Heinz Sommer aus Telgte
„In 20 Jahren werde ich 100“

Telgte -

Heinz Sommer ist mit seinen 80 Jahren fit wie ein Turnschuh. Sein Lebensinhalt sind Ausdauer- und Beweglichkeitssport sowie Krafttraining.

Samstag, 22.09.2018, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 22.09.2018, 14:00 Uhr
Mountainbiken gehört zu Heinz Sommers großen Leidenschaften. Inzwischen hat sich der Telgter allerdings von Touren im Hochgebirge verabschiedet.
Mountainbiken gehört zu Heinz Sommers großen Leidenschaften. Inzwischen hat sich der Telgter allerdings von Touren im Hochgebirge verabschiedet. Foto: Pohlkamp

„Wer nicht rastet, der rostet auch nicht.“ Der lebende Beweis dafür ist der 80-jährige Heinz Sommer . Sein Lebensinhalt sind Ausdauer- und Beweglichkeitssport sowie Krafttraining – und das seit seiner Kindheit. Heinz Sommer hat nicht nur einen langen Atem, er trainiert seinen Körper seit 70 Jahren und hat eine ausgezeichnete Kondition. Bei seinen Aktivitäten wird er oft gefragt: „Wie alt sind Sie, Herr Sommer?“ Dann antwortet er und blickt dabei in staunende Gesichter: „In 20 Jahren werde ich 100.“

Heinz Sommer, der seit seinem elften Lebensjahr in Telgte lebt, hat besondere Hobbys, die in der Kombination noch wirkungsvoller sind: „Extrem-Sport und Volksmusik als lebenslange Herausforderung und Medizin für sich und Unterhaltung für die Mitmenschen.“

Schon früh begeisterte er sich für das Springen aus größeren Höhen. Im Waldschwimmbad hatte alles begonnen: Dort machte er auch gerne und oft einen Kopfsprung vom Drei-Meter-Brett.

Heinz Sommer sucht die sportliche Herausforderung, weil’s Spaß macht und er dadurch viele Sportler kennenlernt. Als das Waldschwimmbad 1965 seine Pforten öffnete, gehörte er zu den ersten Badegästen, und er entdeckte das Sprungbrett, vom dem er kunstvoll ins Becken eintauchen konnte. Parallel dazu begeisterte sich Heinz Sommer für das Eiskunstlaufen. Standardsprünge sind seine Leidenschaft, im Winter auf zugefrorenen Flüssen und Seen, im Sommer in den Eishallen in Soest, in Münster und in Oberstdorf. Und das seit einem halben Jahrhundert. Und seit einigen Jahren ist der Extremsportler Dauergast im österreichischen Wintersportzentrum Seefeld: Ski Alpin, Skilanglauf und Eiskunstlauf stehen dort auf dem Programm. In Seefeld begrüßt man den sportlichen Telgter so: „Der Sommer ist zurück“, freuen sich die Einheimischen, wenn sie ihn mit dem Schriftzug „TV Friesen Telgte“ auf dem Rücken wieder auf dem Eis laufen und springen sehen. Sogar das Tiroler Fernsehen fand Gefallen an seinen Kunstläufen. Einmal strahlte das österreichische Fernsehen sein Eislaufen in Seefeld in der Abendschau zum Thema „Fit im Alter“ aus. Ein zweites Mal war er vor vier Jahren auf der Mattscheibe zu sehen: Mit Stefanie Hertel , deutsche Sängerin des volkstümlichen Schlagers und Moderatorin, als Paarläufer auf dem Eis in Seefeld. Für einen Dokumentarfilm im MDR suchte die Sängerin einen Partner. „Dabei“, verrät der Telgter, habe er ihr auch ganz wichtige Tipps für das Eislaufen geben können: „Nicht aufs Eis schauen, Kopf waagerecht halten, Beine gestreckt und Arme angewinkelt. Es muss gewirkt haben.“ Stefanie Hertel entschied sich für Heinz Sommer als Eislaufpartner. Schnell waren sie beim „Du“. Sie drehten einige Pirouetten auf dem Eis, und als das Paar filmreif harmonierte, lief die Kamera, und es entstanden Eislaufszenen für einen Dokumentarfilm mit Stefanie Hertel. Dieser wurde im deutschen Fernsehen gleich mehrere Male ausgestrahlt. „Immer wieder werde ich – auch heute noch – auf diesen Fernsehauftritt angesprochen,“ erzählt Heinz Sommer.

Eine weitere Leidenschaft ist seit 40 Jahren das Mountainbikefahren über die höchsten Alpenpässe. An seinem Rad hat er inzwischen extra eine Spezialverzahnung anbringen lassen, die er selbst als „Rentnergang“ bezeichnet: „Langsam fahren und schnell treten“, ist seine Devise.

Unvergessen für Heinz Sommer bleiben seine Radtouren zum Stilfser Joch, einer der berühmtesten Anstiege der Alpen mit 48 Kehren bis auf 2757 Meter Höhe und eine Weiterfahrt bis in das Sommerskigebiet am Ortler bis auf 3000 Meter Höhe. Im Winter fährt er die Sellarunde, die rund um das Sellamassiv in den Dolomiten führt. Und die legte er sowohl auf Skiern als auch mit dem Rad über verschneite Alpenpässe zurück.

Inzwischen hat sich Heinz Sommer aus dem Hochgebirge zurückgezogen und dreht nun seine Runden mit dem Rad im Hochsauerland und mit seinen Schlittschuhen im Eissportzentrum Willingen.

Außerdem musiziert Heinz Sommer gern: Auf Mundharmonika und Gitarrenbanjo spielt er Volkslieder und alte Schlager zum Mitsingen. Richtig stimmungsvoll wird es, wenn er aus seinen 150 Melodien den einen oder anderen „Gassenhauer“ erklingen lässt – wie etwa „Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus“ von Freddy Quinn oder „Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind wir, ja wir“ von Franzl Lang und seine Zuhörer dazu singen: „Dann läuft es mir immer wieder kalt über meinen Rücken.“

In seiner Heimatstadt Telgte besucht er weiter das Freibad, fährt seine Runden mit dem MTB, macht Musik auf zwei Musikinstrumenten gleichzeitig, unterhält Sportler und Senioren und dreht im Klatenberg mit Dämpfstöcken seine Runden. „Ich werde in 20 Jahren 100, da habe ich nicht mehr den Anspruch auf Leistung.“

Viel Bewegung, viel Abwechslung, viele Begegnungen mit Menschen und eine ausgewogene Ernährung sollen weiter Teil seines Lebens sein. Derzeit bereitet er sich auf den mehrmonatigen Aufenthalt in Seefeld vor.

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