Kooperationsprojekt in Telgte
Mahlzeiten für die Vogelwelt

Telgte -

150 Gärten wurden jetzt mit einer Körner-Fett-Mischung in Tassen sowie mit Apfelgirlanden und Nussringen ausgestattet. Die Kinder der Kita „Wiesenhaus“ werden in den nächsten Wochen gespannt beobachten, wie dieses Angebot von der Vogelwelt angenommen wird.

Dienstag, 29.01.2019, 14:38 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 15:38 Uhr
Stolz präsentieren der Kindergarten „Wiesenhaus“ und der Verein „Naturnah“ das Ergebnis: 150 mit einer Körner-Fett-Mischung gefüllte Tassen, Apfelgirlanden und Erdnussringe warten auf den Einsatz in den heimischen Gärten.
Stolz präsentieren der Kindergarten „Wiesenhaus“ und der Verein „Naturnah“ das Ergebnis: 150 mit einer Körner-Fett-Mischung gefüllte Tassen, Apfelgirlanden und Erdnussringe warten auf den Einsatz in den heimischen Gärten. Foto: Pohlkamp

In den Wintermonaten sind die heimischen Vögel vermehrt auf der Suche nach Futter. Dabei fliegen sie auch gerne die Gärten in den Wohngebieten an: 150 davon wurden jetzt mit einer Körner-Fett-Mischung in Tassen sowie mit Apfelgirlanden und Nussringen ausgestattet. Die Kinder der Kita „Wiesenhaus“ werden sicherlich gespannt beobachten, wie dieses Angebot von der Vogelwelt angenommen wird. Die Idee, mit Kindergartenkindern „Vogelfutterstationen“ anzufertigen, kam vom Verein „Naturnah“ – deren erste Vorsitzende Pia Loy schuf mit der Kita „Wiesenhaus“ das Kooperationsprojekt „Wildvogelfütterung im Winter“.

In der „Maulwurfsgruppe“ wurde dieses Projekt an einem Vormittag durchgeführt. Die Kinder waren mit ihren Erzieherinnen Alina Böhme und Anna Bruma mit großem Interesse dabei. In drei Gruppen – Jessica Arnemann und Ruth Niesing unterstützen Pia Loy dabei – ging es nach kurzer Vorabinformation für die Kinder an die Arbeit. Zuvor hatte sich der Verein um die Futter-Rohware gekümmert und dabei Unterstützung von Privatpersonen und der Geschäftswelt bekommen: 150 Keramiktassen, Rindertalg, kiloweise Äpfel und Sonnenblumenkerne, getrocknete Insekten, Leinsaat und Haferflocken, Rosinen und Hanfsaat, Erdnüsse, Holzstöcke, Draht und Bindfaden hatte der Verein mitgebracht.

Großen Wert legte Pia Loy darauf, dass das Vogelfutter naturbelassen und keinerlei Gifte wie Rückstände von Insektiziden und Herbiziden enthielt. Auch war ihr wichtig, dass das Futter nicht gentechnisch verändert ist. Ihre Devise: „Möglichst frisch, abwechslungsreich und naturnah.“

In den drei Gruppen wurde das Material verarbeitet: Hergestellt wurden Apfelgirlanden (als Vorspeise) – auf Holzstöcke und Drähte gezogen. In den Tassen wurde das „Hauptgericht“, eine Körner-Fett-Mischung, eingefüllt: Rindertalg, Haferflocken, Lein- und Hanfsaat, Sonnenblumenkerne, Rosinen und getrocknete Insekten – mit einem kleinen Ast als Vogelstange und einer Kordel zum Aufhängen versehen. In der dritten „Mit-Mach-Gruppe“ wurde die „Nachspeise“ zubereitet: Nussringe. Dazu wurden Erdnüsse in ihrer Schale auf Draht gefädelt und anschließend zu einem Ring geformt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 150 gefüllte Tassen, 30 Nussringe und 30 Apfelgirlanden wurden am selben Tage noch an die Kita-Kinder verteilt.

Der NABU schreibt auf seiner Homepage, dass grundsätzlich eine Vogelfütterung vor allem im Winter aus umweltpädagogischer Sicht empfehlenswert sei. „Dann kommen wesentlich mehr Vögel zur Futterstelle. Bei niedrigen Temperaturen ist es einfacher, für die notwendige Hygiene zu sorgen. So wird eine Übertragung von Salmonellen auf die Tiere verhindert. Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen.“

Pia Loy betrachtet das Projekt als Belohnung für das Engagement des Vereins. Habe dieser Tag den Kindern auch vermittelt, wie problematisch gerade der Winter für die Wildvögel ist. Naturgemäß verringere sich das Nahrungsangebot in dieser Jahreszeit, und die Kälte trage zusätzlich dazu bei, dass die Wildvögel Hilfe benötigen: „Wir dürfen froh sein über jede Vogelart, deren Bestände noch nicht zusammengebrochen sind. Und wir sollten die Tiere deshalb genauso umsorgen wie die selten gewordenen Spezies, damit ihnen nicht in Zukunft dasselbe verheerende Schicksal droht.“

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