Rathaus in Telgte
Kernsanierung oder nur Kosmetik?

Telgte -

Das Rathaus ist sanierungsbedürftig. Das ist schon beim Blick auf die Fassade nicht zu übersehen. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen, ob das denkmalgeschützte Gebäude kernsaniert wird oder ob an der Fassade nur kosmetische Reparaturen vorgenommen werden sollen.

Freitag, 18.01.2019, 20:00 Uhr
Daqs Rathaus ist sanierungsbedürftig. Der Startschuss fällt aber frühestens im kommenden Jahr.
Daqs Rathaus ist sanierungsbedürftig. Der Startschuss fällt aber frühestens im kommenden Jahr. Foto: Flockert

Ist das eine große Baustelle? Oder hat Verhüllungskünstler Christo nur sein Kunstwerk nicht vollendet? Diese Frage kann sich der Betrachter beim Blick auf das Telgter Rathaus seit Längerem durchaus stellen. Beim genaueren Hinsehen wird dann aber deutlich, dass das aus dem Jahr 1974 stammende und inzwischen unter Denkmalschutz stehende Gebäude dringend sanierungsbedürftig ist. Die Folien sind nur angebracht worden, um Mitarbeiter und Kundschaft zu schützen, da sie ansonsten von an der Fassade abplatzenden Betonteilchen getroffen werden könnten

Nur wann passiert dort etwas? „In diesem Jahr auf keinen Fall. Wir haben dafür im Jahr 2019 noch keine Haushaltsmittel eingestellt“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Pieper . Zuvor müsse die Politik – anvisiert ist die zweite Jahreshälfte – eine Grundsatzentscheidung über ein Sanierungskonzept treffen. Soll nur eine kosmetische Sanierung erfolgen oder aber eine grundlegende? Ein Fachbüro soll ein Konzept samt Kostenschätzungen erarbeiten, das der Politik dann als Sitzungsvorlage zur Verfügung gestellt werden soll.

Für eine Kernsanierung spricht für den Bürgermeister, dass nicht nur die Fassade marode ist. Die Fenster sind alt. Die Dämmung ist nicht auf dem neuesten Stand. Gleiches gilt für die Haustechnik. Bei Wasser und Abwasser müsse genauso etwas geschehen wie bei der Lüftungstechnik. „Außerdem muss über die Barrierefreiheit nachgedacht werden“, so Pieper.

Kosmetik oder von Grund auf? Bei dieser Entscheidung werden die Kosten eine maßgebliche Rolle spielen. Bei Beratungen im Planungsausschuss vor zwei Jahren wurden für eine Sanierung von Grund auf bereits rund 7,5 Millionen prognostiziert. „Das ist eine große Hausnummer“, weiß auch Wolfgang Pieper. Seither sei dieser Ansatz allerdings nicht weiterverfolgt worden, weil im Fachbereich Bauwesen die personellen Ressourcen gefehlt hätten, berichtet Bauamtsleiter Markus Weber. Nun aber habe die Politik ein halbe Stelle bewilligt, die er hofft, im ersten Halbjahr 2019 besetzen zu können. Der oder die neue Mitarbeiter(in) soll bis zum Herbst ein Konzept samt Kostenschätzung erarbeiten.

2017 waren auch drei Varianten einer Fassadensanierung präsentiert worden. Deren Kostenschätzungen lagen zwischen 3,84 und 4,55 Millionen Euro. Eine reine Betonsanierung wurde seinerzeit mit 890 000 Euro veranschlagt.

Sollte die Entscheidung für eine Kernsanierung fallen, wird die Umsetzung wohl mehrere Jahre dauern. Da die Verwaltung auch während der Bauphase arbeitsfähig bleiben muss, wird die Erneuerung nur Zug um Zug erfolgen können. Eine Alternative wäre ein kompletter Auszug – wie derzeit in Ostbevern.

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