Karnevalsgesellschaft „Schwarz-Gold“ Telgte
Die Täuflinge müssen hart im Nehmen sein

Telgte -

Die WN werfen heute einen Blick auf 50 Jahre Senat der Karnevalsgesellschaft „Schwarz-Gold“ Telgte zurück.

Samstag, 10.11.2018, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 14:00 Uhr
„Wild West“ war das Thema der Taufe von Dr. Rüdiger Robert (stehend, 2.v.r.) und Paul-Heinz Jürgens (2.v.l.). Prinz war Bernhard Freßmann, Chef des Taufkommandos Peter Dräger (Bild links). Seine Schießkunst musste Joachim Goldmann (Mitte, oben) unter Beweis stellen. Als Soldat war Thorsten Eichholt bei einer kleinen Wehrübung gefordert (Mitte, unten). Macht nicht nur als Senator eine gute Figur, sondern auch auf der Bühne: Patrick Schady mit dem Männerballett (Bild rechts).
„Wild West“ war das Thema der Taufe von Dr. Rüdiger Robert (stehend, 2.v.r.) und Paul-Heinz Jürgens (2.v.l.). Prinz war Bernhard Freßmann, Chef des Taufkommandos Peter Dräger (Bild links). Seine Schießkunst musste Joachim Goldmann (Mitte, oben) unter Beweis stellen. Als Soldat war Thorsten Eichholt bei einer kleinen Wehrübung gefordert (Mitte, unten). Macht nicht nur als Senator eine gute Figur, sondern auch auf der Bühne: Patrick Schady mit dem Männerballett (Bild rechts). Foto: KG

Es war eine Zeit der unkomplizierten Entscheidungen: Als 1968 der Senat der Karnevalsgesellschaft „Schwarz-Gold“ gegründet wurde, da war das keine Idee mit einem langen Vorlauf, sondern die Beschlüsse wurden quasi an der Theke in der Gaststätte „Tante Lina“ gefasst. Doch eine gute Idee ist, unabhängig vom Ort ihrer Gründung, immer eine gute Idee. Und so hat fünf Jahrzehnte später der Senat weiter eine große Bedeutung für das karnevalistische Leben in Telgte.

„Man verständigte sich seinerzeit auf die Gründung eines Ehrensenats sowie eines normalen Senats“, heißt es in den Annalen der Karnevalsgesellschaft. Erster Senatspräsident wurde zunächst Josef Osthues. Die erste Taufe bei Osthues-Brandhove wurde im Herbst 1968 durchgeführt. Es wurden Dr. Josef Koch, verdienter und stadtbekannter Mediziner, und der damalige Amtsdirektor Hans Melchers als Ehrensenatoren gewählt.

In den folgenden Jahren wurden immer wieder bekannte Söhne der Stadt, aber auch Persönlichkeiten von außerhalb in den Senat aufgenommen. Explizit führt die Karnevalsgesellschaft in ihrer Chronik folgende Namen auf: Albert Bruens, Harald Norpoth, Hermann Fechtrup, Bernhard Wiewelhove, Paul Bröskamp, Günter Karthaus sen., Bernd Niehoff, Paul Dartmann, August Hovenjürgen, Dr. Wolfdietrich Siegmund, Ernst Heselmann, Norbert Kerstiens, Hermann Decker, Werner Schulze, Manfred Mönig, Heinz Körting, Fritz Ungemach, Dr. Rüdiger Robert, Reinhold Hotte, Josef Ausber, Heinz Ebert, Horst Ebert, Manfred Ahlemann, Herbert Brügge, Josef Bertling, Helmut Hagedorn, Franz-Josef Harbaum, Klaus Börste, Franz Winkels, Hermann-Josef Schulze-Hobbeling, Günter Karthaus, Heiner Frielinghaus, Klaus Börste, Peter Dräger, Benno Hilbers, Martin Ausber, Frank Ahlemann, Helmut Köning und Jürgen Fichtner.

Nach Josef Osthues waren ab 1973 der frühere Schwimmmeister Siegfried Stein und anschließend Peter Dräger Senatspräsidenten. Danach folgte 1979 für lange Jahre Alfred Rottmann. Später war es dann Franz Winkels. Seit 2015 war Peter Niemann Senatspräsident, heute ist dies Thorsten Eichholt.

Es gibt feste Traditionen bei den Karnevalisten: Vor dem Beginn einer jeden Session treffen sich die Senatsmitglieder zum sogenannten Senatsabend, beim dem es traditionell Pumpernickel mit Schmalz und deftiges westfälisches Essen gibt. Anschließend werden Vorschläge für die neu zu wählenden Senatoren und Ehrensenatoren gemacht. In geheimer Wahl werden schließlich die Auserwählten bestimmt. Bei der auf der Herrensitzung folgenden Taufe müssen diese dann einiges über sich ergehen lassen.

Anfänglich wurden die Senatorentaufen von Benno Hilbers jun. und dann auch von Günter Karthaus organisiert. Später wurden die Taufen – das geht aus der Chronik der KG hervor – von den Senatspräsidenten geleitet. So wurden die meisten Taufen seit 1977 von Peter Dräger geplant und durchgeführt, dann ein paar Jahre vom früheren Geschäftsführer und langjährigen Präsidenten Edgar Ende, dann wieder von Alfred Rottmann und Franz Winkels in enger Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren aus den eigenen Reihen. Letztere schlüpften dabei als Taufkommando in diverse Rollen.

Für die Senatoren gibt es übrigens klare Regeln: Die Senatsverfassung wurde 1971 geschrieben. Die Senatoren erhalten einen Ausweis, der auf Verlangen vorzuzeigen ist. Die Ehrensenatoren erhalten zusätzlich eine von Rudi Kunze entworfene Plakette, die – „Hessen bie di“ genannt wird – und ebenfalls auf Verlangen vorzuzeigen ist.

Die Herrensitzungen waren anfänglich bescheiden gehalten. Die erste fand als Herrenabend am 25. Januar 1968 im kleinen Gastzimmer des Kolpinghauses statt. Später, nachdem im Oktober 1968 der Senat gegründet worden war, lud das Präsidium zur Ehrensenatorentaufe bei Osthues-Brandhove ein. In jüngeren Jahren war dieser Abend die Herrensitzung. Immer war es für die Männer der KG ein Abend mit buntem Programm aus Bütt und Gesang, Tanzvorführungen, jeder Menge Spaß und Überraschungen.

► Die Chronisten der KG sind: Peter Niemann, Paul Möllers, Günter Karthaus und Edgar Ende.

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