Bekenntnisgrundschulen oder Gemeinschaftsgrundschulen in Telgte?
„Heißes Eisen“ wird emotional diskutiert

Telgte -

Sollen die katholischen Grundschulen in Gemeinschaftsgrundschulen umgewandelt werden? Mit dieser Frage wollen sich Schulen, Verwaltung und Politik in nächster Zeit beschäftigen.

Mittwoch, 05.09.2018, 18:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.09.2018, 18:00 Uhr
Diskutiert werden soll, ob die von Elisabeth Ewers geleitete katholische Marienschule zur Gemeinschaftsgrundschule werden soll.
Diskutiert werden soll, ob die von Elisabeth Ewers geleitete katholische Marienschule zur Gemeinschaftsgrundschule werden soll. Foto: Spahn

Marienschule, Don-Bosco-Schule und die St.-Christopherus-Schule sind katholische Bekenntnisschulen. Nur die Brüder-Grimm-Schule ist eine Gemeinschaftsgrundschule. Viele Eltern katholischer Kinder nutzen das, um ihr Kind auf der von ihnen gewünschten Schule unterzubringen. Ein vielleicht noch näher an einer bestimmten Bekenntnisschule wohnender, nicht katholischer Schüler muss sich bei der Aufnahme hinten anstellen oder gar einen weiteren Schulweg in Kauf nehmen.

Gesetzlich ist das nicht zu beanstanden, denn in NRW ist festgeschrieben, dass katholische Kinder an katholischen Grundschulen bevorzugt aufgenommen werden müssen. So mancher findet das ungerecht, mancher auch nicht mehr zeitgemäß – oder beides.

Eine Empfehlung von Gutachter Dr. Heinfried Habeck im Schulentwicklungsplan 2018 war, zu prüfen, ob ein Verhältnis von drei zu eins von katholischen Grundschulen gegenüber Gemeinschaftsgrundschulen in der heutigen Zeit noch angemessen ist und möglicherweise eine der Schulen umzuwandeln ist.

Bürgermeister Wolfgang Pieper bezeichnete die bestehende Regelung in der Schulausschusssitzung als „Anachronismus“ – eine durch die Zeit überholte Einrichtung. „Ich weiß aber auch, dass das ein heißes Eisen ist, weil emotionsgeladen“, so Pieper weiter. Trotzdem brauche die Stadt einen Diskussionsprozess zu diesem Thema, in den Eltern, Lehrer und Schüler eng mit einbezogen werden müssten. Am Ende müssten die Eltern über eine Umwandlung abstimmen.

Nach teils kontroverser Diskussion wurde beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, den Prozess der Umwidmung der Konfessions- zu Gemeinschaftsschulen zu strukturieren, mit den Schulen und Kirchen abzustimmen und einer politischen Beschlussfassung zuzuführen.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6028567?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
150 Notfallseelsorger engagieren sich im Münsterland
Sieben Tage die Woche rund um die Uhr einsatzbereit: Im Münsterland stellen die katholische und evangelische Kirche rund 150 Notfallseelsorger. Wer sich für dieses Ehrenamt entscheidet, lässt sich auf Chaos, Drama und emotionale Ausnahmezustände ein.
Nachrichten-Ticker