Pietà in Telgte
Gnadenbild kommt ins CT

Telgte -

Das Telgter Gnadenbild wird bald in Münster eingehend von Experten untersucht.

Freitag, 04.01.2019, 06:00 Uhr
Am 14. Januar wird das Gnadenbild in der Kapelle „verabschiedet“, denn wahrscheinlich in etwa bis zu Beginn der neuen Wallfahrtssaison wird es eingehend untersucht.
Am 14. Januar wird das Gnadenbild in der Kapelle „verabschiedet“, denn wahrscheinlich in etwa bis zu Beginn der neuen Wallfahrtssaison wird es eingehend untersucht. Foto: Große Hüttmann

Die Telgter werden schon bald für einige Wochen auf das Gnadenbild verzichten müssen: Denn im Rahmen des dritten Bauabschnitts der Renovierung der Kapelle wird die Pietà reisefertig gemacht und kommt zur Röntgen- und CT-Untersuchung ins Uni-Klinikum nach Münster.

„Wir erhoffen uns neue Erkenntnisse über die innere Konstruktion der Skulptur, besonders über die Holzarten der Verdeckelung und der Thronbank, über die genaue Position der Reliquien im Kopf des Christus, über die Stärke der Überkittungen der Originalfassung, über die Hohlräume und den Zerstörungsgrad durch Holzinsekten“, erläutert Propst Dr. Michael Langenfeld.

Doch die Zeit auf dem Röntgentisch ist nur ein Teil des Ganzen: Es folgt danach eine eingehende Untersuchung der Skulptur im Atelier der Restauratorin Marita Schlüter. Dabei geht es darum, neue Erkenntnisse etwa im Hinblick auf die Herstellungstechnik, die Abfolge und den Zustand der einzelnen Fassungen, die im Laufe der Jahrhunderte aufgebracht wurden, sowie mögliche Reinigungs- und Freilegungsmethoden zu erhalten. Alle Ergebnisse sollen im Rahmen dieser aufwendigen Untersuchung digital kartiert sowie schriftlich und fotografisch dokumentiert werden.

„Alle Untersuchungsergebnisse werden anschließend in einem Kolloquium mit Fachleuten gemeinsam diskutiert, die der Kirchengemeinde und dem Bistum Münster dann Vorschläge unterbreiten sollen, was das Restaurierungsziel und das entsprechende Arbeitskonzept sein könnten“, betont der Geistliche.

Am Montag, 14. Januar, findet ab 14 Uhr in der Kapelle eigens die „Verabschiedung des Gnadenbildes“ statt, kurz darauf geht es nach Münster.

Die Arbeiten am Gnadenbild sind aber nur ein Teil des Gesamtpaketes. Im Rahmen des dritten und letzten Bauabschnittes zur grundlegenden Sanierung der Kapelle wird in die Türöffnung zur Kapellenstraße, die seit Jahren verschlossen ist, wieder eine Orgel eingebaut. Diese ist nach Angaben der Kirchengemeinde „so zurückhaltend gestaltet, dass sie den Besucher nicht vom Wesentlichen ablenkt“, betont der Propst.

Zudem müsse die Sakristei erneuert werden, denn sie beherberge die gesamte neue Technik – von der Lichtsteuerung über die Lautsprecheranlage bis hin zu den Alarmsystemen.

Auch an einer weiteren Stelle im Umfeld der Kapelle wird sich etwas tun, nämlich auf dem Kirchplatz. Da das ziemlich rasch errichtete Kerzenhaus auf eine gute Annahme bei Wallfahrern und Telgtern gestoßen sei soll es noch einmal überarbeitet und dem Umfeld besser angepasst werden. „Und nicht erst nach dem heißen Sommer 2018 ist auch ein Sonnenschutz angedacht, der die grundsätzliche Transparenz dieses Ortes allerdings nicht beeinträchtigen soll“, sagt Langenfeld am Schluss.

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