Kreuzung Grevener Straße/Lengericher Straße in Westbevern
Kreisverkehr als Lösung?

Telgte -

Die Verkehrssituation an der Kreuzung Grevener Straße/Lengericher Straße in Westbevern ist unbefriedigend. Die Ecke soll entschärft werden. Nur wie? In großer Runde wurde im Rathaus über mögliche Lösungen diskutiert. Jetzt soll geprüft werden, ob ein Kreisverkehr installiert werden könnte.

Donnerstag, 13.12.2018, 20:00 Uhr
Die Kreuzung Grevener Straße/Lengericher Straße ist ein Gefahrenpunkt. Wunsch vieler ist es, die Ecke zu entschärfen.
Die Kreuzung Grevener Straße/Lengericher Straße ist ein Gefahrenpunkt. Wunsch vieler ist es, die Ecke zu entschärfen. Foto: Flockert

Die unbefriedigende Verkehrssituation im Kreuzungsbereich Grevener Straße/Lengericher Straße lässt sich kurzfristig nicht verbessern. Das ist in einem Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW im Rathaus deutlich geworden, an dem Bürgermeister Wolfgang Pieper, Mitarbeiter des städtischen Bauamtes sowie Vertreter des Westbeverner Krink, des Landesbetriebs, des Kreises Warendorf als Straßenverkehrsbehörde sowie aller vier Ratsfraktionen teilnahmen.

Deutlich sei geworden, so Markus Weber , Fachbereichsleiter Bauwesen, dass es dort derzeit nur funktioniere, weil alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nähmen. Einig seien sich alle Beteiligten gewesen, dass dieser Kreuzungsbereich verbessert werden müsse. Die große Frage ist nun, wie das geschehen könnte.

Mit einem Ingenieurbüro wurden verschiedene Varianten durchgespielt. Eine mögliche Lösung wäre eine dauerhaft in Betrieb befindliche Ampelanlage, die immer nur einer der drei Richtungen „Grün“ geben würde. „Das würde die Sicherheit erhöhen, aber zu Kosten der Leistungsfähigkeit gehen“, berichtete Weber. „Das würde allerdings auch zu längeren Staus und Wartezeiten führen.“ Der Ort würde dadurch durch stehende Autos geprägt. Der Landesbetrieb, so Weber, habe sich gegen diese Ampellösung ausgesprochen, weil diese zu Lasten der Leistungsfähigkeit gehe und das werde bei Landesstraßen mit überörtlicher Funktion – hier die L 811 – kritisch gesehen. „Aber auch die Westbeverner sähen das kritisch, unter anderem auch deshalb, weil sie befürchten, dass die Menschen dann zu Fuß zwischen den im Stau stehenden Fahrzeugen hindurchliefen.“

Nachdem die Ampellösung aus dem Rennen war, wurde überlegt, was sonst machbar wäre. Schnell sei klar geworden, so der Fachbereichsbereichsleiter, dass bei der derzeit zur Verfügung stehenden Fläche eigentlich nichts wirklich möglich sei.

„Wir müssen nun prüfen, ob ein Kreisverkehr möglich ist.“ Diese Variante würde Leistungsfähigkeit und Sicherheit erhöhen. Dafür müsse der Flächenbedarf ermittelt werden. Zudem müssten Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden. „Wir müssen versuchen, alle Beteiligten mitzunehmen.“ Weber ist es aber wichtig zu betonen, dass ein Kreisel derzeit nur eine mögliche Lösung sei. Ziel soll es nun sein, durch ein Planungsbüro überprüfen zu lassen, wie die Leistungsfähigkeit der Straße erhalten, gleichzeitig aber auch die Sicherheit von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern erhöht werden kann.

Die Situation der Radfahrer war auch ein Punkt des Gedankenaustausches. Bislang müssen Radler, die den Ort auf der L 811 durchqueren, im Verkehr auf der Straße mitschwimmen. „Erwachsene können das vielleicht. Kinder sollten das besser nicht tun“, erklärte Markus Weber. „Wir müssen mehr Raum für Radfahrer schaffen.“ Die innerörtliche Radweglücke müsse geschlossen werde. Bei der jetzigen Straße sei in dieser Hinsicht allerdings nichts zu machen. Wenn es gelänge, die Grevener Straße insgesamt zu verbreitern, dann könnte ein Angebotsstreifen für Radfahrer integriert werden, so die Idee.

Eine Verbesserung für Fußgänger wird es bereits 2019 geben. In den Haushalt wurden 20 000 Euro eingestellt, um den schmalen Gehweg auf der Westseite von der Ampelanlage in Richtung Telgte auf einer Länge von rund 45 Metern um einen bis anderthalb Meter zu verbreitern.

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