Tipps von einer Telgter Gartenexpertin
Gießkanne im Dauereinsatz

Telgte -

Die Sonne brennt gefühlt seit Monaten unaufhörlich vom Himmel. Viele Blumen lassen die Köpfe hängen, Rasenflächen werden braun. Hildegard Theilmeier, Gärtnermeisterin und Inhaberin vom „Telgter Gartenbau“, verrät, worauf der Hobbygärtner bei den hohen Temperaturen achten sollte.

Freitag, 20.07.2018, 20:00 Uhr

Hildegard Theilmeier: Verblühte Stauden und Rosen zurückschneiden, damit diese noch ein zweites Mal blühen können. 
Hildegard Theilmeier: Verblühte Stauden und Rosen zurückschneiden, damit diese noch ein zweites Mal blühen können.  Foto: Pohlkamp

Sommer, Sonne, Badewetter und das Frühstück auf der Terrasse genießen. Sich dabei über den Anblick einer bunten Blumenpracht im eigenen Garten freuen. Oder über vorbeifliegende Schmetterlinge entzückt sein. Doch wer seinen ganz persönlichen Naturgarten liebt und ihn auch genießen möchte, muss etwas dafür tun und einige Gartenregeln beachten. Hildegard Theilmeier, Gärtnermeisterin und Inhaberin vom „Telgter Gartenbau“, verrät, worauf der Hobbygärtner bei den hohen Temperaturen achten sollte. Zu den wichtigsten Handwerkszeugen gehören im Sommer die Gießkanne, die Bewässerungsbrause, die Rosen- und die Heckenschere.

Noch vor dem Frühstück, noch vor der Lektüre der Tageszeitung – also vor 8 Uhr – ist es Zeit, in den Garten zu gehen und seine Blumen, Pflanzen und auch den Rasen mit Wasser zu versorgen. Denn nur so ist es möglich, die Blütenpracht auch während der Sommertage zu erhalten. Es gilt jedoch nicht nur diese Regel zu beachten. Die Gärtnermeisterin nennt weitere Maßnahmen für einen auch im Sommer florierenden Garten. „Eigentlich,“ so die Expertin, „ist die Sommerzeit dafür da, den Garten zu genießen.“ Denn wenn nicht jetzt, wann dann? „Es ist wie bei den Bauern, wenn sie im Märzen die Rösslein einspannen und ihre Felder und Wiesen instand setzen und im Sommer ernten“, sagt die Telgterin. Das gelte auch für den Hobbygärtner. „Nur bei denen steht das „Ernten“ für „Genießen“.

Jetzt haben wir den gewünschten Sommer, die Sonne brennt: Die Pflanzen und der Rasen leiden. Aus Genießen wird Gießen. Hildegard Theilmeier: „Es gilt, heiße Stunden am Tage zu meiden. Die Pflanzen dürfen niemals von oben gegossen werden, sondern das Wasser muss direkt den Wurzeln zugeführt werden (Tröpfchenbewässerung), um so Pilzbefall an den Blättern und unnötige Verdunstung oder Verbrennungen zu vermeiden.

Hildegard Theilmeier empfiehlt mit Blumen gefüllte Hängekörbe sogar zweimal am Tag zu gießen: morgens und abends. Viele Kübelpflanzen machen bei extremer Hitze dennoch schlapp. Die Expertin: „Sie bekommen gelbe Blätter, erschöpfte Triebe, Brandflecken oder die Zweige vertrocknen. Oftmals lassen sie sich aber retten.“  Um vertrocknete Topfpflanzen wieder zu beleben, sollte man die Pflanze besser mit dem Topf in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen. Hildegard Theilmeier: „Allerdings nur, wenn der jeweilige Blumen- oder Pflanzentopf ein Abflussloch hat. Wenn im Wasser keine Luftblasen mehr zu sehen sind, hat die Erde genügend Flüssigkeit aufgenommen.“

Doch woher kommt das Wasser? Sicherlich ist diese Frage bereits geklärt. Wer jedoch ständig Stadtwasser einsetzt, sollte sich Gedanken machen. Hildegard Theilmeier empfiehlt eigenes auf dem Grundstück anfallendes Wasser nicht in die Kanalisation zu leiten, sondern den Pflanzen und der Natur wieder zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel durch das Aufstellen eines Wassertanks, unter- und auch oberirdisch sei dies möglich. Weiter empfiehlt Hildegard Theilmeier verblühte Stauden und Rosen zurückschneiden, damit diese noch ein zweites Mal blühen können. Nach dem Rückschnitt und vor einem Regen sollten die Pflanzen mit einem Nährstoff versorgt werden. Man kann Dünger ins Gießwasser geben oder Düngestäbchen in Balkonkästen und Blumenkübel einsetzen. Für Vegetationsflächen empfiehlt Hildegard Theilmeier handelsübliche Düngemittel zum Streuen einzusetzen: „Hier gilt mäßig und regelmäßig, am besten vor einem Regenschauer.“

Hecken sollten im Sommer beschnitten werden. Dabei sind die Richtlinien des Naturschutzgesetztes zu beachten, und jeder sollte sich vergewissern, dass keine Vögel in der Hecke nisten. Erlaubt ist nur ein Form- und Erhaltungsschnitt im Garten. Ein leichter Rückschnitt der im Frühjahr blühenden Gehölze ist jetzt auch möglich und ratsam. Dazu gehören die Himbeersträucher: „Die trockenen, abgeernteten Ruten können entfernt werden.“

Wer einen gleichmäßig grünen Rasen möchte, muss ihn pflegen: Düngen, wässern, schneiden. Von März bis Oktober benötigt der Rasen alle acht Wochen eine kleine Menge Dünger. Wer die Rasenpflege nicht befolgt, darf sich nicht wundern, dass sich Wildkräuter durchsetzen. Diese kommen mit weniger Nährstoffen und weniger Wasser aus.

Wer Tomaten oder Kräuter in seinem Garten hat, muss ebenfalls einiges für den Erhalt tun. Wichtig sind bei der Tomate die Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen, frühzeitig aufzubrechen und die unteren Blätter, die den Boden berühren können, zu entfernen.  Hildegard Theilmeier: „Tomatenpflanzen bleiben länger gesund, wenn diese kein Wasser von oben bekommen.“

Haben Schädlinge Pflanzen oder Teile davon befallen, empfiehlt die Gärtnermeisterin von Pilz befallene Blätter zu entfernen und die Pflanze auf Raupen abzusuchen.

Im privaten Gartenbereich rät Hildegard Theilmeier nach Möglichkeit, ohne Pflanzenschutzmittel auszukommen. Sinnvoll ist es, die Pflanze an den richtigen Ort zu setzen: Zum Beispiel liebt die Rose einen sonnigen und Luft durchfluteten Standort, während der Rhododendron (Moorbeetpflanze) einen feuchten, halbschattigen und windgeschützten Standort bevorzugt. „Wenn sich die Pflanze wohl fühlt, hat man schon vieles für den Pflanzenschutz getan. Versorgt man diese ordentlich mit Wasser und Nährstoffen hat man noch mehr für den Pflanzenschutz getan.“

Um im Frühjahr den Garten bunt zu haben, empfiehlt Hildegard Theilmeier Blumenzwiebeln schon ab Mitte September bis Ende November im Garten zu pflanzen. Wenn man eine kleine Gartenfläche nicht bepflanzt, rät sie den Boden mit einem Gründünger zu versehen. Darüber freuen sich später Bienen und andere Tierarten.

Viele Hobbygärtner haben aber auch schon eigene individuelle Lösungen für grünes Blätterwerk, den Erhalt der duftenden und blühenden Blumen- und Pflanzenwelt und für ein verstärktes Auftreten von Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderes Fluggetier gefunden.

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