Telgter Michael B. Ludwig hat für die „Bravo“ geschrieben
Gefragter Ratgeber für „Bravo“ und Co.

Telgte -

Michael B. Ludwig und seine Frau Erika betreuten zwischen 1975 und 2005 insgesamt 30 Pflegekinder. Viele Erfahrungen haben sie dabei gemacht. Für verschiedene Zeitschriften, darunter unter anderem die bekannte „Bravo“, hat er deshalb als Experte zur Verfügung gestanden.

Mittwoch, 09.01.2019, 20:00 Uhr
Für verschiedene Zeitschriften, darunter unter anderem die bekannte „Bravo“, hat Michael B. Ludwig immer wieder als Experte in Sachen „Rat und Tat“ geschrieben.
Für verschiedene Zeitschriften, darunter unter anderem die bekannte „Bravo“, hat Michael B. Ludwig immer wieder als Experte in Sachen „Rat und Tat“ geschrieben. Foto: Pohlkamp

„Bravo, Michael Bernhard Ludwig .“ So könnte man durchaus die Geschichte titeln, die den 66-jährigen Telgter mit der größten Jugendzeitschrift im deutschsprachigen Raum verbindet – eben jener „Bravo“.

Seit 1979 lebt Michael B. Ludwig mit seiner Familie in Telgte. Zunächst wohnte er in Westbevern-Vadrup und seit 1987 in der Altstadt an der Bahnhofstraße. Der Telgter und seine Frau Erika betreuten zwischen 1975 und 2005 insgesamt 30 Pflegekinder. Sie haben sie erzogen und auf das weitere Leben vorbereitet. Dabei handelte es sich unter anderem um nicht therapierbare Kinder, solche aus sozialen Brennpunkten und solche, die man in Heimen nicht mehr habe haben wollte, erläutert Ludwig im Gespräch.

Sechs Jahre lang – von 1974 bis 1980 – war Michael Bernhard Ludwig vor diesem Hintergrund Pressesprecher des Bundesverbandes der Pflege- und Adoptiveltern. In dieser Zeit, es war 1976, erhielt er einen Anruf von der „Bravo“-Redaktion, weil sich dort ein 15-jähriges schwangeres Mädchen gemeldet hatte. „Die Eltern wollten das Kind zwingen, das Ungeborene abtreiben zu lassen“, erinnert sich der Telgter. Die Macher der Jugendzeitschrift fragten in Telgte bei Michael B. Ludwig als Sprecher des Bundesverbandes an, was man denn in so einem Fall tun könne. Aufgrund seines engmaschigen Netzwerkes fand Ludwig innerhalb kürzester Zeit eine Pflegefamilie für das hochschwangere Mädchen. Dort lebte die Betreffende anschließend, bekam ihr Kind, und beide wuchsen bei der Pflegefamilie auf und lebten dort bis zur Volljährigkeit.

Den letzten Kontakt zu der inzwischen fast 55-jährigen Frau hatte Ludwig vor 15 Jahren und erfuhr dabei, dass alles sehr zufriedenstellend verlaufen sei und sie ihm noch heute dankbar sei für die geleistete Unterstützung.

Ab und zu meldete sich danach immer mal wieder die „Bravo“-Redaktion und bat um telefonische Hilfe in Einzelfällen. Ende 1979 erfolgte ein weiterer Anruf. Michael B. Ludwig war inzwischen Mitglied einer Kommission beim Bundesfamilienministerium, die die Experten dort zu verschiedenen Themen berieten. Hauptgesprächsstoff vor fast 40 Jahren war die Neugestaltung des elterlichen Sorgerechts. Dabei ging es um eine grundlegende Reformierung des Familienrechtes. Parallel dazu wurden auch Änderungen beim Jugendwohlfahrtsgesetz vorgenommen, zu denen die Mitglieder der Kommission gehört wurden.

„Dazu wollte die ,Bravo’ für ihre jungen Leser etwas von mir wissen. Etwa, was sich für die jungen Menschen verändert hat. Mein zweiseitiger Artikel trug den Titel ,Deine neuen Rechte in der Familie’.“

Erschienen ist dieser Beitrag am 31. Januar 1980. Dabei gab Michael B. Ludwig Antworten auf Fragen wie: „Dürfen Eltern Kinder schlagen? Ist Hausarrest erlaubt? Dürfen Eltern einem Kind Sachen (zum Beispiel einen Walkman oder Nintendo) wegnehmen? Oder: „Dürfen Eltern das Taschengeld kürzen?“ Genauso wie die Frage: „Wie viel Taschengeld muss ich bekommen?“

Zu jener Zeit wurden diese Themen auch in den Schulen diskutiert, insbesondere dort, wo die Kinder der Familie Ludwig unterrichtet wurden. Daher war der Telgter bestens über die Materie informiert, sowohl aus Sicht als Berater als auch als betroffener Erziehungsberechtigter.

Parallel entwickelten sich auch Kontakte zu anderen Magazinen. So erschien 1987 in der Zeitschrift „Coupé“ eine Analyse des Telgters unter dem Titel: „Wie war die Partnerschaft von Maria und Josef?“

Zwischen 2001 und 2003 war Michael B. Ludwig zudem als sogenannter „Sex Dad“-Kolumnist in einem damals modernen Magazin, der FHM (For Him Magazine) tätig. Unter dem Titel „Einsichten aus Ludwigs Praxis“ schrieb der Telgter rund um das Thema Sexualität und Partnerschaft.

Im Bereich Pflege und Adoptivkinder ist Ludwig bis heute auf verschiedenen Ebenen tätig. Sein 1987 gegründetes Institut für Sozialpädagogik und Gesellschaftsbildung (ISG Telgte) ist nämlich ein sogenannter privater Träger der Jugendhilfe. Das stimmt ihn noch immer als erfahrener Ratgeber und „Urgestein des Pflegekinderwesens“ zufrieden.

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