Neue Systeme werden in Autos eingebaut
Automatische Alarmierung

Telgte -

In Neuwagen werden sogenannte eCall-Systeme eingebaut, die bei Unfällen automatisch die nächstgelegene Rettungsleitstelle verständigen.

Donnerstag, 24.01.2019, 18:00 Uhr
Alle neuen Autos in Europa werden mit dem Notfallsystem eCall ausgestattet, das nach einem Unfall automatisch die Rettungsdienste alarmiert. In vielen Modellen wird auch ein Knopf eingebaut, mit dessen Hilfe der Notruf auch manuell abgesetzt werden kann.
Alle neuen Autos in Europa werden mit dem Notfallsystem eCall ausgestattet, das nach einem Unfall automatisch die Rettungsdienste alarmiert. In vielen Modellen wird auch ein Knopf eingebaut, mit dessen Hilfe der Notruf auch manuell abgesetzt werden kann. Foto: dpa

Es ist Montagnacht. Der Fahrer eines Kleinwagens ist bei einem Wildwechsel mit einem Hirsch kollidiert. Der fiktive Unfall passiert auf einer Landstraße, die kaum befahren ist. Der Fahrer ist bewusstlos, doch durch ein System, das in seinem Wagen verbaut ist, wird die nächstgelegene Rettungsleitstelle verständigt. Dadurch treffen die Rettungskräfte rechtzeitig ein und dem Fahrer kann schnell geholfen werden.

Klingt nach Zukunftsmusik, ist aber bereits Realität. Denn für solche Situationen wurde das neue eCall-System (Emergency Call) entwickelt, das in Zukunft in jeden Neuwagen verbaut werden muss, dessen Zulassung nach dem 31. März erfolgt. Das Ziel des Systems ist klar: Leben retten. Dafür nutzt es Mobilfunk und Satellitenortung, um nach einem Unfall eine Telefonverbindung herzustellen. Dann werden Daten übermittelt, wie beispielsweise der Zeitpunkt der Unfalls, Fahrzeugposition, Anzahl der Insassen – sofern alle angeschnallt waren – und weitere Daten, die für die Rettungsdienste relevant sind. Das geschieht automatisch, kann aber auch durch einen manuellen SOS-Notruf-Knopf erfolgen. Fahrer, Mitfahrer und Helfer können über den Knopf noch weitere Informationen über verletzte Personen an den Rettungsdienst weiter geben.

Manche Automobilhersteller bieten schon seit einiger Zeit serienmäßig integrierte Notrufsysteme an. Diese aber meist als aufpreispflichtige Sonderausstattung. Zudem verständigen diese Systeme zuerst einen herstellereigenen Notrufdienst, der dann gegebenenfalls die 112 verständigt.

Der ADAC schätzt, dass in einem Jahr durch eCall europaweit das Leben von rund 2500 Menschen bei Verkehrsunfällen gerettet werden kann.

Doch wie steht es mit dem Datenschutz? Davon geht keine Gefahr aus, denn das System speichert keine Daten von Halter und Fahrer, sondern ist nur für die Übermittlung besagter Informationen zuständig. Deshalb muss sich bei einem Wechsel des Fahrzeughalters darum keine Gedanken gemacht werden.

Auch die Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerschutz in Warendorf hat sich schon mit dem Thema auseinander gesetzt. Sie hat einen „eCall Tester“, mit dem sich die Disponenten auf einen echten eCall vorbereiten, um ihn im Ernstfall professionell bearbeiten zu können. Zudem haben die Mitarbeiter schon Erfahrung mit den Herstellereigenen Notrufsystemen gemacht. Diese laufen allerdings oft über Call-Center und sind damit mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden. Durch eCall hingegen ist eine Alarmierung der Rettungskräfte ohne Zeitverlust leistbar. „Das System ist unserer Meinung nach absolut sinnvoll“, bestätigt auch Thomas Fromme, Pressesprecher des Kreises Warendorf.

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