus. Der ökologische Wert der Golfanlage für den Erhalt der Natur und der Artenvielfalt ist bereits hoch. Doch das reicht den Verantwortlichen nicht aus, sie bleiben kreativ und planen weitere Maßnahmen und Verbesserungsprojekte für das Re-Audit.

Vorgesehen ist, den Bestand an Apfelbäumen mit alten heimischen Sorten regelmäßig zu schneiden und zu pflegen. Mit der nächsten Apfelernte sollen dann die Sorten exakt bestimmt werden. In Zusammenarbeit mit einem Imker werden Bienenstöcke auf dem Golfplatz aufgestellt. Zu den Maßnahmen gehört auch die Ausschilderung auf der Hofanlage mit einer Infotafel zur Hofgeschichte. Zum Bild des Golfplatzes passen auch die Schafe. Diese sind wieder im Einsatz und sorgen dafür, dass die grünen Abschnitte neben den Golfbahnen kurz gehalten werden. Zudem werden Flächen an den Spielfeldrändern in Zusammenarbeit mit dem NABU mit seltenen Gräsern eingesät. Der Golfclub legt mit den Experten eine Karte an, in der die Orte aufgenommen werden, wo sich welche Gräser befinden.

Die gesamte Anlage wird täglich gepflegt. Dafür sind die sogenannten Greenkeeper zuständig.

Die Firma Kleimann aus Nordwalde sorgt dafür, dass die angestrebte naturnahe Landschaftspflege ohne Chemie umgesetzt wird, und sie ist dabei verantwortlich für die nachhaltige Qualität. „Der größte Teil der durchschnittlichen Jahresausgaben fällt bei der Golfplatzpflege und im Geschäftsbereich ,Platz’ an,“ so Georg Grothaus.

580 Mitglieder zählt der 1989 gegründete Sportverein: 230 kommen aus Telgte, 50 aus Ostbevern. Und viele Münsteraner gehören dazu. Ausgangspunkt und Treffpunkt ist für die Mitglieder die teilweise 480 Jahre alte unter Denkmalschutz stehende Hofanlage Farwick, in die auch die Clubräume mit der Gastronomie integriert sind. Die langen Wege von zehn Kilometern Länge und vier Stunden Gehzeit, die bei einem 18-Loch-Spiel zurückgelegt werden, bieten dem Sportler Naturgenuss und Wohlbefinden. „Sie fühlen sich hier wie auf einer Natur-Insel: Manche behaupten, ein Tag auf dem Golfplatz ist wie ein Urlaubstag abseits von Alltag und Verkehr,“ sieht Georg Grothaus seinen Verein auf den richtigen Weg. „Das ist für uns auch Ansporn, an unserer Anlage weiterzuarbeiten und sie noch schöner zu gestalten. Diese konsequente Weiterentwicklung unseres Platzes führt zu einem ganz besonderen und unvergesslichen Golfvergnügen.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5882977?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Poller schützen bald den Domplatz
Der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer (l.) und Norbert Vechtel (Ordnungsamt) vor der längsten Sperranlage in der City an der Loerstraße. Bis 2021 sollen alle relevanten Innenstadt-Zufahrten mit Überfahrschutzpollern ausgestattet sein.
Nachrichten-Ticker