Aktionsbündnis „Eltern bewegen“ in Telgte
Mehr Kita-Plätze gefordert

Telgte -

Aktionsbündnis „Eltern bewegen“ sammelte 650 Playmobilfiguren. Jedes einzelne Männchen steht für die Forderung nach mehr Kita-Plätzen und einer besseren Betreuung in Telgte.

Donnerstag, 24.01.2019, 19:00 Uhr
Katja Behrendt, Susanne Weick und Nicole Gründel (v.l.) vom Aktionsbündnis „Eltern bewegen“ zählen die Figuren, die an einer von neun Sammelstellen in Telgte abgegeben wurden.
Katja Behrendt, Susanne Weick und Nicole Gründel (v.l.) vom Aktionsbündnis „Eltern bewegen“ zählen die Figuren, die an einer von neun Sammelstellen in Telgte abgegeben wurden.

Bauarbeiter, Fußballspieler, Piraten, eine Meerjungfrau und eine Joggerin, ein Schornsteinfeger und ein Boxer, Männer, Frauen und Kinder, sogar Hunde und Schweine: Telgtes Eltern haben 650 Playmobilfiguren an neun Sammelstellen in den Kindertagesstätten und Krabbelgruppen abgegeben, um ein Zeichen zu setzen. Jedes einzelne Männchen stehe für die Forderung nach mehr Kita-Plätzen und einer besseren Betreuung in Telgte, heißt es in einer Pressemeldung des Aktionsbündnisses „Eltern bewegen“.

Initiiert von den Telgter Vertretern des Kreiselternrates hatte das Organisationsteam seit Anfang Dezember die Figuren-Spenden angenommen. „Wir haben zu einer Demonstration aufgerufen. Und stellvertretend für uns Familien haben sich jetzt 650 Playmobilfiguren auf den Weg gemacht“, erklärt Katja Behrendt vom Aktionsbündnis. „Wir freuen uns, dass so viele Personen unsere Aktion unterstützen“, ergänzt Nicole Gründel vom Organisationsteam.

Nach dem vermeintlichen Aus des Kita-Baus an der Georg-Muche-Straße fehlen zum neuen Kita-Jahr im August weitere 75 Plätze. „Die Situation war auch vor dem Baustopp untragbar. Jetzt wird es noch enger, im wahrsten Sinne des Wortes“, meint Behrendt. Belegte Bewegungsräume, überfüllte Gruppenräume, Container im Außenbereich – all das gehe zu Lasten der Kinder in den Kindertagesstätten. Zudem sei auch keine Lösung für die rund 50 Kinder unter drei Jahren in Sicht, die seit dem vergangenen Sommer auf einen Betreuungsplatz warten. Für die Eltern sei das Maß schon lange voll. Ziel der Aktion sei es, mit der Figuren-Demonstration zu einer Ratssitzung zu kommen, um so auf die Forderungen der Eltern aufmerksam zu machen.

Es sei ein Trauerspiel, meint Gründel. Besserung sei nicht in Sicht. „Wir erwarten endlich einen realistischen Plan seitens Rat und Verwaltung, wie die Situation schnellstmöglich, dauerhaft zufriedenstellend und nachhaltig verbessert werden kann“, so Behrendt. Im vergangenen Jahr habe das Kreisjugendamt noch festgestellt, dass zwei bis drei Großtagespflegen neu gegründet werden müssten. Realisiert wurde davon keine. Passende Räumlichkeiten, bei denen die Vermieter die geforderten Brandschutzumbauten bezahlen und nicht zu viel Miete verlangen würden, habe die Stadtverwaltung bislang nicht gefunden. Ende 2018 soll seitens der Verwaltung ein potenzieller neuer Standort für den kurzfristigen Bau einer weiteren Kita neben der an der Georg-Muche-Straße ins Auge gefasst worden sein. Auch hier halte sich die Stadtverwaltung weiter bedeckt. „Etwas mehr Transparenz wäre wünschenswert“, meint Susanne Weick vom Aktionsbündnis.

Für das 16-köpfige Organisationsteam sind die nächsten Schritte klar: In den nächsten Wochen werden sie die 650 Figuren auf gemalte Straßenzüge kleben, um mit Hilfe der Männchen-Demonstration ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Wer noch Spenden abgeben möchte – es bleibt noch etwas Zeit. Die Elternvertreter in den beteiligten Kitas nehmen auch jetzt nach dem Sammelende noch Figuren entgegen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6342985?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Nachrichten-Ticker